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Energieexperten diskutierten über die künftige Stromversorgung

24.04.2008
Um die Zukunft der deutschen Energieversorgung ging es beim Enercity Energie Dialog im Rahmen der Hannover-Messe 2008. Rund 270 Experten aus dem Energiesektor trafen sich aus diesem Anlass im Convention Center auf dem Messegelände.

Prof. Utz Claassen, Vorsitzender der BDI-Initiative Innovationsstrategien und Wissensmanagement, wies auf den weltweit enorm ansteigenden Energiebedarf hin: „Wenn in China alle 2,5 Tage ein 500-MW-Kraftwerk ans Netz geht, wer interessiert sich dann noch für die Kraftwerke in Deutschland?“ Die Themen Ernährung, Wasser und Energie würden künftig über den Weltfrieden entscheiden. Bis 2050 müssten 7,5 Mrd.

Menschen zusätzlich mit Strom versorgt werden. Claassen sieht für den heimischen Strommarkt als notwendig an: „1. Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke, 2.Maßnahmen zur Energieeffizienz.“ Nur damit ließen sich die Klimaschutzziele erreichen.

Atom- und Kohlekraftwerke stehen für 80% der deutschen Stromversorgung

Prof. Claudia Kemfert, Leiterin Energie, Verkehr und Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), unterstützte diese Position: „Wenn wir keine Atom- und Kohlekraftwerke mehr wollen, haben wir 80% der deutschen Stromversorgung wegdekliniert.“

Einer der Gäste war der Niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche. Er setzt auf freien Wettbewerb und Abbau von Subventionen. Mit einem marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen könnten die notwendigen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz geschaffen werden.

Noch weitere Herausforderungen im Klimaschutz

„Die dicken Bretter im Klimaschutz kommen erst noch“, sagte Hirche. Ab 2015 drohten in Deutschland Versorgungslücken. Seiner Einschätzung nach können erneuerbare Energien im Jahr 2050 maximal 50% des Bedarfs abdecken. Zur Stromerzeugung setzt auch Hirche deshalb auf Atomkraft.

Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Enercity Stadtwerke Hannover, warnte vor einer Blockadepolitik gegen neue Kraftwerke. Die benötigten Kapazitäten würden auf jeden Fall gebaut. „Kraftwerke, die nicht in Deutschland entstehen, werden an anderen Plätzen errichtet – und dies nach Vorgaben, die die deutsche Politik nicht mehr überwachen, geschweige denn steuern kann.“ Einig waren sich die Experten, dass die Strompreise weiter steigen. Einen großen Anteil an der Preissteigerung habe die von 1998 bis 2008 verdoppelte Steuerquote.

Stadtwerke Hannover AG, Halle 13, Stand C26

Frank Fladerer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1542&pk=119458

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