Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„SkIn Staph“ sucht neue Wege gegen Hautinfektionen

30.01.2008
BMBF fördert Forschungsnetz am UKM mit 2,7 Millionen Euro

Er zählt zu den häufigsten Erregern für eine Infektion und kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen: der Mikroorganismus „Staphylococcus aureus“, kurz: S. aureus. Am Universitätsklinikum Münster (UKM) hat sich daher im vergangenen Jahr das Forschungsnetzwerk „SkIn Staph“ gegründet, um langfristige und effektive Abwehrstrategien gegen diesen Erreger zu finden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das neu gegründete Netzwerk mit rund 2,7 Millionen Euro im Rahmen der Forschungsnetze zur Empfänglichkeit und Resistenz gegenüber Infektionen.

Koordiniert wird die Arbeit des Netzwerkes durch Prof. Cord Sunderkötter an der Hautklinik des UKM. Unter dem Titel:„Die Haut – Barriere und Ziel für Staphylococcus aureus: von der Kolonisierung zur invasiven Infektion (SkIn Staph)“ wollen die Wissenschaftler systematisch die verschiedenen Schritte der Infektion erforschen und wirkungsvolle Abwehrstrategien entwickeln.

Voraussetzung einer Infektion mit S. aureus ist die Ansiedlung des Erregers auf der Haut oder der Schleimhaut. Bietet der Körper durch Verletzungen oder Krankheiten S. aureus eine Eintrittspforte, können die Bakterien von dort zunächst Wundinfektionen, dann Weichteilinfektionen oder gar eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.

... mehr zu:
»Blutvergiftung »Infektion

Am Münsteraner Universitätsklinikum wird nun erforscht, welche Abwehrmechanismen im Hautgewebe bei manchen Patienten schwächer ausgeprägt sind und warum sich spezielle Stämme des Erregers bei der Besiedlung der Haut durchsetzen können. Die Wechselwirkungen zwischen S. aureus, anderen lokalen Bakterien und den Leukozyten („Weiße Blutkörperchen“) der Haut können dabei mit den neuen Methoden der Genomik und Proteomik (Erforschung der Proteine) erforscht werden.

Am UKM kommen die beteiligten Wissenschaftler aus der Medizinischen Mikrobiologie (Prof. Christof von Eiff, Prof. Karsten Becker, Prof. Georg Peters), dem Institut für Experimentelle Dermatologie (Prof. Johannes Roth, Dr. Jan Ehrchen) und der Hautklinik (Prof. Thomas Luger, Prof. Stefan Beissert, Prof. Martin Steinhoff).

Zudem arbeiten in dem Forschungsnetzwerk Wissenschaftler aus den Universitäten in Kiel, Bonn, Tübingen, Homburg, Giessen und aus dem Helmholtzzentrum für Infektionsforschung in Braunschweig mit. Arbeitsschwerpunkte dieser Netzwerkmitglieder sind vor allem die Wechselwirkung des Erregers mit dem Hautgewebe, die Vorgänge bei einer Blutvergiftung und die Suche nach Wegen, um die körpereigene Abwehr zu stärken.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Blutvergiftung Infektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie