Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobiles Radio – auch für das Auge?

01.08.2007
Das Auge hört mit: Für das Handy-Radio haben Forscher einen neuen Audiodienst entwickelt, bei dem der Ton durch Bilder auf dem Display untermalt wird – etwa CD-Cover oder Konzertfotos. Ton und Bild brauchen nur ein Viertel der Bandbreite des herkömmlichen Radios.

Begeistert summt der Hörer das Lied mit, das aus dem Handy-Radio dudelt. Diese Musik könnte man sich eigentlich mal kaufen – auf welcher CD der Song wohl erschienen ist? Ein kurzer Blick auf das Display gibt Antwort: Hier erscheinen zu jedem Lied Zusatzinfos in Form von Bildern, etwa das CD-Cover, Fotos von einem Konzert der Band oder – falls es sich um einen Soundtrack handelt – Screenshots aus dem Film. Das Besondere: Der Service benötigt inklusive der Bilder nur ein Viertel der Bandbreite, die das momentan übliche digitale Stereosignal über DAB braucht. Damit reduzieren sich auch die Übertragungskosten von Bild und Ton auf nur etwa 25 Prozent.

Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin, die das »visuelle Radio« entwickelt haben, mussten dazu zunächst das Tonsignal komprimieren. »Statt des herkömmlichen DAB-Formats nutzen wir das Radioformat High-Efficiency Advanced Audio Coding HE-AAC, das unsere Kollegen in der Fraunhofer-Ausgründung Coding Technologies entwickelt haben«, sagt Dr. Ralf Schäfer, Abteilungsleiter am HHI. »So konnten wir die Bandbreite des Tons von 192 Kilobit pro Sekunde auf 48 Kilobit pro Sekunde reduzieren.« Um auch die Bilder Platz sparend verschicken zu können, komprimieren die Experten auch diese. Dafür verwenden sie die Technik, die für das mobile Fernsehen auf dem Handy eingesetzt wird. »Hier ging es darum, die Komprimierung auch auf Standbilder effizient anwenden zu können«, sagt Schäfer. »Mit Erfolg: Schicken wir etwa alle zwei Sekunden ein neues Bild mit, kommen lediglich 10 bis 15 Kilobit pro Sekunde dazu.« Hierzu wird das zur Zeit effizienteste Videocodierverfahren H.264/AVC verwendet, an dessen Entwicklung und Standardisierung die Forscher des HHI maßgeblich beteiligt waren.

Im August geht das visuelle Radio in mehreren Regionen in Deutschland in den Testbetrieb – bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Interessierte können das visuelle Radio auch auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand auf der Messe IBC testen, die vom 7. bis 11. September in Amsterdam stattfindet (Halle 8, Stand 381). Schäfer sieht das visuelle Radio als neuen Dienst zunächst in Mobile-TV-Netzen. Langfristig, so hofft der Forscher, könnte das neue visuelle Format das traditionelle Radio ersetzen.

Dr. Ralf Schäfer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Bandbreite CD-Cover Display Handy-Radio Kilobit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Zwischen Filterblasen, ungleicher Sichtbarkeit und Transnationalität
06.12.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie