Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MIT-Forscher züchten Knorpelzellen auf "Designer"-Gel

16.07.2002


Einsatz bei Osteoarthrose und Sport-bedingten Knorpelschäden

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine neuartige Technologie zur Reparatur von Knorpeln entwickelt. Von der Entwicklung sollen neben Patienten mit der degenerativen Gelenkserkrankung Osteoarthrose auch Personen mit Sport-bedingten Knorpelschädigungen profitieren. Über die Fortschritte auf dem Gebiet der Gewebezüchtung "Tissue Engineering" berichtet das Team um John Kisiday im Fachmagazin Proceedings of the National Acacdemy of Sciences (PNAS).

Die Technik umfasst die Züchtung von Knorpelzellen in einem neuen "Designer"-Gel außerhalb des Körpers. Das Zell-durchsetzte Gel wird in das geschädigte Gelenk gepflanzt. Das wachsende Gewebe soll sich anschließend in den umgebenden, gesunden Knorpel integrieren. Das Gel baut sich langsam ab und übrig bleibt, läuft alles nach Plan, ein funktionierendes Gewebe. Das MIT-Team hofft, dass das "Knorpel-Gel" mittels Arthroskopie implantiert werden kann. Diese minimal invasive Operationsmethode sei nicht nur kostengünstiger, sondern verkürze auch die Genesungszeit des Patienten.

Obwohl das auf diesem Weg gezüchtete Gewebe erst im Tiermodell getestet werden muss, "ist es bereits nachgewiesen, dass es die mechanischen und biochemischen Eigenschaften eines natürlichen Knorpels besitzt", erklärte MIT-Forscher Alan Grodzinky. Derzeit existiert lediglich ein einziges von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassenes Verfahren für die Reparatur von Knorpelschäden. Bei dieser Methode wird dem Patienten eine kleine Zahl an Knorpelzellen entnommen, außerhalb des Körpers vermehrt und in die geschädigte Region implantiert. "Die Methode ist mit rund 30.000 Dollar allerdings teuer und resultiert nicht in der Wiederherstellung von echtem Knorpelgewebe", gibt Grodzinksy zu bedenken.

Die Knorpelzellen wachsen in einem Hydrogel-Gerüst, wie es bereits seit Jahren in der regenerativen Biologie und Medizin eingesetzt wird. Das Gel ist biokompatibel und kann für verschiedene Zwecke maßgeschneidert werden. Die Gefahr, dass über das Hydrogel Viren zum Gewebe weitergereicht werden, wird dadurch verhindert, dass die Peptide des Gels nicht aus Geweben von Tieren stammen. Obwohl die Voraussetzungen für eine zukunftsträchtige Knorpel-Reparatur gegeben scheinen, gibt es noch einige Hürden zu überwinden. "Noch ist zum Beispiel nicht klar, zu welchem Zeitpunkt das Zellgerüst implantiert werden soll", sagte Grodzinksy.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu
http://www.pnas.org
http://www.fda.gov

Weitere Berichte zu: Gewebe Knorpelzelle MIT-Forscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics