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Energieeffizienz und Flexibilität beim Spritzgießen

04.09.2009
Auf der Fakuma 2009 werden zwölf Spritzgießmaschinen des Herstellers Boy, Neustadt-Fernthal, vertreten sein. Davon befinden sich sieben Horizontal- und Vertikalmaschinen der Baureihe XS auf dem Stand des Spritzgießmaschinenherstellers. Zudem wird eine Antriebstechnik mit servomotorischem Pumpenantrieb vorgestellt, die nun Herzstück der neuen Baureihe E ist Halle A7, Stand 7020).

Diese Maschinenreihe ermöglicht laut Hersteller eine enorme Energieeinsparung. So werden bei den Baugrößen Boy 55 E und Boy 90 E ein Einspareffekt von mehr als 50 % im Vergleich zu hydraulischen Spritzgießmaschinen mit elektronisch geregelter Verstellpumpe herausgestellt. Der Energiebedarf liegt den Angaben zufolge sogar unterhalb dem von elektromechanischen Maschinen, die zudem deutlich höhere Anschlusswerte hätten.

Vergeichmessungen verdeutlichten Energieeinsparpotenzial

Im Technikum des Spritzgießmaschinenhersteller wurden dazu Energievergleichsmessungen durchgeführt, die laut Boy das genannte Einsparpotenzial aufzeigten. Der servomotorische Pumpenantrieb mache dies möglich, weilt der Motor nur so schnell drehe, wie es der jeweilige Zyklusschritt erfordere. Dadurch befinde sich der Motor zu jeder Zeit im optimalen energieeffizienten Leistungsbereich.

Weitere Vorteile des servomotorischen Pumpenantriebs sieht man in der Reduzierung des Geräuschniveaus um etwa 20%, aber auch in Verbesserungen von Präzision und Dynamik. Das Ergebnis machte der Spritzgießmaschinenhersteller anhand von Konstanzmessungen deutlich, die eine maximale Gewichtsabweichung von 0,115% vom Durchschnittswert ergaben.

Auf der Fakuma 2009 stellt Boy aus dieser Baureihe die Spritzgießmaschine BOY 90 E vor. Darauf ist ein 24-fach Werkzeug installiert. Spritzgegossen werden damit Kabelbinder, wobei mit einem Flüssigfarbsystem des Chemiekornzers Evonik, Veränderungen in der Farbgebung in kurzer Zeit vorgenommen werden können.

Kartuschensystem statt großer Dosierpumpe beim Spritzgießen von Silikonteilen

Auf den Spritzgießmaschinen der Baureihe Boy XS werden Silikon-, Elastomer- und Thermoplastteile hergestellt. Zur Verarbeitung des Zwei-Komponenten-Flüssigsilikons kommt dabei ein Kartuschen-System zur Anwendung: Eine mit Silikon gefüllte Kartusche wird unter der Schutzhaube der Maschine eingespannt. Mit Druckluft gelangt der Inhalt nach und nach in die Spritzeinheit. Als Vorteil des Kartuschensystems wird der Wegfall der Mischpumpe für jede Maschine angesehen. Bisher hat man mit Hilfe dieser Großpumpe die beiden Silikonkomponenten für die Verarbeitung dosiert. Beim Kartuschensystem wird das Silikon vorgemischt und bis zur Verarbeitung gekühlt.

Elastomer angusslos ohne Kaltkanaltechnik verarbeiten

Analog zum Angusslos-Spritzgießen von Thermoplasten wird auf einer weiteren Spritzgießmaschine der Baureihe Boy XS ein Elastomer angusslos ohne Kaltkanaltechnik verarbeitet. Dazu stattet man diese Maschine mit einer speziellen Maschinendüse aus, um mit einem 1-Kavitäten-Werkzeug angusslos Anschlagpuffer herzustellen.

Ein Ziel der Präsentation der Baureihe XS ist die Demonstration der kurzen Maschinenabmessungen, die dennoch die Integration einer automatisierten Materialförderung und -einfärbung ermöglichen, aber auch die Einbindung von Entnahmevorrichtungen, zum Beispiel zum für Mikroteile. Dass die Kompaktheit der mit 100 kN Schließkraft ausgestatteten Maschinen, aber auch das flexible Kassetten-Werkzeugkonzept sowie das Angusslos-Spritzen die Besucher auf der Fakuma überzeugt, davon ist der Spritzgießmaschinenhersteller Boy überzeugt.

Boy auf der Fakuma 2009: Halle A7, Stand 7020

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/articles/228193/

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