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Mit digitalem Workflow zum Erfolg

28.09.2000


Broschüre »Printing & Publishing« zeigt neue Entwicklungen für Druck- und Medienbranche

Die epochale Leistung Johann Gutenbergs würdigen Städte und kulturelle Institutionen im Jahr 2000 mit Ausstellungen und einer Vielzahl weiterer Festivitäten. Seine spektakuläre Erfindung des Buchdrucks vor über 500 Jahren machte Informationen für Jede und Jeden zugänglich. Heute sind es die elektronischen Medien, die neue Kommunikationswege erschließen und damit alle Lebensbereiche grundlegend verändern. So steht auch die moderne Druckindustrie vor der Aufgabe, sich vom traditionellen Anbieter von Druckerzeugnissen zum innovativen Mediendienstleister zu wandeln. Ihre Kunden wollen sich zunehmend multimedial präsentieren - neben Papier, auch auf CD-Rom, DVD und im Internet. Daneben wird zukünftig der reibungslose »digitale Workflow«, der alle Arbeitsschritte umfasst, für Agenturen, Verlage und Druckereien zum wichtigen Erfolgskriterium.

Wissenschaftler des INI-GraphicsNet arbeiten daran, Abläufe im Bereich Print und Publikation zu optimieren sowie mit neuen Programmen und Systemen die Produktion effektiv zu gestalten. Sie entwickeln firmenübergreifende, standardisierte Austauschformate und vollautomatische E-Commerce-Systeme zur Web-basierten Produktion von Qualitätsdrucksachen. Ferner verbessern die Forscher mit XML das so genannte »Cross Media Publishing« und beraten die Unternehmen der Branche bei der Einführung neuer Systeme. Diese und viele weitere Leistungen seiner Institutionen stellt das INI-GraphicsNet in der Broschüre »Printing and Publishing« vor.

»Cross Media Publishing« - mit diesem Konzept lassen sich Multimediadaten und -dokumente erfassen, archivieren und in verschiedenen Publikationsformen verwenden. Die Forscher von Fraunhofer IGD und ZGDV setzen auf XML (eXtensible Markup Language) und SGML (Standard Generalized Markup Language), um eine flexible Cross-Media-Umgebung zu erzielen. Anbieter von Druckerzeugnissen, Web-Designer und Programmierer favorisieren bereits die neu entwickelten Sprachen für das World Wide Web. Denn XML bietet vielfältige Möglichkeiten für den Datenaustausch, da es ohne weitere Standard-Schnittstellen und spezielle Programmiersprachen auskommt. So lassen sich beispielsweise Dokumente viel einfacher als bisher in verschiedene Sprachen übersetzen. Die Vorteile zeigen sich auch bei der Herstellung von Produktkatalogen: Der Autor eines Kataloges kann neben den Produktdaten weitere Komponenten wie Textbausteine und Bilder separat in den Katalog einfügen. Diese Kompenenten lassen sich bei Print- und Web-Publishing, CD-ROM und anderen Publikationsformen wiederverwenden und ermöglichen so ein echtes Cross Media Publishing.

Ein weiteres Szenario findet im Alltag statt: Beim Versuch, den neu erworbenen Videorecorder zu programmieren, scheitert so mancher Käufer an unverständlichen Bedienungsanleitungen. Denn er weiß oft nicht welches Produktmodell mit welchen Varianten er besitzt, um die jeweils zutreffenden Passagen zu lesen und den Rest zu ignorieren. Damit soll nun Schluss sein: Mit dem System »eManual« haben Forscher des Fraunhofer IGD Konzepte entwickelt, um Bedienungsanleitungen produktspezifisch zu individualisieren. Dazu werden Teildokumente in einer Datenbank medienneutral gespeichert und bei Bedarf zu einem neuen Gesamtdokument zusammengesetzt. Aus einzelnen Textmodulen, aber auch Bild-, Audio- und Videodokumenten lassen sich so immer wieder aktuelle Dokumentationen nach Maß erstellen.

Das von den Forschern des Fraunhofer-Instituts in Darmstadt entwickelte »web2press«, ist ein vollautomatisches E-Commerce System für die Web-basierte Produktion von Qualitätsdrucksachen. Es ermöglicht die Bestellung, Herstellung, Distribution und Abrechnung von gedruckten Publikationen via Internet. Ein Praxisbeispiel: Bisher gab es für Unternehmen nur begrenzte Möglichkeiten, Geschäftsdrucksachen für einzelne Niederlassungen individuell herstellen zu lassen. Mit web2press können die Zweigstellen Produkte wie Visitenkarten, Briefpapier oder Broschüren eigenständig gestalten und drucken lassen, ohne das firmeneigene »Corporate Design« zu vernachlässigen. Möchte ein Mitarbeiter einer Niederlassung Drucksachen bestellen, kann er sich über das Internet die relevanten Layout-Vorlagen aufrufen und seine gewünschten Bilder und Texte in das Layout integrieren.

Neben diesen Themen stellt die Broschüre »printing & publishing« weitere Einsatzgebiete multimedialer Druck- und Publikationssysteme vor. Hierzu zählen Beratung und Weiterbildung, TV-Anwendung und computergestützte Druckproduktion. Die Texte sind in deutscher und englischer Fassung veröffentlicht.

Die Broschüre ist kostenfrei erhältlich bei:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rundeturmstr. 6
64283 Darmstadt

Im Rahmen dieser Reihe sind bereits die Broschüren »Virtual Reality - Augmented Reality«, »eCommerce«, »Sicherheitstechnologie«, »New Media for Cultural Heritage«, »IT-based Teaching and Training«, »Medizinische Technologie und Anwendung«,«Visualization and IT Concepts in Chemistry and the Life Sciences« sowie »«Virtual Engineering« erschienen. Weitere Veröffentlichungen wird es noch zu folgenden Themen geben: »Touristik und Verkehr« sowie »Internet, Intranet, Extranet«.

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in der Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra (Portugal).
Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 450 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 70 Millionen DM bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Bernad Lukacin | idw

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