Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In der Rundschleiftechnik geht der Trend zur Verfahrenskombination

07.12.2009
Was fürs Drehen und Fräsen gilt, gilt auch fürs Rundschleifen: Ziel ist es, ein Werkstück in möglichst kurzer Zeit komplett auf einer Maschine mit hoher Präzision zu fertigen. Die Verfahrenskombination sowie kurze Rüst- und Nebenzeiten tragen dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.

Ziel der technologischen Weiterentwicklung des Rundschleifens ist vorwiegend eine Steigerung der erzielbaren Genauigkeit, eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit sowie eine Erweiterung der Flexibilität der Maschinen“, bringt Prof. Dr.-Ing. Dirk Biermann, Leiter des Instituts für spanende Fertigung (ISF) der Technischen Universität Dortmund, die Entwicklungstrends in der Rundschleiftechnik auf den Punkt. Einen Schwerpunkt dabei bildet seiner Auffassung nach die Kombination unterschiedlicher Schleifverfahren in einer Maschine, wie Außen- und Innenrund-, Flach- und Profilschleifen bis hin zur Integration weiterer Fertigungsverfahren. Als bekannteste Verfahrenskombination nennt er Drehen/Schleifen.

In der Entwicklungspipeline seines Instituts befindet sich die Verfahrenskombination Drehen/Schleifen/Honen. Diese Symbiose reduziert nicht nur die Hauptzeiten, sondern steigert auch die Flexibilität hinsichtlich der erzeugbaren Oberflächengüte.

Das Innenrund-Schälschleifen ermöglicht hohe Abtragsraten

Für mehr Tempo beim Schleifen sorgt auch eine weitere Entwicklung des Instituts: das Innenrund-Schälschleifen mit einer in Schrupp- und Schlichtzone aufgeteilten Schleifscheibe. Das Verfahren zeichnet sich durch hohe Abtragsraten bei gleichzeitig guter Oberflächenqualität aus. Die Verfahrenskombination auf die Spitze getrieben hat die Elb-Schliff Werkzeugmaschinen GmbH in Babenhausen. Ihr neues Bearbeitungszentrum Multitec 8 ist für alle gängigen Zerspanverfahren ausgerüstet. Es beherrscht das Innen- und Außenrund- sowie das Flach- und Profilschleifen ebenso wie Drehen, Hartdrehen, Bohren und Fräsen. Bei Bedarf können auch Laserbearbeitung und Schweißen integriert werden.

Schleifen und spanendes Bearbeiten mit definierter Schneide in einer Maschine

„Die Multitec 8 ist das Ergebnis eines kreativen Benchmarks mit dem Ziel, eine echte Mehrwertlösung zu entwickeln, die die beiden ‚Welten’ Schleifen und spanendes Bearbeiten mit definierter Schneide zusammenfasst, ein System, das auch den Präzisionsanforderungen aller Technologien gerecht wird“, erläutert Geschäftsführer Heino Claussen-Markefka. Im Vordergrund steht der Nutzen, Werkstücke ohne Umspannen in hoher Genauigkeit zu fertigen und dabei lange Laufzeiten, zum Beispiel auch im mannlosen Nachtbetrieb, zu realisieren.

„Die Vorteile der präzisen Komplettbearbeitung bei gleichzeitig optimalen Haupt- und vor allem minimalen Nebenzeiten sind für unterschiedliche Anwenderbranchen und Werkstücke interessant“, weiß Claussen-Markefka. Besonders günstig wirkt sich das Technologiespektrum beim Bearbeiten von Werkstücken aus dem Werkzeug- und Formenbau wie Lagerringen, Verzahnungen oder Leitschaufeln und anderen Turbinenteilen aus. Die Multitec eignet sich sowohl für zylindrische als auch für kubische Werkstücke aller Art und zeichnet sich durch gute Zugänglichkeit beim Rüsten und Werkstückwechsel aus.

Schleifzeitverkürzend wirkt auch die Simultanbearbeitung mit mehreren Schleifscheiben. Bisher erfolgte dabei das Schleifen immer nur auf einer Seite des Werkstücks mit entsprechenden Kräften. Diesen Nachteil vermeidet eine Entwicklung der Emag-Gruppe in Salach: das sogenannte Synchro-Stützschleifen. Durch zwei gegenüberliegende Schleifscheiben werden die Kräfte eliminiert und die Bearbeitungszeit reduziert, beispielsweise von Kurbelwellen, Nockenwellen und schlanken, langen Getriebewellen um bis zu 70%.

NC-Steuerungen bieten Potenzial zur Weiterentwicklung

Bei der Weiterentwicklung von Rundschleifmaschinen geht es nicht nur um die Maschinen- und Schleifwerkzeugtechnik. Auch die NC-Steuerungen bieten Potenzial zur Weiterentwicklung, so Biermann: „Beispielsweise ist der Einsatz von Simulationstechniken noch nicht so weit fortgeschritten oder verfügbar, wie es heutzutage beim Fräsen der Fall ist.“ Einen weiteren Aspekt stellt der prozessgerechte Einsatz von Kühlschmierstoffen dar, der den Anforderungen unterschiedlicher Fertigungsverfahren, unter anderem auch bei hohen Geschwindigkeiten gerecht werden muss.

„Unsere Kunden fordern zunehmend höhere Flexibilität von Produktionsschleifmaschinen bei gleichzeitig steigenden Erwartungen an eine ausgezeichnete Produktqualität über den Lebenszyklus der Maschine“, sagt Dr. Frank Fiebelkorn, Leiter Produktentwicklung, Forschung und Technologie der Fritz Studer AG in Thun/Schweiz. Ebenso sei eine kostengünstige Automatisierung der Werkstückzuführung für die Unterstützung der Mehrmaschinenbedienung auch einfacherer Maschinen Pflicht im Angebot der Hersteller.

Kurze Rüst- und Nebenzeiten haben einen hohen Stellenwert

Kurz Rüst- und Nebenzeiten haben im Produktionsablauf einen hohen Stellenwert, besonders bei kleinen oder häufig wechselnden Losgrößen, betont Fiebelkorn: „Wir werden deshalb verstärkt die Programmier- und Steuerungsmodule ausbauen, um das Programmieren zu erleichtern und den Aufwand zu minimieren. Gleichzeitig wird eine weiter vertiefte Schleiftechnologieunterstützung integriert.“

Studer werde sein Produktportfolio noch modularer aufbauen, um gezielter die am besten geeignete Konfiguration und Technologie für das Werkstückspektrum der Kunden bereitstellen zu können. Ein Modul ist beispielsweise der neue Spindelstock mit zwei Außen- und einer Innen-Schleifscheibe, den Studer für die Universal-Rundschleifmaschine S33 entwickelt hat.

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/242796/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen