Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In diesen Verpackungen bleibt nichts hängen

04.09.2007
Oft hilft nur Schütteln und Klopfen, um den letzten Rest Ketchup aus der Flasche zu bringen. Bald wird auch dieser widerstandslos neben das gegrillte Steak tropfen - dank einer speziellen Beschichtung der Verpackung.

Man kennt es von Ketchup oder Mayonnaise: Trotz Schütteln und Klopfen bleiben Reste in der Flasche. Teilweise stecken noch bis zu 20 Prozent des Inhalts in den Verpackungen, wenn diese in den Mülleimer wandern. Ärgerlich ist das nicht nur für den Verbraucher, sondern auch beim Recycling: Die Reste müssen zunächst aus den Verpackungen entfernt werden. Das ist teuer, verbraucht viel Wasser und Zeit. Handelt es sich bei den Produkten um Arzneien, Chemikalien oder Pflanzenschutzmittel, müssen die heraus gespülten Reste zudem entsprechend entsorgt werden.

Ein Projekt der Fraunhofer-Institute für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising und für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, der Technischen Universität München und verschiedenen Industriepartnern soll diesem Dilemma ein Ende bereiten. Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert. "Wir entwickeln Verpackungen, die die verbleibenden Reste mindestens auf die Hälfte reduzieren", sagt Dr. Cornelia Stramm, Leiterin des Geschäftsfeldes Funktionsfolien am IVV. Dazu bringen die Forscher dünne Schichten von maximal 20 Nanometern auf die Innenseite der Verpackung auf. "Die Schichten erzeugen wir aus einem Plasma, wie man es von Neonröhren kennt", erklärt Dr. Michaela Müller, Wissenschaftlerin am IGB. "Dazu bringen wir die Kunststoffe in ein Vakuum. In diese Vakuum-Kammer leiten wir Gase, die wir durch eine elektrische Spannung zünden. Je nach Zusammensetzung dieses leuchtenden Gasgemisches aus Elektronen, Ionen, Neutralteilchen und Photonen können wir Schichten mit definierten Eigenschaften auf der Verpackungsoberfläche abscheiden." Erste Demonstratoren der Verpackungen werden auf der Messe K2007 vom 24. bis 31. Oktober in Düsseldorf erstmals der Öffentlichkeit präsentiert (Stand E91, Halle 3).

Nun arbeiten die Forscher vom IGB daran, die Schichten zu optimieren - etwa die Haftfestigkeit zu verbessern. "Die Schichten dürfen die Eigenschaften der Materialien nicht verändern. Sie müssen sich weiterhin industriell zu Flaschen, Tuben oder Standbodenbeuteln, die man von Flüssig-Seifen kennt, verarbeiten lassen", sagt Müller. Ihre Kollegen am IVV nehmen die produzierten Schichten genauer unter die Lupe: Wie beständig sind sie bei mechanischer Beanspruchung? Wie reagieren sie auf Temperaturschwankungen und den Kontakt mit Säuren oder Basen? In etwa zwei bis drei Jahren, hofft Stramm, könnten die Flaschen auch beim Endverbraucher den letzten Rest Ketchup bereitwillig hergeben.

... mehr zu:
»IGB »IVV »Schicht »Verpackung
Ansprechpartner:
Dr. Cornelia Stramm
Telefon: 0 81 61 / 4 91-5 02
Fax: 0 81 61 / 4 91-5 55
cornelia.stramm@ivv.fraunhofer.de
Dr. Michaela Müller
Telefon: 07 11 / 9 70-41 40
Fax: 07 11 / 9 70-42 00
michaela.mueller@igb.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Giggenhauser Straße 35
85354 Freising

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ivv.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IGB IVV Schicht Verpackung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum
07.12.2016 | Technische Universität Graz

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie