Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Theorie trifft Experiment: Neue DFG-Forschergruppe an der Uni Ulm

23.07.2010
Eine neue, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Gruppe an der Universität Ulm untersucht elektrochemische und elektrokatalytische Prozesse an der Grenzfläche von Elektroden und Elektrolyten. Diese Prozesse spielen zum Beispiel bei der Umwandlung und Speicherung von Energie in Batterien oder Brennstoffzellen eine wichtige Rolle.

Die Forschergruppe „Elementary reaction steps in electrocatalysis: Theory meets experiment“ wird für drei Jahre von der DFG mit 2,2 Millionen Euro gefördert.

„Wie der Gruppenname verrät, arbeiten bei uns Vertreter der Theoretischen und der Experimentellen Chemie zusammen. Die Universität Ulm ist für solche Kooperationen besonders gut geeignet, da es hier eine weltweit einzigartige Ansammlung von Theoretikern gibt, die an elektrochemischen Fragestellungen interessiert sind und die auf kompetente experimentelle Partner treffen“, erklärt der Sprecher des Projekts, Professor Axel Groß. Sieben weitere Ulmer Gruppenmitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen der Chemie und arbeiten mit Forschern der Technischen Universität München sowie der Universität Duisburg-Essen zusammen.

Obwohl Energiespeicherung zu den relevantesten Themen unserer Zeit zählt, haben Forscher die einzelnen mikroskopischen Schritte bei vielen scheinbar einfachen elektrokatalytischen Reaktionen noch nicht vollständig erfasst. Dabei erschwert die komplexe Struktur der Elektroden-Elektrolyt-Grenzfläche die experimentelle Aufklärung der Reaktionsschritte. Durch verbesserte Computerleistungen und genauere Algorithmen sind in den letzten Jahren allerdings enorme Fortschritte im theoretischen Verständnis dieser Prozesse gemacht worden. An diesem Punkt setzt die neue DFG-Forschergruppe an: „Früher hat sich die Theoretische Chemie häufig darauf beschränkt, experimentelle Beobachtungen zu erklären. In unserem aktuellen Projekt wollen wir Theoretiker, basierend auf quantenchemischen Verfahren, verlässliche Voraussagen über Strukturen und Prozesse bei der Elektrokatalyse machen“, erklärt Axel Groß. Durch die enge Verbindung von theoretischen Verfahren mit analytischen experimentellen Methoden sollen elementare Reaktionsschritte der Elektrokatalyse aufgeklärt werden. Insgesamt verfolge die Gruppe nicht unbedingt das Ziel, leistungsstärkere Brennstoffzellen oder Batterien zu entwickeln, sondern wolle in erster Linie zur Grundlagenforschung beitragen, die aber unbedingt notwendig für den technischen Fortschritt sei.

Um den Anwendungsbezug der Forschung zu gewährleisten, wollen die Wissenschaftler mit dem Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW) sowie mit dem zukünftigen Helmholtz-Institut für Grundlagen der elektrochemischen Energiespeicherung zusammenarbeiten. „Wir hoffen, dass unser Projekt nach Ablauf der drei Jahre verlängert wird und dass die Forschergruppe in Zukunft den Kern für weitere Verbünde im Bereich Energiespeicherung und –umwandlung bildet“, so Axel Groß.

Neben dem Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften, Professor Axel Groß, gehören die Ulmer Theoretiker Professor Wolfgang Schmickler, Privatdozent Dr. Timo Jacob und Dr. Elizabeth Santos der Forschergruppe an. Sie werden von Professor Eckhard Spohr an der Universität Duisburg-Essen unterstützt. Auf experimenteller Seite arbeiten die Ulmer Wissenschaftler Professor Jürgen Behm, Dr. Harry Hoster, Dr. Zenonas Jusy und Dr. Ludwig Kibler mit Professor Ulrich Stimming von der Technischen Universität München zusammen. Stimmig ist zugleich Honorarprofessor der Universität Ulm. Von der DFG-Förderung über 2,2 Millionen Euro gehen fast 1,9 Millionen Euro an die hiesige Universität.

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften