Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angeborene Immunabwehr kontrolliert erworbenes Immunsystem

23.11.2011
Natürliche Killerzellen regulieren T-Zell-Immunantwort während der frühen Phase einer akuten Virusinfektion / Veröffentlichung in Nature

Forscher zeigten erstmals auf, dass bestimmte Zellen der angeborenen Immunabwehr, so genannte Natürliche Killerzellen, die erworbene Immunabwehr regulieren können – und so dafür sorgen, dass eine Virusinfektion nicht zu schwach, aber auch nicht zu stark bekämpft wird.

Dieses Ergebnis veröffentlichte jetzt die renommierte Fachzeitschrift Nature. Mitautor ist Privatdozent Dr. Markus Cornberg, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Zellen der angeborenen Immunabwehr können Krankheitserreger bekämpfen, ohne dass der Organismus vorher mit den Keimen Kontakt gehabt haben muss. Zellen der spezifischen, also erworbenen Immunabwehr lernen eingedrungene Erreger kennen und wehren sie dann gezielt ab. Bisher war bekannt, dass beide Immunsysteme kooperieren. Doch die jetzt beschriebene Zusammenarbeit ist neu.

„CD4-Helferzellen und zytotoxische CD8 T-Zellen, die zur erworbenen Immunabwehr gehören, können Viren eliminieren, aber auch Entzündungen verursachen. Daher ist eine balancierte Regulation der Immunantwort entscheidend für Verlauf und Ausgang einer Virusinfektion“, sagt PD Dr. Cornberg. Am Beispiel einer bestimmten Infektion konnte er mit anderen Forschern im Mausmodell zeigen, dass Natürliche Killerzellen in der Frühphase der Infektion CD4-Helferzellen eliminieren können. Diese CD4-Helferzellen unterstützen eigentlich die CD8 T-Zellen bei der Elimination des Virus. Durch diesen „Eingriff“ der Natürlichen Killerzellen erschöpfte sich die T-Zell-Immunabwehr schneller, was zur Chronifizierung führte, aber auch Entzündungen verhinderte. Ohne Natürliche Killerzellen kam es zu einer verstärkten T-Zellantwort und zu Multiorganversagen.

„Detaillierte Erkenntnisse über die komplexe Immunregulation können bei akuten Virusinfektionen wie zum Beispiel einer schwer verlaufenden Virusgrippe oder aber einer fulminanten Virushepatitis von Bedeutung sein. Eventuell können aus unseren Forschungsergebnissen in Zukunft therapeutische Ansätze entwickelt werden“, sagt PD Dr. Cornberg. Er war an dieser Arbeit beteiligt, indem er wesentlich zur Entwicklung des Infektionsmodells beigetragen hat. Die experimentellen Arbeiten wurden an der University Medical School in Worcester, Massachusetts, USA, durchgeführt. In seinem MHH-Team untersucht PD Dr. Cornberg, ob die Erkenntnisse eine Bedeutung bei akuten Virushepatitisinfektionen im Menschen haben.

Weitere Informationen erhalten Sie von Privatdozent Dr. Markus Cornberg, Cornberg.Markus@mh-hannover.de, Telefon: (0511) 532-6821 oder 0176 15326821.

Die Originalarbeit finden Sie unter: http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature10624.html

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie