Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Scharfe" Haftis für den Heimwerker

04.10.2001


Wer weitsichtig ist und bei gefährlicher Arbeit genau hinschauen muss, dem helfen flexible Korrekturlinsen. Sie werden ganz einfach auf die Glasinnenseite der Schutzbrille geklebt.


Haftlinsen für Heimwerkers Augenschutz: Viele Unfälle ließen sich verhindern, wenn Hobby-Bastler nicht nur eine Schutzbrille tragen würden, sondern auch noch scharf durch sie hindurchschauen könnten.


Aufklebbare Linsen verwandeln einfache Schutzbrillen in korrigierende Augengläser

Schnell noch die Randfliesen fürs Badezimmer zurechtschneiden. Heinz P. hat es eilig. In fünf Minuten geht das Länderspiel los. Brille ab, Schutzbrille auf. Erst kreischt der Winkelschleifer, dann schreit Heinz P.: Der Schmerz vom tiefen Schnitt in den Zeigefinger tobt. Wie konnte das passieren? Der Hobbyfliesenleger hatte nicht genau hingesehen. Wie auch – ohne seine scharfe Brille.

Heimwerkers Glück und Leid liegen nah beieinander. Rund 250.000 Unfälle gehen in deutschen Haushalten jährlich auf sein Konto. Die häufigsten Verletzungen passieren beim Umgang mit scharfen oder spitzen Gegenständen, durch Stöße, Stürze und durch Fremdkörper zum Beispiel im Auge. "Viele dieser häuslichen Unfälle ließen sich verhindern, wenn der Heimwerker nicht nur eine Schutzbrille tragen würde, sondern auch noch scharf durch sie hindurchschauen könnte", weiß Annelie Henter von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Denn herkömmliche Schutzbrillen haben meist keine Korrekturgläser und müssen über die eigentliche Brille gestülpt werden. Das aber finden viele Hobby-Bastler schlichtweg unbequem.

Abhilfe schaffen hier flexible, nur wenige Millimeter dicke Korrekturlinsen aus dem Bayer-Kunststoff Texin, die einfach in die Schutzbrille eingeklebt werden. Sie ermöglichen gutes Sehen im Nahbereich, damit der Hammer auch wirklich den Nagel auf den Kopf trifft. "Die hochtransparenten Linsen sind federleicht und verschlechtern den Tragekomfort der Brille nicht", weiß Egbert von Platen, Texin-Experte von Bayer. Robust sind sie auch: Versehentliches Knicken oder Quetschen macht ihnen nichts aus.

Erhältlich sind die Sehhilfen in Stärken von +1,25 bis +3,00 Dioptrien. Und man muss nicht tief ins Portemonnaie greifen. "Mit rund 80 Mark kosten sie etwa nur rund ein Viertel von dem, was man für Schutzbrillen mit Korrekturgläsern auf den Tisch legen muss", erklärt Manfred Gründler von der Firma Specom, die die Linsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt.

Ihr "Einbau" gelingt im Nu: Die Linsen mit einigen Tropfen Wasser benetzen und so lange auf der Brilleninnenseite verschieben, bis die richtige Position gefunden ist. Diese mit einem wasserlöslichen Filzstift markieren, ein, zwei Tropfen Kleber aufgeben und dann die Linsen aufdrücken. Klebstoffreste mit einem einfachen Tüchlein abtupfen. Nach 24 Stunden ist der Kleber ausgehärtet.

Von Platen hat noch einen Tipp für die Schutzbrille parat. "Sie sollte aus einem möglichst zähen Kunststoff bestehen, der nicht bricht oder splittert – wie etwa Makrolon." Der Bayer-Werkstoff, aus dem mittlerweile weit über 25 Milliarden CDs hergestellt wurden, ist auch bei Brillen Material der Wahl, weil nahezu "unkaputtbar". So sind amerikanische Tester Makrolon-Gläsern bereits mit Baseball- und Luftgewehrkugeln zu Leibe gerückt. Ohne "durchschlagenden Erfolg".

Wer aus dem Schicksal von Heinz P. lernen und seine Schutzbrille "scharf" machen möchte, der wende sich an die Anzinger Firma Specom, Tel.: 08121-924866. Angeboten werden die Linsen in einem Set zusammen mit Spezialkleber, Tüchlein und Gebrauchsanweisung.

| BayNews

Weitere Berichte zu: Heimwerker Linse Schutzbrille

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie