Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hellstrahler vermeiden Korrosion

10.12.2008
Am besten lässt sich das Prinzip der Infrarotstrahler mit einem Sonnenbad auf einem Gletscher erklären. Obwohl die Lufttemperatur im Minus-Bereich liegt, ist es in der Sonne warm. Das liegt an der Wärmestrahlung der Sonne. Dort, wo die Infrarotstrahlen auftreffen, werden sie in Wärme umgewandelt.

Strahlungsheizung benötigt kein Trägermedium für Energie

Ein großer Vorteil dieses Heizprinzips ist, dass kein Trägermedium zum Transport der Energie benötigt wird. So gelangen die Wärmestrahlen nahezu verlustfrei vom Gerät zu den Körpern der Mitarbeiter, aber auch zu den Maschinen und Anlagen. Die Lufttemperatur kann 2 bis 3 °C unter der vom Menschen gefühlten Temperatur bei gleicher Behaglichkeit geregelt werden, wodurch die Energiekosten beträchtlich sinken. Der Hersteller Schwank gibt für jedes °C Temperatursenkung eine Energieeinsparung von durchschnittlich 7% an. Je nach Anwendungsfall und Bausubstanz sind die Werte aber deutlich höher. Den Angaben zufolge können Wärmestrahler in einigen Fällen bis zu 50% Energie gegenüber herkömmlichen Heizungssystemen einsparen.

Der Erfinder der Strahlungsheizung, Günther Schwank, machte sich bereits 1939 die positiven Eigenschaften von Keramikplatten zunutze und schuf die erste Strahlungsheizung. Bei ihnen unterscheidet man heute zwischen Hell- und Dunkelstrahlern.

Hellstrahler besteht aus perforierter Keramikplatte

Herzstück des Hellstrahlers ist eine perforierte Keramikplatte, durch die ein Gas-Luft-Gemisch strömt und unter deren Oberfläche es verbrennt. Wie wirksam das funktioniert, hängt vor allem vom der Oberflächenbeschaffenheit und vom Aufbau der Platte ab. Die 92 mm x 132 mm großen Tafeln von Schwank weisen 3000 bis 4000 Löcher mit 1 bis 1,3 mm Durchmesser auf, die mit einer Toleranz von 0,02 mm gefertigt werden. Die Oberfläche gleicht einer Bienenwabe, die so genannte Tiefeneffektstruktur. Durch sie vergrößert sich die Oberfläche und damit auch die Wärmeübertragungsfläche sowie die Strahlungsausbeute um rund 60%. Und noch einen Vorteil bringt die Tiefenstruktur in Verbindung mit der hohen Anzahl der Löcher: In jedem Loch brennt quasi eine kleine Flamme. Dadurch entsteht eine sehr heiße Keramikoberfläche.

Dunkelstrahler besteht aus geschlossenem Rohr

Dunkelstrahler arbeiten im Gegensatz zur löchrigen Keramikplatte der Hellstrahler mit einem geschlossenen Rohrsystem. Bei ihnen erwärmt ein Gebläsebrenner durch Heißluft ein Strahlrohr, das eine Infrarotstrahlung direkt oder über einen Reflektor nach unten abstrahlt.

Dunkelstrahler sind aufgrund ihrer Oberflächentemperatur besonders gut für die Beheizung von Hallen mit einer Höhe von 4 bis 8 m geeignet. Hellstrahler spielen ihre Vorteile besonders bei Hallen mit Deckenhöhen über 6 m sowie bei der Beheizung schlecht gedämmter Hallen oder bei der Freiluftbeheizung aus. Hellstrahler haben zudem den Vorteil, Kondensation zu vermeiden und somit Korrosion vorzubeugen. Hintergrund dafür ist die Erhöhung der Oberflächentemperatur der in Industriehallen überall verwendeten Metalle bei gleichzeitiger Erwärmung der Raumluft.

Leistung der Hellstrahler ist deutlich gestiegen

Die Leistung der Hellstrahler hat sich in den letzten Jahren rapide gesteigert. Erreichten die Geräte früher durchschnittlich 40 bis 50%, liegt die abgestrahlte Leistung heute zwischen 65 und 72%. Die Spitze dieses Feldes markiert nach Unternehmensaussagen der Supra-Schwank, der vor allem wegen der so genannten Delta-Mischkammer einen Strahlungswirkungsgrad von über 80% erreicht. Jeder Prozentpunkt mehr bedeutet vor allem aber mehr tatsächlich verbleibende Wärme im Raum. Der Strahlungswirkungsgrad ist demzufolge ein direkter Indikator der Energieausbeute und damit ein Anhaltspunkt, wie viel Heizkosten sich sparen lassen.

Frank Fladerer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/betriebstechnik/facilitymanagement/articles/157143/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik