Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesamt für Naturschutz und Universität Hannover stellen Interaktiven Landschaftsplan vor

05.04.2006


Verbesserte Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger


Im Erprobungs- und Entwicklungsprojekt (E+E) des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) "Interaktiver Landschaftsplan Königslutter am Elm" ist es gelungen, die Anwendungsmöglichkeiten für den innovativen Einsatz neuer Medien in der Umweltplanung zu verbessern. Die entwickelten Werkzeuge wie das digitale Beteiligungsinstrument sind auch für andere Planungsaufgaben als die Landschaftsplanung einsetzbar. Die wissenschaftliche Abschlusstagung des Projektes am Donnerstag, 6. und Freitag, 7. April 2006 an der Universität Hannover hat nun das Ziel, die Erfahrungen aus dem Projekt vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen - hierzu gehören beispielsweise die zunehmende Verbreitung des Internets, die Einrichtung einer Geodateninfrastruktur oder die Qualitätssicherung am Beispiel des niederländischen "e-Citizen Programme" - zu diskutieren

Der Präsident des BfN, Prof. Hartmut Vogtmann sagt dazu: "Im Bereich der Umweltinformation wurden unter anderem durch die im Jahre 2001 in Kraft getretene Aarhuskonvention und die EG-Richtlinie über den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen moderne Beteiligungsformen der Öffentlichkeit unabdingbar. Elektronische Medien nutzen wir deshalb offensiv auch für eine verbesserte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, um die Wirksamkeit und Akzeptanz von Naturschutzinstrumenten zu steigern."


Der Bedarf an Forschung und praktischer Erprobung ist weiterhin groß. Immer neue Funktionen und Möglichkeiten werden entwickelt und müssen in die Planungs- und Kommunikationskonzepte sowie interne Arbeitsabläufe der Kommunen eingefügt werden. "Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen wie der räumlichen Planung, eLearning oder Informatik loten Möglichkeiten aus und verständigen sich über die neuen Herausforderungen und künftige Qualitätsstandards für den Einsatz neuer Medien", erklärt Prof. Bettina Oppermann, Leiterin der Begleitforschung am Institut für Freiraumentwicklung der Universität Hannover.

Ein Nutzen durch den Einsatz elektronischer Medien in der räumlichen Planung ist sowohl für die Kommunen als auch für die Bürgerinnen und Bürger vorhanden: mehr Effizienz bei der Datenverarbeitung, eine transparente und adressatengerechte Darstellung von Planung über das Internet oder der Zugriff auf aktuelle Informationen rund um die Uhr. "Der interaktive Landschaftsplan Königslutter am Elm hat als "Best Practice-Beispiel" den Einsatz der neuen Medien in der räumlichen Planung vorangebracht", sagt Prof. Christina von Haaren, Institut für Umweltplanung der Universität Hannover, und verweist auf Planungen, in denen das Instrument inzwischen eingesetzt und weiterentwickelt wurde. Auch international stößt das Projekt auf Interesse - beispielsweise in den Niederlanden und in Russland.

Seit kurzem ist der Abschlussbericht zum Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Interaktiver Landschaftsplan Königslutter am Elm" für 22 Euro erhältlich. Im Internet ist er zu beziehen unter www.bfn.de/neuerscheinungen.html.

Hintergrundinformationen

Die Stadt Königslutter am Elm hat in Zusammenarbeit mit der Universität Hannover sowie dem Planungsbüro entera einen interaktiven Landschaftsplan erstellt. Landschaftsplaner, Multimediaexperten und Informatiker der Universität Hannover begleiteten den Planungsprozess in den Jahren 2002 bis 2005. Sie entwickelten und erprobten neue Instrumente für die interaktive Planung. Im Mittelpunkt des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens "Interaktiver Landschaftsplan", das vom Bundesamt für Naturschutz sowie vom Land Niedersachsen gefördert wurde, stand eine Internet-Plattform (www.koenigslutter.de/landschaftsplan.php).

Visualisierungen wie Fotomontagen oder Computersimulationen veranschaulichten bei Bürgerversammlungen mögliche Landschaftsentwicklungen. Befragungen und Rückmeldungen von Bürgern trugen wesentlich dazu bei, adressaten- und bedarfsgerechte Softwarebausteine zu entwickeln. Die im Projekt entwickelten Softwarebausteine sind frei verfügbar (open source) und können auch bei anderen Planungen und öffentlichen Aufgabenbereichen eingesetzt werden - beispielsweise in der Bauleitplanung oder in Auskunfts- und Meldesystemen wie für Straßenschäden, Müllablagerungen oder Baukataster. Den Transfer der Erkenntnisse aus dem Projekt "Interaktiver Landschaftsplan" betrachtet die wissenschaftliche Begleitforschung, die im Sommer 2006 endet.

Stichwort: Landschaftsplan

Der Landschaftsplan ist das zentrale, vorsorgeorientierte Planungsinstrument von Naturschutz und Landschaftspflege auf Gemeindeebene. Er stellt in Text und Karten Informationen über den Zustand der Umwelt dar und entwickelt Vorschläge zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft. Den Gemeinden ermöglicht der Landschaftsplan als Gesamtkonzept für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen mehr Planungssicherheit in der Bauleitplanung, eine attraktive Standortsicherung und eine bessere Tourismusentwicklung. Bürger und Grundstückseigentümer können den Landschaftsplan als umfassende Informationsquelle über den Zustand von Natur und Landschaft vor Ort nutzen. Im neuen Bundesnaturschutzgesetz ist eine flächendeckende Landschaftsplanung verankert. In Niedersachsen hat der Landschaftsplan einen empfehlenden Charakter. Eine Umsetzung der dargestellten Maßnahmen erfolgt durch die Integration in die Bauleitplanung sowie das Engagement der Gemeinde, der Bürger, der Natur- und Umweltschutzgruppen oder durch Förderprogramme des Landes und der EU.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de/neuerscheinungen.html
http://www.koenigslutter.de/landschaftsplan.php

Weitere Berichte zu: Bauleitplanung Landschaftsplan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Der Vampir-Effekt - Studierende der DHBW Karlsruhe gewinnen neue Erkenntnisse mit Eye Tracking
03.08.2015 | Duale Hochschule Baden-Württemberg

nachricht Wann Schweigen Gold ist und wann nicht – Forscher klären, was mit Erinnerungen im Gespräch passiert
13.07.2015 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosten sparen beim Bau von Flugzeugturbinen

Verdichterscheiben für Flugzeugturbinen werden aus einem Materialstück herausgefräst. Bei der Bearbeitung fangen die Schaufeln an zu schwingen. Ein neuartiges Spannsystem steigert die Dämpfung der Schaufeln nun auf mehr als das 400-fache. Es lassen sich bis zu 5000 Euro Kosten bei der Fertigung einsparen.

Mal eben schnell in den Urlaub jetten oder für ein langes Wochenende nach Rom, Paris oder Madrid fliegen? Der Flugverkehr steigt, insbesondere der...

Im Focus: Gletscher verlieren mehr Eis als je zuvor

Der Gletscherschwund im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erreicht einen historischen Rekordwert seit Messbeginn. Das Schmelzen der Gletscher ist ein globales Phänomen und selbst ohne weiteren Klimawandel werden sie zusätzlich an Eis verlieren. Dies belegt die neueste Studie des World Glacier Monitoring Services unter der Leitung der Universität Zürich.

Seit über 120 Jahren sammelt der World Glacier Monitoring Service, mit heutigem Sitz an der Universität Zürich, weltweite Daten zu Gletscherveränderungen....

Im Focus: Glaciers melt faster than ever

Glacier decline in the first decade of the 21st century has reached a historical record, since the onset of direct observations. Glacier melt is a global phenomenon and will continue even without further climate change. This is shown in the latest study by the World Glacier Monitoring Service under the lead of the University of Zurich, Switzerland.

The World Glacier Monitoring Service, domiciled at the University of Zurich, has compiled worldwide data on glacier changes for more than 120 years. Together...

Im Focus: Gefangen in Ruhelosigkeit

Mit ultrakalten Atomen lässt sich ein neuer Materiezustand beobachten, in dem das System nicht ins thermische Gleichgewicht kommt.

Was passiert, wenn man kaltes und heißes Wasser mischt? Nach einer Weile ist das Wasser lauwarm – das System hat ein neues thermisches Gleichgewicht erreicht....

Im Focus: Quantum Matter Stuck in Unrest

Using ultracold atoms trapped in light crystals, scientists from the MPQ, LMU, and the Weizmann Institute observe a novel state of matter that never thermalizes.

What happens if one mixes cold and hot water? After some initial dynamics, one is left with lukewarm water—the system has thermalized to a new thermal...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Managementkonferenz

04.08.2015 | Veranstaltungen

Tagung "Intelligente Beschichtungen für Außenanwendungen" in Dresden

03.08.2015 | Veranstaltungen

MS Wissenschaft in Stuttgart: Fraunhofer zeigt Chancen im Ländle auf

03.08.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Tropische Invasionen im Mittelmeer: Welche Arten sind erfolgreich?

04.08.2015 | Biowissenschaften Chemie

CO2 aus der Luft zurück zu holen kann die Ozeane nicht retten - wenn wir weiter Kohle, Öl verfeuern

04.08.2015 | Geowissenschaften

Multi-Spitzen-Rastertunnelmikroskop liefert neuen Wert für den Oberflächenwiderstand von Silizium

04.08.2015 | Materialwissenschaften