Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KPMG-Bericht zeigt: Global muss noch ein Drittel der Unternehmen Nachhaltigkeitspläne einführen

18.04.2011
Es gibt heute im privatwirtschaftlichen Sektor eine grosse und ständig wachsende Bereitschaft zur Anerkennung des steigenden Gewinns, den Nachhaltigkeitsprogramme bedeuten. Jedoch haben immer noch mehr als 30 Prozent der Unternehmen keine Strategie für ein nachhaltiges Wachstum entwickelt, wie eine Untersuchung der KPMG zum weltweiten Klimawandel und zur Realisierung der Nachhaltigkeit zeigt.

Kaum mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen erklärten, dass sie derzeit eine Massnahmenstrategie für die Nachhaltigkeit des Unternehmens haben - eine Steigerung gegenüber etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen, welche eine vergleichbare Umfrage im Jahr 2008 auswies.

Von denen, die keine Strategie haben, erwarten mehr als 70 Prozent, dass sie diese innerhalb von fünf Jahren haben werden. 25 Prozent gaben keinen genauen Zeitrahmen an. Beinahe 50 Prozent der befragten leitenden Angestellten sind der Auffassung, dass die Einführung von Nachhaltigkeitsprogrammen entweder durch Kostensenkung oder durch erhöhte Ertragskraft zu dem Betriebsergebnis beiträgt.

Diese Zahlen stammen von Corporate Sustainability: Ein Fortschrittsbericht. Dabei handelt es sich um eine Befragung von 378 Führungskräften aus verschiedenen Branchen, die gleichmässig über die USA und Kanada, den pazifischen Raum Asiens und Europa verteilt waren und wobei auch der Nahe Osten, Afrika und Lateinamerika berücksichtigt wurden.

Die Umfrage erbrachte drei Hauptgründe für langsame Fortschritte bei Nachhaltigkeit:

- Ein Mangel an verbindlichen Messgrössen und Instrumenten - und Informationssystemen - zur Feststellung und Analyse der Auswirkungen von Nachhaltigkeitsprogrammen.

- Ein Mangel an verfügbaren Finanzmitteln, die Nachhaltigkeit auf die gleiche Ebene wie betriebliche Programme mit einer höheren kurzfristigen Anlagenrendite stellen.

- Ein Mangel an klaren und eindeutigen internationalen Regelungen, welche den Unternehmen Planungssicherheit geben.

Grössere börsennotierte Unternehmen haben mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit eine Nachhaltigkeitsstrategie eingeführt als kleinere Unternehmen in Privatbesitz. Beinahe 8 von 10 der befragten Grossunternehmen verfügen über eine solche Strategie gegenüber weniger als der Hälfte der Kleinunternehmen.

Von denen, die über eine Strategie verfügen, haben lediglich ein Drittel einen Bericht über ihre Fortschritte veröffentlicht.

"Wir stellen fest, dass die meisten Unternehmen wissen, was sie strategisch tun müssen", meint Ted Senko, Global Head für Climate Change and Sustainability (CC&S) bei der KPMG und Partner in der US-Gesellschaft, "aber sie benötigen Unterstützung bei der Entwicklung von strategischen Modellen und Informationssystemen, um festzustellen, wie effizient sie tatsächlich den Kohlenstoffausstoss vermindern, wie sie ihre Pläne mit den Standards der Mitbewerber vergleichen und ihr Geschäft optimieren, um den Herausforderungen eines sich ändernden regulatorischen Umfelds gerecht zu werden."

"Eine unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategie, die auf guten Messungen und Analysen beruht, ist äusserst wichtig, um die finanziellen Erträge einzuschätzen, die eintreten, sofern die Regelungen über Emissionen und Energieverbrauch verschärft würden."

Zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, dass neue Regelwerke entweder sehr wichtig oder sogar entscheidend sind. Es gibt eine grosse Unterstützung für schärfere internationale Regelungen, sofern diese die Komplexität und die Kosten für die Erfüllung mit stark abweichenden nationalen und landesweiten Regelungen senken würden.

Yvo de Boer, Special Global Adviser für KPMG's Climate Change and Sustainability Practice und ehemaliger Generalsekretär des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, unterstreicht, dass die noch in diesem Jahr stattfindenden Gespräche über den Klimawandel[1] in Durban, Südafrika, zu Einigungen über die Entwicklung neuer marktregulierter Verfahren zur Unterstützung von Unternehmen bei Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen führen müssen.

"Wir müssen daran arbeiten, den privaten Sektor in die Lage zu versetzen, auf Nachhaltigkeitsziele einzuwirken. Um dies aber zu erreichen, werden Führungseigenschaften im privaten Sektor und starke Unterstützung durch Regierungen benötigt. Das ist entscheidend, wenn wir wollen, dass die sehr grossen privaten Finanzmittel mobilisiert werden, die benötigt werden, damit die Klimaziele in Reichweite rücken", erklärte Yvo de Boer.

Trotzdem treiben die meisten grossen Aktiengesellschaften die Entwicklung ihrer eigenen Lösungen voran.

Die Umfrage wies bei dem Problem der Finanzierung von Massnahmen zur Nachhaltigkeit einige neue Verfahren nach, bei denen beispielsweise Energieerzeuger Finanzierungsmethoden dazu nutzen, um die Effizienz zu fördern und Projekte mit längeren und kürzeren Amortisierungszyklen in einem Investitionskorb zu vereinigen, der den Renditeerfordernissen des Unternehmens genügt.

Der Bericht weist darauf hin, dass die Arbeitsgruppen der Global Reporting Initiative (GRI) und des International Integrated Reporting Committee (IIRC) für fortschrittliche Unternehmen derzeit gemeinsame Standards für Messungen und Bewertungsgrössen und Technologieaustausch entwickeln.

"Das sind wunderbare Beispiele für ein fortschrittliches Denken, welches dazu führt, dass der wahre Wert einer Nachhaltigkeitsmassnahme im Gesamtrahmen der Aktivitäten eines Unternehmens ausgeschöpft werden kann", sagte Ted Senko. "Um es zu wiederholen: Dafür werden gute Informationen und Analysen benötigt und eine klare politische Verpflichtung der Regierung, bevor Unternehmen sich mit Planungssicherheit dieser Aufgabe zuwenden können."

Redaktioneller Hinweis:

Corporate Sustainability: Ein Fortschrittsbericht - es handelt sich um ein Forschungsergebnis der KPMG, welches in Kooperation mit der Economist Intelligence Unit entstand.

Der vollständige Bericht ist dort erhältlich: http://www.kpmg.com
/Global/en/Pages/KPMG404Error.aspx?oldUrl=http%3a%2f%2fwww.kpmg.com%2
fGlobal%2fen%2fIssuesAndInsights%2fArticlesPublications%2fPages%2fcor
porate-sustainability.aspx
(Aufgrund der Länge dieser URL kann es notwendig sein, diesen Hyperlink zu kopieren und ihn in das URL-Adressfeld Ihres Internet-Browsers zu kopieren. Sollte ein Leerzeichen zu sehen sein, entfernen Sie dies bitte zuvor.)

Über KPMG

KPMG ist ein weltweites Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Wir sind in 150 Ländern tätig. 138.000 Menschen arbeiten in Mitgliedsfirmen auf der ganzen Welt. Die unabhängigen Mitgliedsunternehmen des KPMG-Netzwerks sind mit der KPMG International Cooperative ("KPMG International"), einem in der Schweiz registrierten Unternehmen, verbunden. Jedes KPMG-Unternehmen ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft und tritt entsprechend auf.

[1] Die 17. Konferenz der Vertragsstaaten (COP-17) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen findet vom 28. November bis zum 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika, statt.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Jennifer Samuel
KPMG International
+1-416-451-8185
jsamuel@kpmg.ca

Jennifer Samuel | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Sturmfeder bekämpft Orkanschäden
23.10.2017 | Westfälische Hochschule

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fettstoffwechsel beeinflusst Genaktivität

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Forscher der Universität Hamburg entdecken Mechanismus zur Verdopplung von Pflanzengenomen

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bakterielle Toxine im Darm

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie