Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Äthiopische Pflanzen im Fokus der Pharmazie

04.04.2012
Das Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) freut sich über eine Förderzusage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), die zur Stärkung seiner Partnerschaft mit der School of Pharmacy der Addis Ababa University (AAU) beitragen wird.
Innerhalb des Programms „Welcome to Africa“ unterstützt der DAAD bis 2015 mit knapp 300.000 Euro die Forschungsplattform „Entwicklung von Phytopharmaka und pharmazeutischer Hilfsstoffe auf Basis äthiopischer Pflanzen“.

Unter 80 eingereichten Anträgen fiel die Entscheidung der Jury auf elf Projekte, dabei konnte sich das hallesche Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Kaleb Asres (AAU) und Prof. Dr. Dr. Reinhard Neubert (MLU) durchsetzen. „Es geht darum, äthiopische Pflanzen zu identifizieren, die seit langem in der Volksheilkunde eingesetzt werden“, sagt Professor Neubert.
„Aus diesen Pflanzen sollen an der AAU deutsche und äthiopische Studenten die potentiellen Inhaltsstoffe extrahieren.“ In Halle erfolge später die analytische Bestimmung der Strukturen der Inhaltsstoffe mit Hilfe von analytischen Hochleistungsmethoden.

„Wissenschaftler und Postdoktoranden von der School of Pharmacy kommen nach Halle, um diese Forschungsarbeiten durchzuführen“, beschreibt Neubert das Vorhaben. Weiterhin sollen pharmazeutische Hilfsstoffe, z. B. Stärke zur Herstellung von festen Arzneiformen und pflanzliche Ceramide zur Behandlung von Hautkrankheiten, aus äthiopischen Pflanzen gewonnen werden. Diese Stoffe werden dann systematisch in Halle hinsichtlich ihrer Eigenschaften getestet und in pharmazeutische Formulierungen - wie Tabletten und Salben - eingearbeitet.

Die Forschungsplattform wird von der MLU durch Bereitstellung von wissenschaftlichen Geräten und Laborplätzen sowie einer Kofinanzierung unterstützt, denn die AAU gehört zu den strategischen Partnern innerhalb der neu gefassten Internationalisierungsstrategie für die MLU.

Das Institut für Pharmazie der MLU und die School of Pharmacy in Addis Abeba kooperieren bereits seit zwanzig Jahren. Ein Partnerschaftsabkommen gibt es seit zehn Jahren. Bisher wurden fünf Studenten der AAU am Institut für Pharmazie promoviert, sechs Masterstudenten haben die experimentellen Arbeiten für ihre Masterarbeit in Halle durchgeführt. Es besteht ein intensiver Austausch von Wissenschaftlern - gefördert über Humboldtstipendien und über DAAD-Projekte. Diese Aktivitäten ergeben eine ideale Basis für die jetzt vom DAAD unterstützte Forschungsplattform, die eine höhere Stufe der Partnerschaft der kooperierenden Institutionen darstellt und neue Wege der Kooperation und des Austauschs von Wissenschaftlern und Studenten eröffnet.

Die Addis Ababa University ist eine der größten und ältesten Hochschulen Afrikas. Sie wurde 1940 gegründet, gilt als exzellente akademische Einrichtung und zählt über 48.000 Studierende.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert
Institut für Pharmazie
Telefon: 0345 55 25000
E-Mail: reinhard.neubert@pharmazie.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.pharmazie.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Wolkenmacher“: Wie Unternehmen Vertrauen aufbauen

18.08.2017 | Unternehmensmeldung

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie