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Diabetes vorbeugen - Lebensstiländerung schützt nicht jeden gleich gut

20.02.2008
Rund um den Globus nimmt die Zahl der Typ-2-Diabetiker dramatisch zu. Neben der Vererbung spielen auch der Lebensstil und die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung.

Nach Ansicht von Professor Dr. Hans-Ulrich Häring vom Universitätsklinikum Tübingen sind Ernährungsumstellung und Bewegungsprogramme sinnvolle Vorbeugemaßnahmen. Allerdings gäbe es so genannte Non-Responder, denen zum Beispiel eine Diät oder Sport weniger hilft als anderen.

"Risikopersonen für einen Typ-2-Diabetes sprechen auf Präventionsmaßnahmen unterschiedlich gut an", erklärte der Mediziner auf einem Diabetes-Symposium am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Mitte Februar 2008 in Potsdam. Mit Hilfe des 2003 begonnenen Tübinger Lebensstil-Interventions-Programms (TULIP) will Häring Faktoren ausfindig machen, mit denen man vorhersagen kann, ob ein Patient trotz Lebensstiländerung Diabetes bekommt.

Zum Beispiel gibt der Blutspiegel des Hormons Adiponectin Auskunft darüber, ob eine Lebensstiländerung die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen erhöht und damit die Diabeteswahrscheinlichkeit senkt. Später wollen die Tübinger Experten für Non-Responder spezielle Programme entwerfen, zum Beispiel, in dem sie frühzeitiger an Medikamente herangeführt werden.

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In Hinblick auf die Wirksamkeit vieler Supplemente, die für die Diabetesvorbeugung und -therapie beworben werden, zog Professor Dr. Hannelore Daniel von der Technischen Universität München eine ernüchternde Bilanz. Unter den Präparaten befänden sich zum Beispiel antioxidative Vitamine (Vitamin E und C, ß-Carotin) und Selen. In Langzeitstudien und Meta-Analysen gehe der Nutzen der antioxidativen Vitamine "gegen null", betonte die Ernährungswissenschaftlerin.

Im Rahmen der "Nutritional prevention of cancer"-Studie war das Risiko an Diabetes zu erkranken in der Gruppe mit den höchsten Selenspiegeln sogar erhöht. Zu anderen Produkten wie Zimt- und Curcuminpräparaten sei die Datenlage sehr schlecht, es gäbe kaum kontrollierte Studien am Menschen. Mit den sekundären Pflanzenstoffen komme eine neue Welle von Stoffen auf den Markt. "Sie sollen nun bringen, was die antioxidativen Vitamine nicht vermocht haben", prophezeite Daniel.

Stephanie Wetzel | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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