Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internet Radio Battle -- Mach dein eigenes Radioprogramm!

16.08.2005


Die rasante Entwicklung des Internets macht neue Anwendungen wie Webradio oder Web-TV möglich. Doch die neuen Medien brauchen eine weiterentwickelte Technik, um die Vorteile des Mediums Internet auch voll ausschöpfen zu können. Am Lehrstuhl für Kommunikationstechnik der Universität Dortmund werden derzeit Verfahren entwickelt, die völlig neue internet- gestützte Medienanwendungen möglich machen. Freizeit DJ´s, die auf einer Internetplattform ihr eigenes Radioprogramm zusammenstellen können, sollen jetzt den Wissenschaftlern helfen, die Funktionalität der Entwicklung unter Live-Bedingungen zu testen. Szene DJ Jens Albert alias "Der Wolf" zeigt sich vom "Internet-Radio-Battle" - so der Name des ungewöhnlichen Projekts - begeistert, er hat als einer der Ersten einen Mix für die Plattform bereitgestellt.



Das an der Universität Dortmund entwickelte Verfahren des Programmobjekt-basierten Rundfunks versucht, nicht den althergebrachten Rundfunk in einen neuen Übertragungskanal Internet zu transferieren. Stattdessen werden die Vorteile des Internets, wie die dezentrale Struktur und die individuelle Auswahl der Inhalte durch den Benutzer mit so genannter bandbreiteneffektiver IP-Multicast-Kommunikation kombiniert. Dies bedeutet, dass anstatt zusammenhängender Programme, Programmobjekte (z.B. einzelne Musikstücke) dezentral über das Internet übertragen werden.



Durch den hinzugekommenen örtlichen Freiheitsgrad sind neuartige Dienste und Geschäftsmodelle möglich. Content-Provider können ihre Inhalte auf eigenen Servern speichern, autorisierte Content-Manager (z.B. Diskjockeys) stellen diese verteilten Inhalte zu einem Programm zusammen, welches über die Netze der Network-Provider zu den einzelnen Empfängern übertragen wird.

Zusätzlich bietet das Konzept den Nutzern die Möglichkeit, ihr Programm individuell aus Programmobjekten unterschiedlicher Ausrichtung anzupassen. So können beispielsweise vom Nutzer ausgewählte individuelle Sportnachrichten (z.B. alles über den BVB) mit einer favorisierten Musikrichtung und individuell zugeschnittenen Börsennachrichten zu einem personalisierten Radioprogramm kombiniert werden, wobei die anbieterseitige Datenrate und somit die anbieterseitigen Kosten moderat bleiben.

Völlig neue Formen des Medienangebots als auch der -nutzung könnten mit Hilfe diese Technik im Internet entstehen. Anbieter sind nicht mehr wie bisher auf teure Technik angewiesen, um Programme bereitzustellen. Stattdessen fungieren sie vom heimischen PC aus quasi als "Medienmakler", die Inhalte von speziellen Anbietern - dies könnten Musiklabels, Nachrichtenagenturen aber auch einzelne Journalisten sein - zusammenstellen. Den Nutzern steht nicht mehr nur das Angebot verschiedener Sender zur Verfügung, in dem sie durch "Zapping" die für sie interessanten Inhalte zusammensuchen müssen. Sie können sich individuell ein auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Programm selbst zusammenstellen.

Für die Wissenschaftler der Universität Dortmund gilt es jetzt erstmal, die Funktionalität der Entwicklung unter Live-Bedingungen zu testen. Hierzu hat der Lehrstuhl für Kommunikationstechnik das Projekt "Internet Radio Battle" ins Leben gerufen. Freizeit DJ´s, die auf einer Internetplattform ihr eigenes Radioprogramm zusammenstellen können, sollend das im Rahmen des Forschungsprojektes anwenden. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Wissenschaftler Impulse für die Weiterentwicklung.
Das System ermöglicht es, Radioprogramme über eine Weboberfläche zu erstellen. Die potenziellen Discjockeys benötigen weder technisches Know-how, eigene Inhalte (Musikstücke) noch einen DSL-Anschluss. Eine analoge bzw. ISDN-Verbindung reicht völlig aus.

Das Zusammenstellen eines Radioprogramms ähnelt dabei in seinem Ablauf weitgehend einer Online-Einkaufstour bei Amazon oder Ebay. Die über eine Suchfunktion auf einer Webseite gefundenen Musikstücke werden über einen Mausklick an die gewünschte Position in eine Programmliste eingetragen. Diese Programmliste wird später von dem System automatisch zum festgelegten Sendezeitpunkt ausgespielt und kann über das Internet empfangen werden.
Dadurch, dass alle verwendeten Musikstücke auf den systemeigenen Servern im Internet verbleiben, können alle lizenzrechtlichen Belange zentral organisiert werden und die Discjockeys konzentrieren sich nur auf das Wesentliche, die Musik.

Im Rahmen eines Pilotprojektes zwischen der Uni Dortmund, dem Informatik Centrum Dortmund, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) und der Telefonica in Deutschland, dem führenden Anbieter IP-basierter Sprach- und Datendienste, erhalten Interessierte erstmalig die Möglichkeit, über ein Internetportal Radioprogramme zu erstellen. Während der Pilotphase wird die Anzahl der parallel übertragenen Programme auf drei beschränkt.

Die aktuellen Hörerzahlen der drei parallel ausgespielten Programme werden in Echtzeit ermittelt und über die zentrale Webseite des Webradios angezeigt. Derjenige Discjockey mit den meisten Hörern der "Radio Battle" erhält als Sieger die Möglichkeit, über einen zusätzlichen Sendetermin mit neuem Programm an einer weiteren Battle teilzunehmen, bis nach 3 Monaten der Gesamtsieger ermittelt ist. Für unterschiedliche Musikrichtungen werden Mottotage (z.B. 70er, 80er, oder Techno) angeboten.

Für die Radio Battle werden noch Discjockeys gesucht. Jeder, der neben dem Interesse an Musik es sich zutraut, zwei Stunden mit guter Musik zu füllen, kann sich ab Mitte August unter www.radiobattle.de bewerben.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Kays
Universität Dortmund
Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik
Otto-Hahn-Straße 4
44227 Dortmund
Tel.: 0231-755 210
Fax: 0231-755 3196
Email: ruediger.kays@uni-dortmund.de

Harald Gebhard
Multimedia SystemsInformatik Centrum Dortmund (MMS-ICD)
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 20
44227 Dortmund
Tel: 0231-9700932
Fax: 0231-2267306
Email: gebhard@icd.de

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http:// www.radiobattle.de
http://www.uni-dortmund.de/

Weitere Berichte zu: Battle DJ Discjockey Musikstück Radioprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie