Umweltschutz im Zeichen des Tauchpioniers Jacques Cousteau

Ein Leben zum Schutz der Meere – Unter diesem Motto stand die Arbeit und das Wirken des französischen Meeresforschers Jacques Yves Cousteau, der diese Woche seinen 100. Geburtstag feiern würde. Die schillernde Persönlichkeit des umtriebigen Wissenschaftlers, Erfinders, Filmemachers und Umweltaktivisten wird heute von der Cousteau-Society fortgesetzt.

„Viele wissen nicht, dass Cousteau das Unterwasser-Atemgerät erfunden und damit nicht nur die Erforschung der Meere, sondern auch den Tauchsport mitbegründet hat“, so Tarik Chekchak, Direktor der Cousteau Society, Science and Environment im pressetext-Interview. Sein Sohn Pierre-Yves Cousteau dreht derzeit gemeinsam mit National Geographic eine Film-Dokumentation über den Zustand des Mittelmeers und bietet damit einen Vergleich zu den ersten Unterwasserfilmen, die sein Vater in den 40er-Jahren dort gedreht hat.

Erzieherische Maßnahmen zum Meeresschutz

„Die Cousteau-Society führt das Erbe des Meerespioniers fort“, erklärt Chekchak. Auch Familienmitglieder wie Pierre Yves und die Witwe Francin Cousteau arbeiten aktiv in der Gesellschaft mit. „Gemeinsam mit der UNESCO arbeitet die Cousteau Society am Ecotechnie-Netzwerk, einer Kooperation, bei der es um die Integration der Umwelt mit Wirtschaft, Technologie sowie Natur- und Sozialwissenschaften geht.“ Dabei sollen Menschen auf die Bedeutung des Meeresschutzes hingewiesen werden, erklärt Chekchak.

„Bei der Expedition im Roten Meer im Jahr 2004 wurde eine enge Kooperation mit der Regierung des Sudan über die zukünftige nachhaltige Erschließung der Küste des Landes begründet“, erklärt Chekchak. „Oft sind Küstenregionen schon zerstört, ehe man sich um die Umwelt kümmert. In diesem Fall ist es anders gelaufen“, erklärt der Fachmann. Mehr als 40 Experten aus dem In- und Ausland haben dabei miteinander kooperiert.

Interesse für alles, was mit Wasser zu tun hat

Eine wichtige Rolle spielt die Gesellschaft auch beim Census of Marine Life – mit Spezialinteresse für die Erforschung des aquatischen Lebens in der Antarktis. „Natürlich steht auch dabei der Schutz und die Erhaltung der Biodiversität im Vordergrund“, so Chekchak. „Die Ozeane machen fast 72 Prozent der Erdoberfläche aus. Bisher sind aber nur rund 20 Prozent des Meeres vom Menschen erforscht und den Großteil dessen haben wir bereits zerstört“, so Chekchak.

„Nicht nur das Meer, sondern auch der Schutz bzw. die nachhaltige Entwicklung von Binnengewässern gehören zum Ziel der Cousteau-Society“, erklärt der Experte. Im Bioshärenpark Donau-Delta in Rumänien arbeitet die Gesellschaft an der Verringerung der Schadstoffe aus der Landwirtschaft und damit am Schutz der wertvollen Umwelt. In einem Pilotprojekt werden Best-Practice-Beispiele im Ökotourismus und in der Energieversorgung erarbeitet, führt Chekchak aus. Ein ähnliches Projekt gebe es auch in Brasilien.

Unter der Leitung von Pierre-Yves entwickelt die Cousteau-Society ein Beobachtungsprogramm für die Weltmeere. „Dabei wird auch das ehemalige Forschungsschiff, die legendäre Calypso, eine große Rolle spielen“, so Chekchak. Das Schiff, das 1943 gebaut wurde und in nahezu allen Cousteau-Filmdokus vorgekommen ist, ist 1996 nach einer Kollision in Singapur gesunken und wird derzeit restauriert.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.cousteau.org

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