Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entwickeln Anti-Strahlen-Medikament

11.04.2008
CBLB502 unterdrückt Auslöser für den Zelltod

Ein Medikament, das den Körper gegen die Schädigung durch Strahlung schützen soll, wird derzeit von Wissenschaftlern des Lerner Research Institute entwickelt. CBLB502 soll die Strahlenbehandlung für Krebspatienten sicherer machen und könnte auch beim Abwurf einer so genannten "schmutzigen Bombe" oder einer nuklearen Katastrophe zum Einsatz kommen. Das Medikament wurde bisher nur an Versuchstieren getestet. Es aktiviert einen biologischen Mechanismus, der gesunden Zellen hilft, die Belastung durch Strahlen zu überleben. Klinische Tests sind derzeit in Vorbereitung. Details der Forschungsergebnisse wurden in Science veröffentlicht.

Strahlung tötet Zellen ab, indem eine Schädigung hervorgerufen wird, die die Zellen zum Selbstmord anregt. Gesunde Zellen können bei der Bestrahlung von Tumorzellen jedoch genauso in Mitleidenschaft gezogen werden. Radiologen versuchen daher die Krebszellen so genau wie möglich ins Visier zu nehmen. Das neue Medikament wurde nach der Arbeit mit gegen die Bestrahlung resistenten Krebszellen entwickelt. Es unterdrückt das Protein, das den programmierten Zelltod auslöst. Tierversuche ergaben, dass CBLB502 die gesunden Zellen im Knochenmark und im Verdauungstrakt schützt. Die Tumorzellen sprachen jedoch weiterhin auf die Behandlung an.

Mäusen und Affen, denen das Medikament zwischen 45 Minuten und 24 Stunden vor dem Kontakt mit einer normalerweise tödlichen Strahlungsdosis verabreicht wurde, überlebten eher oder lebten länger als nicht behandelte Tiere. Ein Risiko bei der Verhinderung des Zelltodes besteht darin, dass auch geschädigte Zellen überleben könnten, die später kanzerös werden, so die BBC. Bei den durchgeführten Tests konnten dafür aber keine Anzeichen gefunden werden. Offensichtliche Nebenwirkungen wurden ebenfalls nicht nachgewiesen.

Der Schutz der gesunden Zellen gegen die Strahlung sollte bei Krebspatienten eine längere Bestrahlungsdauer und eine höhere Dosierung ermöglichen. Ausgangspunkt der Forschung war laut Andrei Gudkov den gesunden Zellen die Möglichkeit zu geben, sich durch das Imitieren der Fähigkeiten der Tumorzellen gegen den Zelltod zu wehren. Dafür war es jedoch notwendig, diesen Effekt temporär begrenzbar und reversibel zu machen.

"Wir haben nachgewiesen, dass das Medikament vor und nach dem Kontakt mit Strahlung wirksam ist."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lerner.ccf.org

Weitere Berichte zu: Krebspatient Strahlung Tumorzelle Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik