Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierte durchgängige Prozesskette schafft mehr Zeit für den Kunden

25.11.2008
Hohem Zeitdruck sehen die Blechspezialisten von Suplacon heute gelassen entgegen. Der Grund: Mit einer durchgängigen Prozesskette unter Einschluss der CAD-Lösung Hicad sind viele Abläufe nun automatisiert. So haben die Niederländer nicht nur mehr Zeit, flexibel auf die Wünsche ihrer Kunden einzugehen, gleichzeitig lasten sie auch ihre teuren NC-Maschinen optimal aus.

Innerhalb von ein paar Stunden programmieren die Blechspezialisten der niederländischen Suplacon b.v. in Emmeloord heute ihre teuren NC-Maschinen so, dass sie optimal ausgelastet sind – und bauen dazu auf eine absolut durchgängige Prozesskette, von der Idee bis zur Fertigung. Schon die Automatisierung der Prozesse rund um die Maschinen bringe in vielerlei Hinsicht enorme Vorteile, erläutert Jellard Koers, Direktor bei Suplacon und als Informations- und Qualitätsingenieur die treibende Kraft bei der Lösungsfindung. „Nicht zuletzt sind dies geringere Kosten und weniger bis keine Fehler.“

Heute ist nur noch ein Mitarbeiter notwendig, um alle Arbeitsschritte zu regeln und anzustoßen: von der Annahme der Bestellung über das Engineering, die Erstellung von Stücklisten und Plänen, das Platzieren bis hin zur NC-Programmierung. „Wir wissen zum Beispiel sofort genau, ob ein Projekt termingerecht beginnen kann und ob die Materialien verfügbar sind oder ob wir einen Subunternehmer aktivieren müssen.“

Mehr Zeit für den Kunden

Suplacon b.v. ist ein auf die Blechverarbeitung spezialisierter Zulieferer, der alle modernen Techniken wie das Laserschneiden, Stanzen, Schneiden, Walzen und MIG/MAG-Schweißen anbietet. Als Zulieferer muss das Unternehmen eng und vor allem sehr flexibel mit seinen Kunden zusammenarbeiten, unabhängig davon, ob es nur um Halbzeuge oder vollständig funktionale Produkte geht. Bei Bedarf beraten die Suplacon-Ingenieure auch bei der Produktentwicklung oder übernehmen diese gleich ganz.

Voraussetzung ist deshalb eine Systemumgebung, die eine durchgängige Prozesskette bietet. „Große Teile davon sind automatisiert, und zwar als Teil eines kompletten digitalen Workflows“, berichtet Koers. „Von der Bestellannahme bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Produkt aus der Maschine rollt.“

Zum Einsatz kommt das 2D/3D-CAD-System Hicad next zusammen mit der PDM-Lösung Helios next der Dortmunder ISD Software und Systeme GmbH, vertreten durch ISD Benelux. Die CAM-Lösung stammt von deren Partner, der Wicam GmbH. „ISD Benelux und Wicam haben sich als gute Gesprächspartner erwiesen“, fährt Suplacon-Direktor Koers fort. Sie verständen, was man vorhabe, und brächten ihre Kenntnisse und Erfahrungen mit ein. „Eine solche Partnerschaft ist im Grunde ein feines Zusammenspiel von Menschen, Ideen und der richtigen Software – für den Erfolg unseres Projektes absolut notwendig.“

System erledigt viele Routineaufgaben in der Verwaltung

Viele der Routineaufgaben in der Verwaltung werden bei Suplacon nun durch die Systemlösung erledigt. „Das heißt, wir arbeiten sehr viel effizienter und wir wissen genau, was in den nächsten Tagen getan werden muss“, so Koers weiter. „Dabei fassen wir kaum noch Papier an.“ Ein Auftrag wird dabei automatisch programmiert, geplant und könne etwa in der Nacht an die Maschine weitergegeben werden. „Wenn wir am frühen Morgen beginnen, können wir uns so ganz auf mögliche Engpässe in der Produktion konzentrieren – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überblicken jetzt den gesamten Prozess.“ Der Zeitgewinn durch das automatische Platzieren und Programmieren bringe wesentlich mehr Effizienz und lasse auch viel mehr Raum für die Pflege der Beziehung zum Kunden.

Die Niederländer können so den Ansprüchen ihrer Kunden entgegenkommen, die großen Wert auf eine schnelle Lieferung legen bei gleichzeitig hohen Anforderungen an das Produkt. „Wir haben nur wenige Standard-Produkte und stellen in der Regel kleine und mittlere Serien spezieller Produkte her“, erläutert der Suplacon-Direktor. „Wir wickeln also eine sehr große Anzahl von Aufträgen ab, die entsprechend viel Aufwand verursachen.“ So liefen früher manchmal in einer Woche viele Hundert Aufträge auf, mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von zehn bis zwölf Tagen.

PDM-Lösung ist der zentrale Angelpunkt

Mit der optimierten Prozesskette sind nun aber alle Abläufe gestrafft worden. „Wir wussten schon, wo wir mit unserem Produktionsprozess hin wollten, und waren begeistert von der Offenheit der Wicam-Lösung, die dabei eine wichtige Rolle gespielt hat“, sagt Jellard Koers. „Aber eigentlich wollten wir mehr.“ Ausgangspunkt sei das Ziel gewesen, effizientere Prozesse zu erreichen. „Die Kombination mit Hicad, Helios und Limis für die Planung sowie der ERP-Software Ridder sorgt dafür, dass wir eine optimale Gesamtlösung haben.“ Dabei sei man mehr als erfolgreich: „Fast der gesamte Prozess ist jetzt digital.“

Die PDM-Lösung Helios ist dabei der zentrale Angelpunkt. Hier werden Dokumente und Informationen erfasst, verwaltet und verteilt. Das CAD-System Hicad verfügt über spezialisierte Branchenlösungen, unter anderem für die Blechbearbeitung. Dazu gehören branchenspezifische Funktionen, Arbeitstechniken und Automatismen, mit denen sich Blechmodelle schneller entwickeln lassen. Bei der Konstruktion von Blechkantteilen werden etwa direkt die zugehörigen Strategien für Ecken und Ausklinkungen erzeugt sowie Zuschnitte berechnet.

Freie Konstruktion oder parametrische Arbeitsweise möglich

Darüber hinaus bietet die Software auch Standardverfahren wie die automatische Zuschnittsbemaßung, die Biegesimulation mit passgenauen Biegevorgängen oder die automatische Abwicklung. Die Arbeitsabläufe werden durch den Einsatz eines Expertensystems weiter beschleunigt. Mit diesem können vordefinierte, aber auch individuell erweiterbare Stanzwerkzeuge wie Langloch, T-Stempel oder Schlitzmaske mit grafischer Unterstützung ausgewählt und eingebaut werden.

Die CAD-Lösung ermöglicht dem Anwender sowohl die freie Konstruktion als auch die parametrische Arbeitsweise. In der Parametrik steht zu Beginn der eigentlichen Konstruktionsarbeit der gedankliche Modellaufbau mit all seinen Parametern. Spätere Änderungen lassen sich dann einfach durchführen, denn an die Stelle fester Maße treten die Parameter, denen je nach zu erzeugender Variante bestimmte Werte zugewiesen werden. Bei der freien Konstruktion erfolgen dagegen die Änderungen direkt im Modell – auch im Baugruppenkontext und ohne Berücksichtigung der Historie. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil.

Auf der KMU-Ebene sei etwas Einzigartiges entstanden, ist Suplacon-Direktor Jellard Koers überzeugt. „Das Konzept wurde für unsere Fertigungsumgebung mit kleinen Serien entwickelt, aber es ist sicher auf andere Unternehmen übertragbar.“ Der Anwender könne neben der Fehlerreduzierung und der Zeitersparnis von der größeren Flexibilität und besseren Ausnutzung von Maschinen und Material profitieren – und damit letztlich auch die Kunden.

Michael Corban | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/digitalefabrik/cadcam/articles/155352/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik