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Chronischer Schwindel - was tun?

06.09.2002


Schwindelattacken mit Übelkeit und Erbrechen sind für die Betroffenen eine grosse physische und psychische Belastung


Mögliche Ursachen für chronischen Schwindel liegen im Innenohr


Betroffene erhalten wirksame Hilfe beim Arzt

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Chronischer Schwindel verunsichert und erschwert oder verunmöglicht alltägliche Verrichtungen. Er führt oft zu nachhaltiger Störung der Lebensqualität und Lebensfreude. Für Betroffene ist es wichtig, den chronischen Schwindel einfach und rasch zu kontrollieren oder zumindest deutlich zu reduzieren.

Chronischer Schwindel ist häufig, stört die Betroffenen und er kann zu folgenschweren Stürzen führen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit an. Von den über 65-jährigen leidet ca. ein Drittel daran und ab 75 Jahren zählen Schwindel und Gleichgewichtsstörungen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt.


Wichtig ist es, die Ursache des chronischen Schwindels zu finden (siehe Tabelle 1). Unsere räumliche Orientierung wird durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen unseren Seh- und Gleichgewichtsorganen sowie bestimmten Hirnregionen gewährleistet. Ist dieses Zusammenspiel gestört, so beginnt sich die Welt mehr oder weniger stark zu drehen. Durch Behebung der Schwindel-Ursache oder durch angepasstes Verhalten können die Schwindelsymptome oft zum Verschwinden gebracht oder gebessert werden.

Abklärung durch den Hausarzt

Meist finden Betroffene mit chronischem Schwindel selbst keine Lösung. Oft hilft die Abklärung durch den Hausarzt weiter. Findet der Arzt bei dieser Untersuchung eine Ursache, so wird entsprechend therapiert. Ist die Ursache unter Kontrolle, dann bleibt der chronische Schwindel meist ebenfalls aus und der Patient ist vom lästigen Begleiter befreit.

Wer z.B. einen tiefen Blutdruck hat und bei raschem Aufstehen oder raschen Bewegungen schwindlig wird, erreicht oft gute Ergebnisse durch langsamere Bewegung und Lageveränderung. Eine der häufigsten Schwindelformen ist der gutartige Lagerungsschwindel. Typisch dafür ist das heftige Drehgefühl beim Hinlegen oder Aufrichten aus dem Liegen sowie Umdrehen im Bett, das nach wenigen Sekunden wieder abklingt. Diese Art Schwindel entsteht vermutlich durch losgelöste Partikel, die sich frei in den flüssigkeitsgefüllten Gängen des Gleichgewichtsorgans bewegen und dadurch Schwindel auslösen. Der Arzt erkennt die Störung an den charakteristisch veränderten Augenbewegungen und wird mit speziellen Lagerungsübungen behandeln.
Dies führt in den meisten Fällen sofort zur Rückbildung der Beschwerden.


Durchblutung des Innenohrs

Ist die Blutzufuhr zum Innenohr vermindert (z.B. durch arteriosklerotische Gefäßverengung), wird dessen Funktion ebenfalls beeinträchtigt und es kann zu Störungen des Gehörs oder des Gleichgewichts kommen. Zur Verbesserung der Blutzufuhr verschreibt der Arzt z.B. Betahistin in Tabletten- oder Tropfenform.
Diese Medikation wird 2- bis 3-mal pro Tag eingenommen. Zudem reguliert es die lateralen Vestibulariskerne, wo die Verarbeitung aller Informationen geschieht. Recht oft kann so die Normalisierung des Schwindels erreicht werden.

Sollte dies nicht helfen, so kann der Hausarzt bei mittelschwerem oder schwerem Schwindel weitergehende Abklärungen durch Spezialärzte verordnen.


Schwindel kann stark stören und behindern

A.H. aus O. leidet seit einem Monat an chronisch wiederkehrenden, mehrere Minuten andauernden Drehschwindelattacken, verbunden mit Übelkeit.

Da sie die Schwindelanfälle bei ihrer Tätigkeit als kaufm. Angestellte stören und das Autofahren erschweren, verschreibt der Hausarzt ihr (da andere Ursachen fehlen) ein Medikament zur besseren Durchblutung der Innenohr-Region. Bereits nach einigen Tagen nimmt die Intensität des Schwindels ab.
Das Vertrauen in die Behandlung wächst und die Unsicherheit der Schwindel-Anfälle ist zum Glück Vergangenheit. Bald geht es ihr so gut, dass sie wieder problemlos Autofahren, Nähen und Gymnastik machen kann.


Anhaltender Schwindel muss nicht sein

Chronischen Schwindel sollte man kontrollieren können. Wer es nicht alleine schafft, sollte nicht zu lange zuwarten und die Unterstützung des Hausarztes beanspruchen.
Ein Grossteil der chronischen Schwindelanfälle kann mit seiner Hilfe gebessert und kontrolliert werden. Findet der Arzt eine Ursache, so versucht man, diese zu korrigieren. Wenn der Arzt nichts Störendes feststellen kann, so genügt oft eine medikamentös verbesserte Durchblutung der Innenohr-Region zur Besserung und Kontrolle des Schwindels.


Tab. 1:
Mögliche Ursachen für chronischen Schwindel
  • Niedriger Blutdruck oder Blutdruckabfall unter Hypertoniebehandlung
  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Morbus Menière (Schwindel, Ohrensausen, Gehörverminderung)
  • Chronische Kopfschmerzen/Migräne
  • Nervenerkrankungen (M. Parkinson, Epilepsie, Hirnentzündungen, usw.)
  • Psychische Probleme, Angst, Depression
  • Kopf- oder Nackenverletzungen
  • Hyperventilation
  • Minderdurchblutung (z.B. aufgrund von Arteriosklerose)
  • Blutarmut
  • Schlecht kontrollierter Diabetes
  • Wirkung von Medikamenten auf das zentrale Nervensystem
  • Schäden im Innenohr

Weiterere Informationen von:
Mischa Wyssmann
Product Manager ZNS/ORL, Solvay Pharma AG
Untermattweg 8, 3027 Bern
Tel. 031 996 96 27
E-Mail: mischa.wyssmann@solvay.com

und

Dr. Manuela Gschwend
Medical Adviser ZNS/ORL, Solvay Pharma AG
Untermattweg 8, 3027 Bern
Tel. 031 996 96 32
E-Mail: manuela.gschwend@solvay.com


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Schwindel - Die Welt gerät aus den Fugen

Jeder zehnte Patienten beklagt sich beim Allgemeinpraktiker über Schwindel. In der Schweiz sind das rund 200’000 bis 300’000 Personen, die aus diesem Grund ihren Hausarzt aufsuchen. Durchblutungsfördernde Medikamente aber auch spezielle Physiotherapie-Übungen können die Lebensqualität betroffener Patienten stark verbessern.

Chronische Schwindelsymptome oder wiederholt auftretende Schwindelattacken mit Übelkeit und Erbrechen sind für die Betroffenen eine grosse physische und psychische Belastung. Die Patienten fühlen sich dem Geschehen hilflos ausgeliefert. Viele geraten dabei in Angst und Panik. Besonders ältere Patientinnen und Patienten klagen häufig über Schwindel. Es erstaunt darum nicht, dass unter allen Krankheitszeichen - nach Kopfschmerz - Schwindel als häufigster Grund genannt wird, der die Menschen zum Arztbesuch veranlasst.


Was genau ist Schwindel?

Fragt man Betroffene, was sie unter Schwindel verstehen und wie sie die Schwindelattacken erleben, erhält man viele unterschiedliche Antworten. Es werden zum Beispiel Gefühle wie Taumeligkeit, Schwanken oder Schwarzwerden vor den Augen beschrieben. Manche haben während des Schwindelanfalls den Eindruck, als ob sie sich in einem fahrenden Fahrstuhl befänden, ihnen der Boden unter den Füssen weggezogen wird oder sich alles im Kreis dreht. Allgemein gesagt stellt sich Schwindel immer dann ein, wenn das Hirn im Unklaren über die Orientierung des Körpers im Raum ist. Dies geschieht, wenn mehrere Sinne gegensätzliche Informationen an das Hirn liefern. Nehmen wir beispielsweise bei einer Schifffahrt mit den Augen wahr, dass wir gerade stehen, der Gleichgewichtssinn aber meldet, dass wir hin und her schwanken, wird uns schwindlig.




Häufige Ursachen für Schwindel:

Die Organe, die für das Gleichgewichtsempfinden verantwortlich sind, liegen im Innenohr. Über Nervenbahnen stehen sie mit dem Gehirn in Verbindung und werden, wie der gesamte Körper, durch das Kreislaufsystem mit Blut versorgt. Liefern mehrere Sinne gegensätzliche Informationen an das Hirn, z.B. wenn in der Durchblutung des Innenohrs eine Störung auftritt, kann das zu Schwindelanfällen führen. Die Ursachen dieser Störung wiederum können sehr verschieden sein: Verspannte Muskeln, Veränderungen in der Halswirbelsäule, allgemeine Kreislaufprobleme oder auch Engpässe der Blutgefässe, welche zu einer Minderdurchblutung im Innenohr führen.


Eine Auswahl der häufigsten Schwindelursachen sind:

  • ein gutartiger vorübergehender Lagerungsschwindel
  • Morbus Menière (eine Erkrankung mit den Hauptsymptomen Schwindel, Ohrensausen und Schwerhörigkeit), eine Entzündung der Gleichgewichtsnerven
  • eine Minderdurchblutung im Hirn
  • ein Hirnschlag
  • ein Tumor, Epilepsie, Migräne oder eine Entzündung bestimmter Hirnregionen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Augenprobleme
  • Psychische Ursachen z.B. bei Depression oder Angstzuständen
  • Kopf- oder Nackenverletzungen, sowie Nebenwirkungen diverser Medikamente

Schwindel - nur Symptom und nicht Krankheit

Grundsätzlich handelt es sich bei Schwindel immer um ein Symptom einer Krankheit. Schwindelgefühle zeigen dem Patienten auf, dass eine Störung in einem anderen Bereich, z.B. bei seinen Sinnesorganen (Ohren oder Augen), dem zentralen Nervensystem (z.B. bei einem Schlaganfall) oder auch im Herz-/ Kreislaufbereich vorliegt. Manchmal wird Schwindel auch von Schmerzen begleitet, welche auf eine organischen Erkrankung hinweisen. Tritt Fieber zusammen mit Schwindel auf, deutet dies auf einen Infekt oder eine Entzündung hin.


Welcher Arzt ist der richtige?

Die große Herausforderung für den Arzt besteht darin, eine korrekte Diagnose zu stellen. Dies ist um so schwieriger wenn man weis, dass etwa hundert verschiedene Krankheiten von Schwindel begleitet werden können. Da die Ursachen der Schwindelsymptome derart vielfältig und schwierig zu interpretieren sind, ist eine genaue Abklärung beim Hausarzt immer angezeigt. Häufig wird dieser den Patienten an einen Spezialisten verweisen. Dies können Hals-Nasen-Ohren-Ärzte bei Ohrerkrankungen, Neurologen bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems aber auch Kardiologen oder Internisten sein.


Medikamentöse Behandlung sinnvoll

Natürlich sollte in erster Linie die Schwindel verursachende Störung behandelt werden. Kann die Ursache selbst nicht behandelt werden, ist es dennoch in der Mehrzahl der Fälle möglich, die Schwindelsymptome mit Medikamenten zu verbessern. Neben den Behandlungsmethoden mit durchblutungsfördernden Medikamenten, nimmt auch die vestibuläre Physiotherapie eine signifikante Stellung in der Rehabilitation der Schwindelpatienten ein. Die vestibuläre Physiotherapie versucht mit Hilfe von Gymnastikübungen die noch funktionierenden neurosensoriellen Systeme so zu trainieren, dass sie die Funktionen der "mangelhaften" Systeme übernehmen können. Bei einigen chronischen Krankheiten des Innenohrs wie z.B. Morbus Ménière wird nebst der medizinischen Therapie allenfalls auch ein chirurgischer Eingriff vorgenommen.

Als Grundsatz gilt: Nehmen sie Schwindelanfälle nicht einfach auf die leichte Schulter. Gehen sie zum Arzt und lassen sie sich über mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten beraten.

Mischa Wyssmann | pte.online

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