Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Werkstücke µm-genau schleifen

21.11.2008
Wenn es um das Schleifen von Werkstücken über 800 mm Breite geht, sind Doppelsäulen-Schleifmaschinen erste Wahl, so der japanische Werkzeugmaschinenhersteller Okamoto. Auch in diesen großen Dimensionen sind mittlerweile Oberflächenebenheiten im µm-Bereich gefordert.

Ob mit feststehender oder beweglicher Traverse – durch äußerst stabile Maschinenkonzepte mit extra großen Kontaktflächen, Gleitführungen und dem Hydrostatik-System zur hochgenauen Stabilisierung des Maschinentisches sind Ebenheiten im unteren µm-Bereich problemlos zu erreichen – selbst bei Schleifbreiten von mehreren Metern, verspricht Okamoto.

Beim Schleifen von großen Werkstücken Dimensionen werden besondere Anforderungen an Schleifmittel und vor allem an die Schleifmaschine gestellt. Um ab Schleifbreiten von rund 1 m die notwendige Stabilität zu erreichen, werden deshalb Doppelsäulen-Schleifmaschinen eingesetzt.

Anwendungen finden sich etwa im Maschinenbau, in der Halbleiter-Industrie aber auch in der Automobilbranche, der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt – überall dort, wo höchste Ansprüche an die Genauigkeit gestellt werden.

Die Doppelsäulen-Schleifmaschinen-Baureihe von Okamoto im Präzisions- beziehungsweise Ultrapräzisionsbereich haben entweder eine feststehende Traverse und einen Schleifkopf (ACC- und UPG-Serie) oder eine bewegliche Traverse (Y-Achse) und zwei Schleifköpfe (DCG- und UDG-Baureihe). Dort besteht die Option, die Anlage als kombinierte Maschine zu betreiben. So kann ein Fräs- oder Bohrkopf installiert werden oder ein zweiter oder dritter Schleifkopf.

Doppelsäulen-Schleifmaschine mit Tischlängen bis zu 10000 mm

Thomas Loscher, Application Engineer des Schleifmaschinenherstellers Okamoto: „Im Gegensatz zu Maschinen von Mitbewerbern sind unsere Doppelsäulen-Schleifmaschinen sowohl zum Schleifen von Führungsbahnen als auch zum hochgenauen Flachschleifen bestens geeignet.“ Die Baugrößen reichen von 1000 bis zu 3500 mm in der Breite bei maximal 4000 mm Durchgang zwischen den Säulen und bis zu einer Tischlänge bis zu 10 000 mm. Der Tischantrieb erfolgt über Hydraulikzylinder, wobei die Position erfasst werden kann, um dreidimensionales Schleifen zu ermöglichen.

Doppelsäulen-Schleifmaschinen begnügen sich mit langen Wartungsintervallen

Alle Hochpräzisionsführungen haben lange Wartungsintervalle, betont Okamoto. Sie verteilen die auftretenden Kräfte gleichmäßig. Das erhöht zusätzlich die Stabilität des gesamten Schleifprozesses.

Wie das Unternehmen erläutert, wird die äußerst laufruhige Tisch-Bewegung in der X-Achse durch hochgenaue, handgeschabte Doppel-V-Gleitführungen erreicht. In der Querbewegung (Z-Achse) sorgen Linear-Rollenführungen für höchste Präzision, maximale Kraftaufnahme und beste Leichtlaufeigenschaften. In der vertikalen Bewegung (Y-Achse) gewährleisten extra breite, spezialbeschichtete Führungen leichtgängige Bewegungsabläufe auch bei höchster Belastung.

CNC-Schleifkopf für V-förmige Profile

Zusätzlich zu der standardmäßigen Schleifspindel mit Präzisionskugellagern ist eine schwere Ausführung mit automatischer Schmierung erhältlich. Zum Schleifen V-förmiger Profile – zum Beispiel Führungsbahnen – bietet Okamoto einen schwenkbaren CNC-Schleifkopf mit automatischem Scheibenschutz an.

Höchste Präzision gewährleistet letztendlich das hydraulische Hydrostatiksystem. Es variiert vollautomatisch nach Bedarf in Millisekunden die Dicke des Ölfilms des Maschinentisches und stabilisiert ihn über die gesamte zu schleifende Fläche, wird erläutert. Die Schwankungen in der Dicke des Ölfilms und damit der Aufspannfläche werden so um ein Vielfaches gegenüber dem bisherigen Standard verringert, so dass eine deutlich gesteigerte Genauigkeit des Werkstücks erreicht wird. Auch sind der Ölbedarf und Energieverbrauch des Systems deutlich niedriger als bei herkömmlichen Anlagen, betont Okamoto.

Doppelsäulen-Schleifmaschinen arbeiten mit maximaler Abweichung von 1,7 µm

Die Doppelsäulen-Schleifmaschinen der UPG-Baureihe (Ultra Planarization Grinder) sind unter anderem standardmäßig mit AC-Servomotor, Hochleistungs-Kugelumlaufspindel sowie einem speziellen unterbrechungsfreien Stromversorgungssystem (USV) ausgerüstet, das die Führungen im Falle eines Spannungsabfalls vor Beschädigungen schützt.

Die maximale Abweichung beträgt beispielsweise beim Schleifen von Keramik-Platten mit Abmessungen von 770 mm × 510 mm 1,7 µm. Beim Schleifen von FC 30 (PTFE/Graphit/Carbonfaser) lag die maximale Abweichung über die gesamte Fläche von 1460 mm × 920 mm gerade mal bei 2,7 µm.

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/154982/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht 3D-Druck im Mittelstand etablieren
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften