Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Markenerlebnisse über sprechende Plakate

14.05.2007
Unternehmen entwickeln neue Audiowelten für die Werbung

Eine Szene in Steven Spielbergs Film Minority Report hat die Werbebranche nachhaltig beeinflusst: Sprechende Plakate umgarnen den Hauptdarsteller, sprechen ihn mit seinem Namen an und verweisen ihn auf persönliche Werbeangebote.

Die "Plakate" sind in Wahrheit Bildschirme neuester Technologie, die noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Aber die Technik, den Passanten persönlich anzusprechen, die gibt es bereits. So hat Ströer Außenwerbung an Bahnhöfen, S-Bahn- und U-Bahnstationen bereits mehr als 3.500 City-Light-Poster als so genannte Mobilepoints mit Infrarot-Schnittstellen ausgestattet. Richtet man sein Handy auf den leuchtenden Mobilepoint, erhält man eine SMS zugeschickt, die Werbebotschaften enthält, wie Einkaufsgutscheine, elektronische Flyer oder Gratis-Klingeltöne. Bereits im Mai vergangenen Jahres wurde so für den Kinostreifen Mission Impossible 3 geworben - die Nutzer konnten Klingeltöne mit Filmmusik gratis herunterladen.

Inzwischen sind viele der Mobilepoints mit Bluetooth ausgerüstet und schaffen eine Sendeentfernung von 15 bis 30 Meter. "Infrarotschnittstellen waren nur zur Übertragung geeignet, wenn man das Handy direkt an dieses Plakat hielt. Und mit Bluetooth lassen sich auch größere Datenmengen übertragen - etwa Filmtrailer oder Musikdateien", erklärt Bernd Röthlingshöfer, Chefredakteur des Bonner Informationsdienstes Werbepraxis aktuell. Zwar seien die großen Marken Vorreiter bei der neuen Technologie - aber auch für den lokal tätigen Einzelhandel oder Dienstleister biete sie riesige Chancen. "Denn besser als Werbesprüche aufs Handy zu versenden, ist es, topaktuelle Angebote zu übermitteln, die im Umfeld des Plakats sofort genutzt werden können. So könnte beispielsweise ein Modefachgeschäft Plakate in der näheren Umgebung dazu nutzen, um die tagesaktuellen Sonderangebote mit einem persönlichen Gutscheincode aufs Handy der Passanten zu übermitteln. Im Geschäft wird der persönliche Gutschein dann vorgezeigt. Restaurants in Bahnhofsnähe könnten mit Plakaten Reisende auf ihre Tagesmenüs aufmerksam machen. Auch hier hilft ein Gutscheincode, den Appetit anzuregen. Selbst ein Mini-Stadtplan könnte übermittelt werden und den Passanten so den Weg ins Geschäft erleichtern - gut geeignet für Souvenirshops und Geschenkartikelanbieter", so Röthlingshöfer.

... mehr zu:
»Handy »Mobilepoint »Plakat

Bei einer Kampagne für einen Online-Musikshop in verschiedenen Großstädten wie in Köln wurde die Akzeptanz der interaktiven Plakate erstmals getestet. Angeboten wurde der Song eines neuen Albums von Pop-Sängerin Nelly Furtado. Über 4.000 Kölner haben während des sieben Tage dauernden Werbezeitraums von dem Angebot Gebrauch gemacht, den Song auf das Handy herunterzuladen. Immerhin sind das 28 Prozent der Nutzer, die von der Bluetooth-Schnittstelle der Plakate registriert wurden.

In der Allianz-Arena bekommen Besucher Werbung und ergänzende Informationen zu den dort stattfindenden Veranstaltungen überspielt. Initiator der Bluetooth-Werbung ist die Allianz-Versicherung. "Vor allem innerhalb geschlossener Veranstaltungen können die Bluetooth-Informationen für die Empfänger sehr sinnvoll sein", betont Röthlingshöfer im Gespräch mit pressetext.

"Denkt man das Thema konsequent weiter, so liegt es doch nahe, mittels Sprachtechnologie wirklich 'sprechende Plakate' im Sinne einer 'natürlichsprachlichen Interaktion' anzubieten. Statt SMS lässt sich hier ein Anruf aufbauen, der spezifische Angebote offeriert und zu einer direkten Interaktion über Sprache einlädt. So kann man das 'Marken-Erlebnis' um ein Vielfaches verstärken, wenn die Anzeige in Kombination mit der zugehörigen 'Audio-Welt' angeboten wird", sagt Jens Klemann, Geschäftsführer des Bad Homburger Beratungshauses Strateco und Mitinitiator der Voice Days in Bonn. Zur Zeit beschäftigen sich nach seiner Analyse viele Firmen mit dem Aufbau einer entsprechenden Audio-Präsenz, da die Einprägsamkeit und der Wiedererkennungseffekt beim Konsumenten über diesen Kanal wesentlich höher liege und sehr nachhaltig sei. "Außerdem lässt sich mittels Sprache eine Werbebotschaft wesentlich emotionaler übermitteln. Ziel ist es dabei auch, eine Wiedererkennung über alle Kontaktkanäle zu erreichen - von der Telefon-Warteschleife über die Mailbox der Mitarbeiter bis hin zum Fernseh-Werbespot", führt Klemann gegenüber pressetext aus.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.stroeer.de
http://www.werbepraxis-aktuell.de
http://www.strateco.de

Weitere Berichte zu: Handy Mobilepoint Plakat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie