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SSAB setzt mit neuen Legierungen Maßstäbe bei Werkzeug-, Nitrier- und Vergütungsstählen

10.10.2008
Erstmalig stellt der schwedische Stahlhersteller SSAB (Swedish Steel AB) die Werkstoffklasse Toolox auf der Messe Euroblech vor: einen Maschinen- und Werkzeugstahl mit vielen besonderen Eigenschaften. Die einzelnen Legierungen der Klasse Toolox wird im gleichen Werk in Oxelösund/Schweden hergestellt wie die etablierten Marken Hardox und Weldox.

Die Güten Domex, Docol und Dogal produziert das Werk Borlänge von SSAB. Beide Werke sind auf der Euroblech unter „dem Dach“ der SSAB Swedish Steel AB vertreten.

Härtester Werkzeugstahl weltweit

Bei den präsentierten Legierungen Toolox 33 und Toolox 44 handelt es sich um Vergütungs-, Nitrier- und Werkzeugstählen. So ist die Legierung Toolox 44 laut SSAB der härteste „fertige“ Werkzeugstahl auf dem Weltmarkt.

Obwohl hart und formstabil, lasse er sich maschinell gut bearbeiten. Weitere Vorteile wie hohe Reinheit und gute Zähigkeit würden durch das Konzept mit niedrigem Kohlenstoffgehalt erreicht.

Ein weiteres Plus des Sortiments Toolox wird im voll vergüteten Lieferzustand gesehen. Dadurch lasse sich zusätzlicher Arbeitsaufwand einsparen. So werden Tafeln mit 6 bis 165 mm Dicke bereits verarbeitungsfertig geliefert. Nach Angaben von SSAB können die Legierungen der Stahlklasse Toolox problemlos mit allen gängigen Trenn- und Spanverfahren bearbeitet werden.

Werkzeug, Nitrier- und Vergütungsstähle bieten hohe Reinheit

Kennzeichnend für beide Stahllegierungen sind zudem die metallurgischen Eigenschaften, die sie im Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (ESU) erhalten. Heraus kommen Stähle mit hoher Reinheit und somit fehlerfreiem Gefüge, heißt es.

Jede Legierung hat eine ungewöhnliche chemische Zusammensetzung. Der Unterschied besteht darin, dass der Kohlenstoff- und Schwefelanteil stark verringert wurden und der Siliziumanteil höher ist. Der geringe Kohlenstoffgehalt führt zur Bildung von 30% weniger Karbiden, was unter anderem – so SSAB – die gute Bearbeitbarkeit erklärt.

Stahl-Legierung mit Härte von 300 HB

Die Legierung Toolox 33 hat eine Härte von 300 HB. Damit dringt sie in den Härtebereich der Stahllegierungen 1.2311, 1.2312 und 1.2738 vor, wobei die maschinelle Bearbeitbarkeit besser ist.

Der Werkstoff lässt sich gut erodieren, ätzen, polieren und schweißen. Einzigartig sei auch die Eignung zum Brennschneiden. Damit könne in vielen Fällen der Bearbeitungsaufwand und auch der Stahlverbrauch verringert werden. Entsprechende Bearbeitungsrichtlinien hat der Stahlhersteller am Stand parat.

Breites Anwendungsspektrum für Stahl-Legierung

Das Anwendungsspektrum dieser Legierung reicht von Maschinenbaukomponenten über Form- und Biegewerkzeuge bis hin zu Konstruktions- und Verschleißteilen. Aufgrund der mechanischen Kennwerte und der guten Formstabilität wird der Stahl Toolox 33 auch als Alternative für Vergütungs- und Nitrierstähle gesehen, beispielsweise zur Legierung 42CrMo4.

Für die Legierung Toolox 44 (Härte 45 HRC oder 450 HB) gibt es im Bereich Werkzeugstähle laut SSAB zurzeit kein Pendant auf dem Markt, das hinsichtlich der Härte mit diesem Werkstoff vergleichbar sei. Maschinelle Bearbeitbarkeit, Schweißeignung, Polierbarkeit seien gewährleistet.

Stahl-Legierung wird bei mindestens 600 °C angelassen

Um größtmögliche Spannungsarmut zu gewährleisten, wird die Stahl-Legierung bei einer Mindesttemperatur von 600 °C angelassen. Dies verleiht diesem Stahl die Möglichkeit, auch als Verschleißstahl bei Arbeitstemperaturen im Bereich von 250 bis 600 °C eingesetzt zu werden. Auch diesbezüglich gibt es Hinweise beim Hersteller.

Swedish Steel AB, Halle 16, Stand G13

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/werkstoffe/articles/148415/

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