Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bayreuther Forscher arbeiten mit dem Wundermaterial Graphen

19.10.2010
Lehrstuhl Polymere Werkstoffe der Universität Bayreuth ist an Verbundprojekt beteiligt

Seit kurzem ist Graphen ein heiß diskutiertes Thema. Denn seit Anfang Oktober ist bekannt, dass der diesjährige Nobelpreis für Physik an zwei Forscher geht, die das „Wundermaterial“ entdeckt haben.

In Forscherkreisen ist Graphen schon länger bekannt und weckt großes Interesse: Denn es besitzt einzigartige Eigenschaften hinsichtlich Leitfähigkeit und Festigkeit. Deshalb ist Graphen sowohl als Reinmaterial, als auch als Nano-Additiv für Kunststoffe von großem Interesse.

Mit einem Projekt zur „Entwicklung von funktionalisierten Graphenen als neuen ultradünnen großflächigen molekularen 2D- Kohlenstoff-nanomaterialien für innovative polymere Werkstoffe und Schicht-systeme mit unkonventionellen Eigenschaftsprofilen“ wurde in diesem Jahr ein WING-Antrag („Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft“) im Rahmen des Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt.

Der Lehrstuhl Polymere Werkstoffe an der Universität Bayreuth unter Leitung von Professor Dr. Volker Altstädt ist an diesem Entwicklungsvorhaben beteiligt, das ein Verbundprojekt mit dem Freiburger Materialforschungszentrum (FMF) unter Leitung von Professor Dr. Mühlhaupt, der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) unter Leitung von Dr. habil. Bernhard Schartel und dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) unter Leitung von Dr. Andreas Kailer darstellt. Auch zahlreiche Industrieunter-nehmen beteiligen sich an dem Projekt. Damit soll gewährleistet werden, dass Unternehmen sich frühzeitig über die Chancen der Graphenchemie zu informieren können. Auch können daraus weitere anwendungsorientierte Forschungskooperationen entstehen.

Der Bayreuther Lehrstuhl beschäftigt sich speziell mit der Ein- arbeitung von modifizierten Graphenen und der Erarbeitung grundlegender Zusammenhänge zwischen Struktur und Eigenschaften. So könnten Graphene in polymeren Schäumen als Additive interessante Eigenschaftsverbesserungen hinsichtlich der Dämmung ergeben. „Aber auch zur Herstellung leitfähiger Polymere könnte man sich das Additiv vorstellen“, so Professor Dr. Altstädt. Beide Bereiche zählen seit Jahren zu den Kernkompetenzen des Lehrstuhls und können nun mit einem neuen, innovativen Additiv erweitert werden.

Hintergrund:

Der Nobelpreis für Physik ging in diesem Jahr an die Entdecker des Materials Graphen. Der Niederländer Andre Geim und der britisch- russische Physiker Konstantin Novoselov teilen sich die höchste Auszeichnung für Physiker. Das Material Graphen besteht aus nur einer Lage von Kohlenstoffatomen und ist superdünn: Ein Millimeter Graphit enthält drei Millionen Schichten Graphen. Geim und Novoselov haben entdeckt, dass Kohlenstoff in dieser dünnen Form außergewöhnliche Eigenschaften hat, die aus der Quantenphysik herrühren. Geim (51) und Novoselov (36) arbeiten derzeit an der britischen Universität Manchester.

Frank Schmälzle | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Kleine Strukturen – große Wirkung
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen
20.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie