Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internetverband startet "Mittelstand online"

17.01.2002


Der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln), hat eine neue Initiative "Mittelstand online" gestartet. Ziel ist es, die rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zu ermuntern, sich weitergehend im Internet zu engagieren. Den Vorsitz der neuen eco-Initiative hat Prof. Dr. Ing. Sigram Schindler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Berliner Teles AG, übernommen. Er leitet das neue eco-Mittelstandsprogramm gemeinsam mit dem Verbands-Geschäftsführer Harald A. Summa.

Der eco-Verband sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Internetnutzung im Mittelstand. Nach Verbandsrecherchen verfügen zwar rund 80 Prozent der KMUs über einen Internetzugang. Aber nur etwa 1 Million Mittelständler, also rund 29 Prozent, sind mit einer eigenen Website im Netz präsent. "Der Mittelstand läuft Gefahr, den Anschluss an die Online-Ökonomie zu verlieren, wenn er sich weiterhin in Webabstinenz übt", warnt Prof. Sigram Schindler. "Die derzeit eher negativen Schlagzeilen über E-Business könnten viele Mittelständler verschrecken", fürchtet eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der eco-Verband rät der mittelständischen Wirtschaft, sich nicht vom Ende der Hypephase zur falschen Schlussfolgerung verleiten zu lassen, das Internet sei "tot". Ganz im Gegenteil sind heute mehr Verbraucher und Firmen im Netz unterwegs als je zuvor, heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft. Dabei werde das Internet gegenwärtig vor allem als wichtige Informationsquelle vor größeren Kaufentscheidungen genutzt. "Wenn ein mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mithalten will, kommt es an einem professionellen Internetauftritt nicht vorbei" erklärt Prof. Schindler als Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung.

Summa und Schindler weisen auf das enorme Gefährdungspotenzial für das "Mittelstandsland Deutschland" hin, falls die KMUs den Anschluss an die Online-Ökonomie verpassen. Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie stellen fast 70 Prozent aller Arbeitsplätze und 80 Prozent aller Ausbildungsplätze. Beinahe 60 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland und fast die Hälfte der steuerpflichtigen Umsätze entstehen in mittelständischen Firmen.

Mittelstand scheut hohe Investitionen und hat Lücken im Know-how

Als Hauptgründe für die Zurückhaltung der mittelständischen Wirtschaft nennt der eco-Verband die Scheu vor hohen Investitionen mit ungewissem Return on Investment und Lücken im Know-how über Technik und Konzepte für E-Business. Dazu Prof. Sigram Schindler: "Viele KMUs haben den Eindruck, sie müssten Tausende oder gar Zehntausende von Euro investieren, um im Netz präsent zu werden. Hinzu kommt, dass die Mittelständler kaum Beratungskompetenz in ihrer Nähe finden."

Gemeinsam mit der Industrie will der eco-Verband daher den Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur von Internet-Anlaufstellen für mittelständische Firmen fördern. Ähnlich dem bundesweiten Netz der Steuerberater soll der Fachhandel fit gemacht werden, um als Internet-Consultants den Mittelstand technisch, produktseitig und konzeptionell zu beraten. Umfragen zufolge legen rund 80 Prozent der KMUs Wert auf eine lokale Betreuung unmittelbar vor Ort. Zudem will der Verband gemeinsam mit namhaften Anbietern speziell für den Mittelstand Geschäftsmodelle ausarbeiten, bei denen sich KMUs ohne nennenswerte Investitionen im Netz präsentieren können. An die Stelle der Anfangsinvestition treten dabei laufende Kosten von einigen Hundert Euro pro Monat, vergleichbar beispielsweise mit den Leasingraten für einen Firmenwagen.

Die neue Initiative will darauf hinwirken, dass sich die mittelständische Wirtschaft nicht nur Zugang zum Internet verschafft, sondern auch mit einer eigenen Website im Netz präsent wird und damit ihre Geschäftstätigkeit erheblich belebt. Nach einer Untersuchung von Prognos, die die Teles AG in Auftrag gegeben hat, verfügt nur rund die Hälfte aller KMUs mit Internetzugang über eine Webpräsenz. Je größer ein Unternehmen ist, desto intensiver werden die Möglichkeiten des Internet genutzt, hat Prognos zutage gefördert. Daher will der eco-Verband mit der neuen Initiative in besonderer Weise kleine und mittlere, regional operierende Firmen adressieren. Dabei soll den Firmen geholfen werden, das Internet für E-Business proftabel zu nutzen.

Prof. Sigram Schindler nennt konkrete Ziele: "Heute haben nur maximal 10 Prozent aller regional orientierten Mittelständler einen profitablen Online-Shop im Netz. Unser Ziel ist es, diesen Anteil innerhalb der nächsten Jahre auf rund 25 Prozent zu steigern."

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft sucht bei "Mittelstand online" die enge Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern.

eco Electronic Commerce Forum e.V. ist der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Ziel ist, die kommerzielle Nutzung des Internets voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der globalen Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt zu stärken. eco Forum e. V. versteht sich in diesem Sinne als Interessenvertretung der deutschen Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in internationalen Gremien.

Team Andreas Dripke GmbH | ots

Weitere Berichte zu: Internetwirtschaft KMU Mittelstand Mittelständler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE