Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EUROMOLD - HardPrecision - Werkzeugbau mit Präzision

09.11.2007
Hoch belastbare Bauteile im Auto wie Wellen, Zahnräder oder Kardangelenke für Antriebe werden mit Werkzeugen in Form gebracht. Neben der steigenden Bauteilqualität steht dabei vor allem die Wirtschaftlichkeit des gesamten Herstellungsprozesses im Mittelpunkt. Im EU-Projekt "HardPrecision" haben elf Partner das fünfachsige Hochpräzisions-Hartfräsen weiter entwickelt. Die Ergebnisse sind auf der Messe EUROMOLD 2007 vom 5. bis 8. Dezember in Frankfurt zu sehen.

"Bauteile - etwa im Automobilbereich - und Werkzeuge für die Massivumformung sollen immer länger halten. Sie bestehen deshalb aus hochfesten hochharten Werkstoffen, die sich allerdings auch schwerer bearbeiten lassen.

Der europäische Werkzeug- und Formenbau steht damit vor einer großen Herausforderung. Denn die Teile sollen qualitativ hochwertig gefertigt werden, ohne dass dabei die Wirtschaftlichkeit auf der Strecke bleibt", sagt Dipl.-Ing. Kristian Arntz vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen. In bisherigen Prozessketten im Werkzeug- und Formenbau werden die Werkzeuge gefräst, gehärtet, durch Funkenerosion fertig- und anschließend oft sogar noch von Hand nachbearbeitet.

Im EU-Projekt HardPrecision haben die Fraunhofer-Experten zusammen mit zehn europäischen Partnern das fünfachsige Hochpräzisions-Hartfräsen weiter entwickelt.

Neben Komponentenherstellern wie Hemtech Machine Tools aus den Niederlanden, System 3R AB aus Schweden oder der deutschen Walter Dittel GmbH waren Anwender wie die Hirschvogel Umformtechnik, Moldit SA aus Portugal oder Norma BV aus den Niederlanden beteiligt. Von wissenschaftlicher Seite wurden die Fraunhofer-Forscher vom Research Center of Manufacturing Technology der Universität Prag unterstützt. "Wesentliches Ziel war es, die Durchlaufzeiten der Werkzeuge zu reduzieren", erläutert Arntz. Dazu haben die Forscher zum ersten Mal den gesamten Fräsprozess unter die Lupe genommen - angefangen von CAM- und NC-Technologien über die Werkzeugmaschinen, die Beschichtungen der Werkzeuge und die Prozessüberwachung.

"Bei HardPrecision hatten wir die gesamte Prozesskette im Blick. Unsere Partner haben uns etwa Werkstoffe genannt, mit denen sie künftig arbeiten wollen. Im wesentlichen waren das konventionelle und pulvermetallurgische Kalt- und Schnellarbeitsstähle", sagt der Experte. Um den gesamten Prozessablauf zu optimieren, haben die Wissenschaftler eine Vielzahl einzelner Arbeitspakete geschnürt. So mussten sie beispielsweise die Prozesstechnologie neu einstellen. Denn eine zentrale Frage im Projekt lautete: Wie bekomme ich kostengünstig die richtige Geometrie in ein Werkzeug? "Der Trend in der Produktion geht dahin, immer komplexere Formen über einen Umformprozess zu erzeugen, etwa bei hochbelasteten Bauteilen für die Lenkung. So müssen im Werkzeugbau immer öfter auch hochkomplexe Formen bearbeitet werden. Dadurch werden aber die benötigten Bearbeitungswerkzeuge und die Auslegung der einzelnen Fräsbahnen immer komplexer", beschreibt Arntz die Problematik. Die Lösung: Die Maschine wurde an die neuen Bedingungen angepasst, indem die Forscher einen vollhydrostatisch gelagerten Maschinenprototyp optimiert haben. Dazu wurden unter anderem Leichtbaustrukturen integriert sowie die Maschinen- und Steuerungstechnik optimal aufeinander abgestimmt. Ein weiteres Arbeitspaket war die Programmierung geeigneter Frässtrategien zur optimalen Bahnführung für den neuen Herstellungsprozess. Schließlich mussten auch die Fräswerkzeuge selbst und deren Beschichtungen verbessert und eine Vielzahl kleinerer Prozessschritte gelöst werden.

"Auf der EUROMOLD zeigen wir an unserer Maschine die reale Bearbeitung von Werkzeugen und auch die entsprechenden Fräswerkzeuge", erläutert Arntz. Die Besucher können sich in Halle 8, Stand M122/L113 über das optimierte fünfachsige Hochpräzisions-Hartfräsen informieren.

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2007/11/Presseinformation09112007.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie

Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis

18.12.2017 | Medizintechnik