Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Vampir-Effekt - Studierende der DHBW Karlsruhe gewinnen neue Erkenntnisse mit Eye Tracking

03.08.2015

Studieren an der DHBW bedeutet praxisorientierte Vorlesungen und spannende, hochaktuelle wissenschaftliche Projekte. Eine Fragestellung aus der aktuellen Forschung ist z.B. inwieweit durch eine optimierte Gestaltung von Werbemedien die Informationsverarbeitung verbessert und damit die Wirkung erhöht werden kann. Damit lassen sich Anzeigen interessanter und spezifischer für die Zielgruppe gestalten, was letztlich zu einer Eindämmung der Werbeflut führen kann. Wie man dabei vorgeht und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse die Studierenden dabei gewonnen haben wird im Folgenden kurz skizziert.

Der Einfluss abgebildeter Personen auf die Informationsverarbeitung Werbung muss wirken – verpufft der Effekt, zahlen letztlich die Konsumenten. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Webseiten von Versicherungsunternehmen mittels Eye Tracking analysiert, um neue Erkenntnisse für eine optimierte Gestaltung zu gewinnen. Eye Tracking ist eine Untersuchungsmethode der Marktforschung. Durch spezielle Blickregistrierungssysteme (Eye Tracker) lässt sich das von den Probanden Gesehene direkt abbilden und analysieren.


Abbildung 1

DHBW Karlsruhe


Abbildung 2

DHBW Karlsruhe

Studiendesign
Das Studiendesign umfasste sowohl Eye Tracking, bei dem allen Probanden verschiedene Websites von Versicherungsunternehmen je fünf Sekunden lang gezeigt wurden, als auch eine anschließende persönliche Befragung der Probanden. Die Stichprobe umfasste 17 Teilnehmer.

Ziel der Erhebung
Durch die Kombination der beiden Erhebungsmethoden des Eye Tracking und der persönlichen Befragung sollte untersucht werden, welchen Einfluss die abgebildeten Personen und insbesondere deren Blickrichtung auf die Wahrnehmung und die Informationsverarbeitung der Probanden haben.

Studienergebnisse
Es konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden: Die Aufmerksamkeit und Verarbeitung von Informationen lässt sich positiv beeinflussen, indem abgebildete Personen durch ihre Blickrichtung und Körperhaltung die Probanden zu den relevanten Informationen hinführen (siehe Abbildung 1).

Durch diese Erkenntnis lässt sich bei der Gestaltung von Kommunikationsmitteln der so genannte „Vampir-Effekt“ vermeiden. Da Bildern – im Vergleich zu Texten – häufig eine größere Aufmerksamkeit gewidmet wird, besteht die Gefahr darin, dass der abgebildeten Person ein Großteil der Aufmerksamkeit geschenkt wird und relevante Informationen dadurch nicht mehr (oder nur noch in geringerem Maße) wahrgenommen und verarbeitet werden. Wird die Aufmerksamkeit des Betrachters also nicht zur Botschaft gelenkt, sondern durch die Person abgelenkt, so spricht man von einem Vampir-Effekt.

Frühere Erhebungen zeigten bereits, dass bei identischen Darstellungen von Personen, die sich nur durch die Blickrichtung unterschieden, nicht nur ein deutlicher Einfluss auf die Wahrnehmung sondern auch auf die Informationsverarbeitung bei den Probanden festgestellt werden kann.

Fazit
Gerade Dienstleistungsunternehmen bilden häufig Personen in der werblichen Kommunikation ab. Es kann sinnvoll sein, Anzeigenmotive im Vorfeld zu testen, um sicherzustellen, dass das Erreichen der Kommunikationsziele durch die dargestellten Personen auch tatsächlich unterstützt und nicht sogar behindert wird.

Weitere Informationen:

http://www.dhbw-karlsruhe.de

Susanne Diringer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik