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Kann zuviel Zimt unsere Gesundheit gefährden?

14.12.2007
Zimt ist nicht gleich Zimt: die Sorte ist entscheidend

Liegt der Geruch von Zimt in der Luft, denkt man unweigerlich an Weihnachten. Doch während die Vorweihnachtszeit in vollem Gange ist und es überall nach leckeren Gewürzen duftet, wird vor einem zu hohen Verzehr von Zimt gewarnt. Denn einige Zimtsorten enthalten hohe Gehalte an Cumarin, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Vor allem der chinesische Cassia-Zimt enthält größere Mengen dieses Aromastoffs. Der wertvollere Ceylon-Zimt weist hingegen geringere Konzentrationen auf. Gunda Backes, Ernährungsexpertin vom Gesundheitsportal phytodoc.de recherchierte die Hintergründe.




Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das das gesundheitliche Risiko von Cumarin in Lebensmitteln bewertet hat, besteht besonders bei sensiblen Personen die Gefahr einer Leber schädigenden Wirkung, die allerdings reversibel ist. Sowohl das BfR als auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) haben eine sogenannte „tolerierbare tägliche Aufnahmemenge“ festgelegt. Das ist die Menge, die man ein Leben lang aufnehmen kann, ohne gesundheitliche Schäden zu riskieren. Sie liegt bei 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag und gilt auch für besonders empfindliche Verbraucher. Das entspricht bei einem 70 kg schweren Mann etwa 7 Milligramm Cumarin am Tag. Während Erwachsene sich demzufolge circa 15 Zimtsterne schmecken lassen können, bedeutet dies für Kleinkinder jedoch, dass bereits drei (!) Zimtsterne den tolerierbaren Gehalt an Cumarin ausschöpfen, wenn diese die höchsten gemessenen Gehalte an Cumarin enthalten und die alleinige Cumarinquelle dar­stellen.

„Deshalb müssen wir aber noch lange nicht Zimtsterne vom Plätzchenteller verbannen oder auf Milchreis mit Zimt und Zucker verzichten. Wichtig ist aber besonders für Kinder, die gerne und viel Zimt essen, dass möglichst Ceylon-Zimt verwendet wird, um höhere Belastungen mit Cumarin zu vermeiden.“, erläutert Gunda Backes. Fazit: Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten und Horte sollten zimthaltiges Gebäck nur in Maßen und nach Rücksprache mit den Eltern anbieten.

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Hätten Sie es gewusst? Zimt wird auch in der Naturheilkunde eingesetzt und soll beispielsweise bei Typ-2-Diabetes helfen. Mehr Infos darüber, warum Zimt nicht gleich Zimt ist, und wie man ihn ohne Gesund­heitsschädigungen genießt, finden Sie unter: http://www.phytodoc.de/news/

(Die Ernährungsexpertin: Dr. Gunda Backes veröffentlicht ihre Expertentipps monatlich auf Phytodoc. Sie studierte Ökotrophologie an der Universität Bonn und spezialisierte sich am Institute of Food Research, Reading (UK) und Istituto di Microbiologia agraria, Bari (I). Sie war unter anderem Pressesprecherin des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam- Rehbrücke (DlfE) und arbeitet als Fachjournalistin und Referentin in Berlin. www.nutricomm.de)

Über PhytoDoc:

Das Gesundheitsportal PhytoDoc bietet gesundheitsbewussten Verbrauchern wissenschaftlich gesicherte und umfassende Informationen rund um Gesundheit, Prävention, Heilpflanzen und Naturheilverfahren. Die Themenbereiche richten sich an Patienten, Mediziner und Heilpraktiker. Im Fokus stehen regelmäßig die Themen Naturheilverfahren, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel.

Zimt – Basiswissen
Es gibt die Sorten Cassia- und Cylon-Zimt. Da nur der Cassia-Zimt hohe Cumaringehalte aufweist, sollte bevorzugt Ceylon-Zimt benutzt werden. Die Unterscheidung ist bei Zimtstangen einfacher, denn bei Cassia-Zimt ist eine relativ dicke Rindenschicht zu einem Röllchen geformt. Ceylon-Zimt ähnelt dagegen im Querschnitt einer angeschnittenen Zigarre, in der mehrere feine Rindenlagen zu einer Zimtstange gerollt sind. Leider ist die Herkunft des Zimts auf der Verpackung oft nicht deklariert, teilweise sind die Angaben auch falsch.

Kontakt zur PhytoDoc Ltd. über info@phytodoc.de, Tel. 06221-8946695.

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