Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernen durch Podcasting: Bilden in der Bahn und auch beim Bügeln

02.12.2008
Hörbücher oder Podcasts haben Konjunktur. Längst nutzen viele Menschen die Zeit beim Joggen, beim Autofahren oder in der U-Bahn zur Unterhaltung und zum Wissenserwerb per Audio: "Sogar beim Bügeln kann man so lernen", erläutert Juniorprofessor Dr. Michael Klebl von der FernUniversität in Hagen, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Stephan Lukosch das "Kollaborative audio-basierte Storytelling" (CASTing) entwickelt hat.

Das Besondere am Konzept von CASTing: Die Beiträge werden bis zum letzten Knopfdruck in der Zusammenarbeit und Verantwortung der gesamten Gruppe erstellt und das Ganze ist audiobasiert.

Hörbücher oder Podcasts haben Konjunktur. Längst nutzen viele Menschen die Zeit beim Joggen, beim Autofahren oder in der U-Bahn zur Unterhaltung und zum Wissenserwerb per Audio: "Sogar beim Bügeln kann man so lernen", erläutert Juniorprofessor Dr. Michael Klebl von der FernUniversität in Hagen, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Stephan Lukosch das "Kollaborative audio-basierte Storytelling" (CASTing) entwickelt hat. Das Besondere am Konzept von CASTing: Die Beiträge werden bis zum letzten Knopfdruck in der Zusammenarbeit und Verantwortung der gesamten Gruppe erstellt und das Ganze ist audiobasiert.

Neben der universitären Lehre sehen die beiden Nachwuchswissenschaftler viele Anwendungsmöglichkeiten für Wissenserwerb und -vermittlung. In Unternehmen ist Storytelling bereits als Methode des Wissensmanagements etabliert. Auch für die Kommunikation zwischen Laien und Experten und selbst beim Bürgerrundfunk kann CASTing sich eignen.

Bei diesem Forschungs- und Entwicklungsprojekt kooperieren die beiden Nachwuchswissenschaftler Dr. Michael Klebl und Dr. Stephan Lukosch seit über zwei Jahren interdisziplinär. Klebl, Experte für computergestützte Gruppenarbeit (CSCL), ist Juniorprofessor in der Hagener Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften, Lukosch war bis zu seiner kürzlich erfolgten Berufung an die TU in Delft (NL) Juniorprofessor für "Verteilte Systeme für kooperative Arbeits-/Lernumgebungen" in der FernUni-Fakultät Mathematik und Informatik. An CASTing werden die beiden weiter zusammenarbeiten.

An der FernUniversität können Studentinnen und Studenten seit Beginn des Wintersemesters 2008/2009 in Seminaren gemeinsam Podcasts erstellen, um durch den lebendigen Dialog zu lernen. Als u. U. weltweit verteilte Gruppe arbeiten sie über das Internet und zu unterschiedlichen Zeiten an dem Projekt. Diese grenzenlose Zusammenarbeit schließt den gemeinsamen virtuellen Schnitt der Podcast-Beiträge ein.

"In der Forschung interessiert uns, wie wir die Studierenden dazu bringen können, als Gruppe Podcasts zu produzieren", so Klebl, "und wir wollen wissen: Was passiert dann in der Gruppe?" Es geht nicht darum, Vorlesungen aufzunehmen und in MP3-Dateien umzuwandeln. Vielmehr bilden die Wissenschaftler außer dem universitären Lernkontext auch Lehr- und Lernprozesse in anderen Bereichen ab. Denn Wissenserwerb und -vermittlung findet in Organisationen auf sehr vielfältigen Wegen gerade außerhalb des Seminarraums statt. Durch Gespräche am Arbeitsplatz, auf Arbeitswegen, in Pausen etc. wird oft besonders viel Expertenwissen weiter gegeben und "Atmosphärisches" vermittelt. Das geschieht oft in Form einer Geschichte, wie man das auch von Familienfeiern her kennt: "Weißt Du noch...?" Nur mit dem "Atmosphärischen" kann man in Organisationen bestimmte Entscheidungen, Strukturen oder Verhältnisse einordnen.

Durch solches "Storytelling" entsteht auch Expertenwissen, das in Projektgruppen zur Reflexion von Projektverläufen genutzt werden. Aber nur, wenn alle Gruppenmitglieder darauf Zugriff haben, also gemeinsam die Geschichte erzählen. Sie stellen Rückfragen, ergänzen sie durch immer neue Beiträge oder fassen Erinnerungen zusammen: Zuhörer werden zu Co-Erzählern. Modernes Wissensmanagement versucht, auch solche informellen Prozesse zu nutzen.

Die beiden Forscher setzen Podcasts ein. Charakteristisch für diese Form der Wissensvermittlung ist, dass Erfahrungen und Erkenntnisse durch mündliches Erzählen und Hören weitergegeben werden. Durch die Beschränkung auf Audio wird das Erzählen besonders authentisch. Die Aufmerksamkeit kann durch eine geschickte Didaktik gesteuert werden. Wie in einem Hörbuch.

Für dieses Vorhaben gab es allerdings noch kein technisches System, das lebendige Gruppenarbeit unterstützt. Klebl und Lukosch gelang es, einen einsatzfähigen Prototyp zu entwickeln. Weil 80 Prozent der FernUni-Studierenden berufstätig sind, muss das System das verteilte und asynchrone Arbeiten unterstützen: Die weit entfernten Gruppenmitglieder arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten an dem Thema. Ihre Beiträge sind allen Gruppenmitgliedern per Internet zugänglich. Teilstücke können an anderer Stelle genutzt werden, unwichtige Teile gelöscht, Fehlendes nachträglich eingefügt werden. Die Endfassung entsteht auf Knopfdruck, wenn die Gruppe sich einig ist. Sogar alternative (Teil-)Fassungen sind möglich.

Susanne Bossemeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fernuni-hagen.de/universitaet/aktuelles/2008/11/24-am-podcast.shtml

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme

20.11.2017 | Maschinenbau

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz

20.11.2017 | Physik Astronomie

Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie