Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Leichtbau der Krise trotzen

22.04.2010
Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz hat in den vergangenen zwei Jahren 350 Arbeitsplätze durch anwendungsnahe Forschung geschaffen

Trotz der schweren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der TU Chemnitz in den vergangenen zwei Jahren gelungen, mit industriellen Partnern 350 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) können von dem Erfolg profitieren, denn mehr als 200 der neuen Stellen entstanden bei ihnen. "Ausschlaggebend waren dafür die grundlagen- und anwendungsorientierten Forschungsprojekte zu Leichtbauverbunden, Systemleichtbau, Ressourceneffizienz und Bauteilen aus nachwachsenden Rohstoffen", berichtet Prof. Dr. Lothar Kroll, Inhaber der Professur.

"Spezialisiert ist die Professur SLK auf industrienahe Entwicklung von Hochleistungsbauteilen, die optimal an die geforderten Belastungen angepasst sind, sowie von zugehörigen Herstellungstechnologien. Vor allem auf den Gebieten der prozessgerechten Gestaltung, Auslegung und Verarbeitung von funktionsintegrierenden Strukturen aus Verbundwerkstoffen liegen langjährige Erfahrungen vor", sagt Kroll. Durch eine breit aufgestellte Ausrichtung können die Wissenschaftler durchgängige Prozessketten für faser- und textilverstärkte Leichtbauverbundstrukturen erforschen, praxisgerecht abbilden und validieren. "Die Professur SLK verfügt über einen besonderen Technologievorsprung, der sich auch aus dem 2009 gegründeten Zentrum Integrative Leichtbautechnologien ZIL ableiten lässt", so Kroll.

Im Vordergrund stehen hier neue großserientaugliche Technologien für Hochleistungsbauteile mit Textilverstärkung. Diese Faserverbundbauteile haben ein großes Leichtbaupotenzial und sind deshalb vor allem im Automobil-, Schienenfahrzeug- und Schiffsbau sowie in der Luft- und Raumfahrt gefragt Das ZIL hat sich bereits zum Forschungspartner etabliert, sowohl für regionale und nationale Unternehmen als auch für Weltmarktführer, wie die KraussMaffei Technologies GmbH.

Ein aktuelles Forschungsvorhaben der Professur SLK ist das Verbundprojekt FENAFA mit 15 Partnern. FENAFA steht für "Ganzheitliche Bereitstellungs-, Verarbeitungs- und Fertigungsstrategien von Naturfaserrohstoffen". Das Projekt wird bis 2012 mit drei Millionen Euro gefördert. Die Chemnitzer Forscher setzen dabei spezielle Faserstängel für die Fahrzeuginnenverkleidung ein. Vorteile sind unter anderem geringere Emissionen und Kosten sowie eine verbesserte Crash-Beständigkeit.

"Durch die starke Präsenz namhafter Industrieunternehmen auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette wird eine einmalige Plattform für die angestrebte Vermarktung der entwickelten Technologien und Produkte geschaffen", so Dr. Wolfgang Nendel, stellvertretender Leiter der Professur SLK.

Außerdem ist die Professur am Spitzencluster "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovation in der Produktionstechnik" (eniPROD) beteiligt, das an der TU Chemnitz und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) angesiedelt ist und durch die sächsische Landesexzellenzinitiative mit 35 Millionen Euro geförderten wird. "Anliegen des Spitzenclusters ist es, durch die Bündelung der am Wissenschaftsstandort Chemnitz vorhandenen exzellenten Forschungsbereiche einen national und international sichtbaren Beitrag zur Umsetzung der Vision einer nahezu emissionsfreien Produktion bei gleichzeitiger Reduzierung des Energiebedarfs und Erhöhung der Ressourceneffizienz zu leisten", sagt Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Leiter des Spitzenclusters.

Ein neues Forschungsfeld der Professur SLK ist der Zwei-Komponenten- Mikrospritzguss, mit dem sich verschiedene Kunststoffe in einem Verfahrensschritt zu komplexen Hybridbauteilen verarbeiten lassen, wodurch aufwändige Montageprozesse entfallen. Damit können der Zeitaufwand, die Herstellungskosten und die Rohstoffmengen deutlich reduziert und die Bauteileigenschaften und -qualität gesteigert werden.

Außerdem lassen sich im Fertigungsprozess Elektronikkomponenten wie Sensoren und Aktoren im Bauteil integrieren, was beispielsweise im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der TU Chemnitz geförderten Sonderforschungsbereich/Transregio 39 PT-PIESA genutzt wird.

Die Professur im Internet: http://www.strukturleichtbau.net

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Lothar Kroll, Telefon 0371 531-35706, E-Mail lothar.kroll@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/
http://www.strukturleichtbau.net

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise