Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Hydrophobierverfahren ohne Mineralsalze

21.03.2002


Atmungsaktive Waterproof-Leder mit hohem Tragekomfort

Die Herstellung hochwertiger hydrophobierter Leder ist eine Herausforderung für Lederchemiker und Anwendungstechniker - vor allem, wenn Langzeitdichtigkeit gefordert ist und man zudem auf Mineralsalze zur Fixierung verzichten will. Forschern der Leverkusener Bayer AG ist es nun gelungen, ein Hydrophobiersystem zu entwickeln, dass ohne mineralsalzhaltige Fixiermittel auskommt und hohen Tragekomfort mit hoher Wasserdampfdurchlässigkeit und niedriger Wasseraufnahme kombiniert. Das sehr einfach anwendbare System erhält die Atmungsaktivität natürlichen Leders und glänzt durch eine hohe Langzeitdichtigkeit unter dynamischer Belastung. Durch den Verzicht auf Chromsalze als Fixiermittel werden auch Oberflächenqualität und Farbintensität der hydrophobierten Leder deutlich verbessert.

Das neue offene, chromfreie Lederhydrophobiersystem bringt dynamisch belastbare, aber nach wie vor atmungsaktive Waterproof-Leder hervor, die über 50.000 Maeser-Flexe oder acht Stunden im Bally-Penetrometer ohne Wasserdurchtritt überstehen und auch für die Herstellung sehr weicher Leder geeignet sind. Das System ist einfach zu dosieren und ökologisch verträglich. Es erfüllt höchste Anforderungen an die Oberflächenqualität sowie an Griff und Färbbarkeit der hydrophobierten Leders. Derzeit kommt es unter den Bezeichnungen Xeroderm® P-AF und Xeroderm® S-AF auf dem Markt.

Das neue hydrophobierende Zweikomponentensystem setzt sich zusammen aus dem speziellen Polyacrylat Xeroderm’ P-AF, das die Wasseraufnahme bei Erhalt der vollen Wasserdampfdurchlässigkeit des Leders reduziert, und dem speziell auf die Lederchemie abgestimmten Silikon Xeroderm’ S-AF, das eine außerordentlich gute Wasserdichtigkeit des Leders unter dynamischer Belastung gewährleistet. Die Hydrophobierung mit den Bayer-Produkten erfordert keinen zusätzlichen Arbeitsschritt. Sie fügt sich ohne zusätzlichen Zeitaufwand nahtlos in den gewohnten Ablauf der Nasszurichtung ein - anstelle des Fettungsmittelsystems zur Weichmachung. Dauerhaft und auswaschbeständig fixiert wird anschließend mittels Ameisensäure. Für diese Fixierung sind ausdrücklich keine Mineralsalze, wie zum Beispiel des Chroms, Aluminiums oder Zirkoniums, erforderlich.

Die neuen Produkte eignen sich auch zur Herstellung sehr heller oder brillant gefärbter, wasserfester Leder und setzen den Forderungen anspruchsvoller Modedesigner nun auch in der Outdoor-Domäne keine farblichen Hürden mehr entgegen.

BayNews Redaktion | BayNews

Weitere Berichte zu: Fixiermittel Fixierung Mineralsalz P-AF Wasserdampfdurchlässigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie