Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Korrosionsschutz von Biogasanlagen auf der Spur

30.08.2012
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe unterstützt Forschungsprojekt der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn mit 225.000 Euro

Biomasse ist ein Baustein für die Energiewende in Deutschland und auch als Wirtschaftsfaktor sind Biogasanlagen nicht zu vernachlässigen. Rund 7400 Biogasanlagen erwirtschafteten 2011 bundesweit sieben Milliarden Euro und produzierten 3 Prozent des deutschen Stroms.

Die metallischen Komponenten der Biogasanlagen sind jedoch korrosionsanfällig. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe finanziert daher mit 225.000 Euro ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn mit dem Ziel, langfristig korrosionsbeständigere Werkstoffe für Biogasanlagen einzusetzen.

Mit Korrosion kennt sich Prof. Dr. Ralf Feser aus. Wann immer Fälle von Loch-, Spannungsriss-, Spalt- oder mikrobiologischer Korrosion auftreten, wird der Experte von der Iserlohner Fachhochschule mit seinen Mitarbeitern gerne zu Rate gezogen. Mikrobiologisch beeinflusste Korrosion lässt sich auch bei Biogasanlagen feststellen. Schadensfälle weisen darauf hin, dass die bisher verwendeten Werkstoffe allzu anfällig für diese Form der Korrosion sind. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe finanziert für die nächsten drei Jahre mit 225.000 Euro ein Forschungsprojekt zur Prüfung des Materialeinsatzes in Biogasanlagen.

„Bevor wir jedoch Werkstoffe suchen, die unter den speziellen Bedingungen einer Biogasanlage und den ablaufenden Vergärungsprozessen beständig sind, müssen wir das Korrosionsverhalten in diesen Anlagen erst einmal kennenlernen und verstehen“, berichtet Feser. Aus laufenden Maissilage-Anlagen werden daher Schadensproben entnommen und zunächst im Hochschullabor untersucht. „Das gibt uns Aufschluss über die für Biogasanlagen typischen Korrosionserscheinungsformen“, erklärt der Experte, „wir können dann die Schäden im Labor qualifiziert nachstellen“. Dabei gilt es die Korrosionsbelastung und die Betriebsbedingungen so nachzustellen, dass die Praxis beschleunigt und naturgetreu abgebildet wird. Feser: „Wir simulieren also einen beschleunigten Korrosionsangriff und lassen die Prozesse im Schnelldurchlauf ablaufen“. Kombiniert werden die Laborversuche mit realen Korrosionsversuchen in bestehenden Biogasanlagen.

Projektpartner von Prof. Feser sind die APMA Services GmbH in Saarlouis, die LUFA Nord-West in Oldenburg, das Institut für Landtechnik und Tierhaltung in Freising und die Amtliche Materialprüfungsanstalt in Bremen. „Auf der Grundlage der untersuchten Korrosionsmechanismen, insbesondere der mikrobiologisch beeinflussten Korrosion auf Stahloberflächen, werden wir dann Handlungsempfehlungen für den zukünftigen Materialeinsatz geben können“, sind sich die Projektpartner sicher. „Darüber hinaus“, ergänzt Feser, „liefern unsere Ergebnisse die Grundlage, um sich optimaler mit dem Einfluss des Materialeinsatzes auf die Effizienz und Stabilität des Biogasprozesses zu beschäftigen, denn wie bei jeden Kraftwerk, muss man dafür sorgen, dass sie störungsfrei laufen“.

Das Projekt (Förderkennzeichen: 22034511) wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops