Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Buchhaltung trifft Web 2.0

21.11.2008
An die vielfältigen Erfahrungen der Mitarbeiter mit dem Internet knüpft die Bedienerführung der Unternehmenssoftware Epicor 9 an. Das amerikanische Softwarehaus mit Hauptsitz in Kalifornien will damit den etablierten ERP-Anbietern im Mittelstand Konkurrenz machen.

„Wir bringen Excel ins Spiel, statt es herauszunehmen“, sagte John Hiraoka, Chief Marketing Officer von Epicor, anlässlich der Vorstellung der neuen Software-Version in München. Nach seinen Erläuterungen soll Epicor 9 die Produktivität der Mitarbeiter steigern, in dem diese bei der Bedienung des ERP-Systems möglichst häufig aus dem Alltag vertraute Software- oder Internettools nutzen können. Davon erhofft sich Hiraoka deutliche Wettbewerbsvorteilen gegenüer anderen ERP-Produkten, die oft wegen ihrer unflexiblen und wenig benutzerfreundlichen Bedienungsmasken kritisiert werden.

Entsprechend wechseln seine Kunden unkompliziert zwischen Arbeitsabläufen in MS Office und Epicor hin und her. So können etwa Rechnungsdaten per Copy & Paste aus dem ERP-System in eine Excel-Tabelle übertragen, dort bearbeitet und die Ergebnisse der Berechnungen via Zwischenablage wieder in Epicor 9 eingegeben werden. Da Epicor auf der Softwareplattform Microsoft Net beruht, fällt die Integration in weitverbreitete Programme wie Outlook besonders leicht. Aber auch der Datenaustausch mit Office-Produkten anderer Hersteller wie Lotus Notes ist möglich. RSS-Feeds beipielsweise von Wirtschaftsdiensten lassen sich einfach in die Browseransicht integrieren.

Eigene Suchmaschine für den Datenzugriff

Außendienstmitarbeiter können mit der neuen Software über ihre Handys auf Unternehmensdaten zugreifen - egal, ob es sich dabei um Geräte mit Windows Mobile, um Blackberrys oder das iPhone von Apple handelt. Da Epicor 9 nach den Standards der Serviceorientierten Architektur (SOA) programmiert wurde, funktioniert der Datenaustausch mit einer Vielzahl von Softwareprogrammen, unabhängig von der dahinterliegenden Technologie.

Auf der Suche nach relevanten Daten ist der Epicor-Nutzer nicht auf starre Eingabemasken angewiesen. Vielmehr nutzt der dafür die Suchmaschine Enterprise Search. In die reduktionistische Oberfläche gibt er seinen Suchbegriff oder eine Zeichenfolge (etwa eine Rechnungs- oder Teilenummer) ein und erhält eine nach Relevanz geordnete Linkliste mit den im ERP-System gefundenen Treffern.

Die im Programm hinterlegte Rechteverwaltung sorgt dafür, dass der Mitarbeiter nur jene Informationen gelistet bekommt, auf die er in seiner Funktion auch Zugang hat. Die Ansicht und Anordnung der Daten auf dem Bildschirm kann der Mitarbeiter weitgehend frei gestalten.

Stark vertreten in der Fertigungsindustrie

Die Epicor Software Corporation verfügt nach eigenen Angaben über rund 3000 Mitarbeiter und 20000 Kunden in mehr als 140 Ländern. Neben der Dienstleistungs- und Logistikbranche und dem Hotelgewerbe ist Epicor besonders stark in der Fertigungsindustrie vertreten.

Marketingchef John Hiraoka zufolge fahren viele seiner Großkunden eine zweigleisige ERP-Strategie: In der Zentrale kommt SAP als betriebswirtschaftliche Software zum Einsatz, in den weltweit verteilten Produktionsstätten das kostengünstigere Epicor-Produkt. Es ist das erklärte Ziel von Hiraoka, hier Wettbewerber wie Infor/Baan oder IFS aus Unternehmenskonglomeraten zu verdrängen. Auch in Deutschland zählen zu den rund 100 Epicor-Kunden vor allem Tochterfirmen ausländischer Großunternehmen.

Junge Fachkräfte finden vertraute Web-2.0-Umgebung

John Hiroaka sieht gute Chancen für die neue Software-Generation bei expandierenden mittelständischen Unternehmen. Zum einen erlaube die SOA-Technologie die schnelle Änderung von in der Software hinterlegten Geschäftsprozessen. Zum anderen verschaffe Epicor 9 Vorteile im Wettbewerb um Fachkräfte: „Diese Firmen wollen junge Menschen anziehen, die zum ersten Mal im Leben die Stelle wechseln“, so Hiraoka. „Für sie ist ein Arbeitgeber attraktiv, bei dem sie die in ihrer Freizeit geschätzten Web-2.0-Funktionalitäten für ihren Job nutzen können.“

Peter Steinmüller | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/digitalefabrik/ppserp/articles/155060/

Weitere Berichte zu: Bedienungsmaske Buchhaltung Datenaustausch ERP-System Suchmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten