Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Spinnenseiden-Fasern mit naturidentischen mechanischen Eigenschaften

12.03.2013
Erstmals ist es gelungen, aus biotechnologisch erzeugten Proteinen Spinnenseiden-Fasern herzustellen, die naturidentische mechanische Eigenschaften aufweisen.

Die künstliche Spinnenseide mit dem markenrechtlich geschützten Namen „Biosteel“ ist ein Produkt der Firma AMSilk und beruht wesentlich auf Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Prof. Dr. Thomas Scheibel am Lehrstuhl Biomaterialien der Universität Bayreuth.


Ein hochleistungsfähiges Produkt: Spinnenseide aus künstlich hergestellten Fasern mit naturidentischen mechanischen Eigenschaften.
Bild: Fa. AMSilk, Planegg/Martinsried; zur Veröffentlichung frei.

Im Beisein des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Martin Zeil, wurde die neue Spinnenseide am 11. März 2013 auf einer Pressekonferenz am Unternehmensstandort in den Räumen der IZB in Planegg/Martinsried vorgestellt. "Hier zeigt sich ganz konkret, wie der bayerische Innovationsmotor läuft", erklärte Minister Zeil in seiner Begrüßungsansprache.

Die Entwicklung von "Biosteel" stellt einen materialwissenschaftlichen und technologischen Durchbruch dar, dem langjährige intensive Forschungsarbeiten vorausgegangen sind. Prof. Scheibel und seine Mitarbeiter haben zusammen mit der Firma AMSilk die Untersuchungen zur Herstellung von Spinnenseide mithilfe gentechisch veränderter Organismen systematisch vorangetrieben und innovative Anwendungen erschlossen.

Vor allem in medizinischen und pharmazeutischen Produkten, Kosmetika, Verbundwerkstoffen und technischen Textilien wird die neue Spinnenseide zum Einsatz kommen. Die Firma AMSilk hat ein spezielles Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, die Eigenschaften künstlicher Spinnenseide im Industriemaßstab gezielt den gewünschten Anwendungen anzupassen.

Damit stehen die Türen weit offen für die Entwicklung neuartiger Hochleistungsmaterialien, zum Beispiel von Beschichtungen, Schäumen und Gelen, Vliesstoffen, Fasern und Garnen. Dabei zeichnet sich Spinnenseide durch extreme Festigkeit und hohe Dehnbarkeit aus – eine Kombination von Eigenschaften, die von herkömmlichen Fasern bisher nicht erreicht wird und die Wahl des Namens "Biosteel" inspiriert hat. Spinnenseide kann dreimal so viel Energie aufnehmen wie Nylon, bevor sie reißt. Zudem ist Spinnenseide nachhaltig herstellbar, recycelbar und – da sie keine Immunreaktionen auslöst – auch medizinisch unbedenklich.

"Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an dieser zukunftsweisenden Entwicklung mitgearbeitet haben, können heute mit Freude und Stolz darauf zurückblicken", erklärt Prof. Scheibel. "Dabei hat sich die enge Zusammenarbeit zwischen der universitären Forschung und den Entwicklungslaboratorien der Firma AMSilk ausgesprochen bewährt." Heute arbeiten mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem 2008 gegründeten Unternehmen, sie unterhalten enge Kontakte zu den Laboratorien des Bayreuther Lehrstuhls Biomaterialien.

Kontaktadresse für weitere Informationen:

Prof. Dr. Thomas Scheibel
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Biomaterialien
Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 / 55-7360
E-Mail: thomas.scheibel@uni-bayreuth.de

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften