Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Mio. deutsche Schüler Opfer von Cybermobbing

02.09.2009
Angriffe verlagern sich immer stärker ins Netz

In Deutschland sind mittlerweile rund zwei Mio. Schüler Opfer von Cybermobbing. Laut einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) an der Universität Koblenz-Landau sind insgesamt etwa fünf Mio. Kinder und Jugendliche regelmäßig von Mobbingattacken betroffen.

Ein beachtlicher, immer größer werdender Anteil davon hat sich inzwischen in die virtuelle Welt verlagert, wie die Zahlen deutlich zeigen. Im Zuge der Untersuchung gaben 40,5 Prozent der Befragten an, von direktem Mobbing - offline sowie online - betroffen zu sein.

"Von Cybermobbing wie auch von direktem Mobbing sind am stärksten jüngere Schüler in den ersten vier Klassenstufen betroffen. Je älter die Schüler werden, desto weniger treten Mobbingfälle auf", so ein Sprecher von "Schau hin!" http://www.schau-hin.info , einer Initiative des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Vodafone, ARD und ZDF sowie der TV-Zeitschrift TV Spielfilm, auf Nachfrage von pressetext. Beim Cybermobbing seien Jungen und Mädchen annähernd gleich betroffen, hingegen würden beim direkten Mobbing häufiger die Jungen zum Opfer. Am häufigsten finden Mobbingattacken nach wie vor auf dem Pausenhof statt, allerdings holt das Cybermobbing aufgrund der zunehmenden Verbreitung von E-Mail, Handy, Instant Messaging und Social Networks immer schneller auf. So sind laut den Studienergebnissen bereits 16,5 Prozent der Befragten einmal Opfer von Mobbing im Netz gewesen.

Beleidigungen geschehen oft in Chatrooms oder via Instant Messenger, wobei es sich bei den Absendern zumeist um Klassenkollegen handelt. Besonderes Leid wird dadurch für die Opfer verursacht, weil das Publikum im Web unüberschaubar groß ist und sich Inhalte und Gerüchte extrem schnell verbreiten. Infolge geht der Psychoterror oft nach der Schule über Computer oder Handy weiter. Cybermobbing erzeugt zudem ein noch stärkeres Hilflosigkeitsgefühl bei den Opfern als "normale" Angriffe. Denn nicht selten erfahren die Betroffenen erst über Umwege davon oder finden per Zufall kompromittierende Fotos von sich im Netz.

Das Löschen der Inhalte gestaltet sich zudem als aufwendig oder ist in vielen Fällen überhaupt nicht mehr möglich. "Selbst wenn Fotos oder Inhalte auf einer Website gelöscht werden, können sie zuvor schon vielfach kopiert worden sein. Vielfach wird auch das Handy benutzt, um den Opfern Drohungen oder Beleidigungen zu schicken", erklärt der "Schau hin!"-Sprecher gegenüber pressetext. Gleichzeitig ist es für die Eltern schwer zu erkennen, ob das eigene Kind gemobbt wird. Viele Betroffenen reagieren eingeschüchtert, beteiligen sich nicht mehr am Unterricht und ziehen sich stark zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere wiederum reagieren mit Aggression darauf oder werden krank. Bei den Opfern stellt sich außerdem häufig das Gefühl ein, sie seien Versager, dumm oder unattraktiv.

"Schau hin!" will daher Eltern und Kinder unterstützen, aufklären und Tipps geben, wie man sich gegen Cybermobbing wehren kann. Vor allem sollten Eltern das Thema aktiv bei ihren Kindern ansprechen. Diese wiederum sollten möglichst wenig private Details von sich ins Netz stellen, um Angriffe zu verhindern.

Ergebnisse der ersten Befragungswelle der zepf-Studie unter (pdf-Download): http://www.zepf.uni-landau.de/fileadmin/downloads/Mobbing_Schueler.pdf

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zepf.uni-landau.de/fileadmin/downloads/Mobbing_Schueler.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht mce mediacomeurope schließt Kooperationsvertrag mit Anixe TV
13.04.2018 | mce mediacomeurope GmbH

nachricht Gebärdensprache neu gedacht
14.03.2018 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics