Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltrekord-Gasturbine schafft Markteintritt in USA

14.06.2010
Die neue Gasturbinen-Generation von Siemens hat den Markteintritt in den USA geschafft: Der Energieversorger NextEra bestellte für die Modernisierung von Gas- und Dampfkraftwerken in Florida sechs der Weltrekord-Turbinen.

Sie werden ab 2013 den Rohstoffverbrauch in diesen Kraftwerken erheblich reduzieren und den Ausstoß an Kohlendioxid sogar um mehr als 50 Prozent senken. NextEra spart über den Lebenszyklus der Turbinen rund eine Milliarde Dollar Betriebs-, Wartungs- und Investitionskosten ein.


Die neue Gasturbine hat im Kombibetrieb mit einer Dampfturbine den Weltrekord-Wirkungsgrad von 60 Prozent. Für die USA bedeutet das einen gigantischen Effizienzsprung: Bisher beträgt der durchschnittliche Wirkungsgrad von fossilen Kraftwerken im Land knapp 30 Prozent und selbst der von GuD-Kraftwerken liegt unter 40 Prozent.

Würden alle installierten GuD-Kraftwerke in den USA die hocheffiziente Turbine von Siemens einsetzen, würden sie bei gleichbleibenden CO2-Emissionen pro Jahr fast 350 Terawattstunden mehr produzieren. Das ist der Verbrauch von 25 Millionen Amerikanern und entspricht nach heutigem US-Kilowattstundenpreis etwa einem Wert von 40 Milliarden US-Dollar.

Ein weiterer Vorteil der neuen Gasturbine: Sie lässt sich schnell starten. Das ist wichtig, wenn so ein Kraftwerk eine schwankende Stromeinspeisung ausgleichen soll, wie sie durch den verstärkten Einsatz von Wind- und Solarstrom entsteht. Ihr Einsatz trägt damit zu der von US-Präsident Barack Obama propagierten Energiewende bei: Bis 2025 will die US-Regierung ein Viertel des Strombedarfs des Landes aus regenerativen Quellen decken.

Siemens arbeitet seit fast zehn Jahren an der neuen Gasturbine, die im E.on-Kraftwerk Irsching zuletzt fast zwei Jahre im Testbetrieb gelaufen ist. Die Turbine für den US-Markt ist etwas kleiner, weil dort eine andere Stromfrequenz verwendet wird. Die höhere Zahl an Umdrehungen pro Minute verlangt wegen der stärkeren Fliehkräfte eine Reduzierung der Ausmaße. Die Leistung beträgt 275 Megawatt (MW) statt 375 MW in der europäischen Ausführung. Im Kombibetrieb erzeugt ein Kraftwerk dann 410 MW.

Mehr als 800 Mitarbeiter waren an Entwicklung und Bau des Meisterstücks deutscher Ingenieurskunst beteiligt. Eine Turbine besteht aus mehr als 7.000 Einzelteilen. In der Brennkammer herrschen bis zu 1.500 Grad Celsius. Damit die ersten Schaufeln nicht schmelzen, haben sie eine Hightech-Beschichtung aus Keramik. Der Spalt zwischen Schaufeln und Gehäuse ist im Betrieb nur etwa so dick wie eine Postkarte. Bei der Konstruktion muss dabei die thermische Ausdehnung der Turbine mit eingerechnet werden. Die Gasturbine wurde im Februar 2010 mit dem deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet. (IN 2010.06.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel
17.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht eldec-Technologie im Maschinenbau: Standardisierte Hochleistungsgeneratoren für exzellente Maschinenbaulösungen
15.12.2016 | EMAG eldec Induction GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik