Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland hinkt beim interaktiven TV drei Jahre hinterher

20.08.2001


Mit großer Euphorie wird voraussichtlich am kommenden Samstag auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin ein neuer technologischer Standard im interaktiven Fernsehen präsentiert: MHP. Doch der Hype um die neuen Möglichkeiten wird schnell abklingen: Deutschland hinkt der Entwicklung um mindestens drei Jahre hinterher - während in Großbritannien das interaktive Fernsehen schon den Kinderschuhen entwachsen ist. Vor dem Jahr 2006 ist der Durchbruch in Deutschland nicht zu erwarten. Dann allerdings kommt auch der nächste Schub für das Internet, weil dann das Web vom heimischen Fernseher aus erreichbar sein wird. Dies prognostizieren die Forscher des Zukunftsbüros Z_punkt und die Mummert + Partner Unternehmensberatung.

"Bevor das Geschäft mit dem interaktiven Fernsehen kommt, müssen die Unternehmen erst einmal die Herausforderungen des E-Business und - in drei Jahren - des M-Business bewältigen", sagt Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Mummert + Partner Unternehmensberatung. "Das Geschäft via TV ist in Deutschland noch verhältnismäßig weit weg."

Wenn das Geschäft via Interaktiv-TV (T-Business) einmal kommt, hat es ein hohes Potenzial: Das Fernsehgerät wird zur elektronischen Vertriebsplattform, die eine ganz neue Beziehung zum Endkunden ermöglicht. Aber: Der Weg zum interaktiven TV ist noch weit. In England nutzen schon fast zehn Millionen Teilnehmer den interaktiven Kanal "BSkyB", hier zu Lande gibt es gerade mal ein erstes Bertelsmann-Pilotprojekt mit 600 Haushalten. Weiteres Problem: Das digitale TV - Vorstufe des interaktiven - wird bis zum Jahr 2005 erst der Hälfte der Konsumenten zur Verfügung stehen.

Erst danach kommen die Vorteile des Geschäfts über den Fernseher zum Tragen: Interaktives Fernsehen wird auch die Nutzer erreichen, die sich dem Internet verweigern - in Deutschland immerhin 26 Millionen Konsumenten. Mit dem interaktiven Fernsehen steht daher der nächste große Schub für das Internet bevor. Doch Deutschland hinkt der Entwicklung hinterher und droht seine europäische E-Commerce-Marktführerschaft zu verlieren. In Großbritannien lief schon im Jahr 2000 der erste interaktive Werbespot. Bereits 1,1 Millionen Menschen schreiben dort E-Mails über Interaktiv-TV.

T-Business kommt erst als dritter großer Trend des Digital Business nach Deutschland: Die ersten beiden Wellen werden E- und dann M-Business sein. E-Business ist heute schon Realität und schreitet in den kommenden Jahren weiter voran. M-Business - das mobile Geschäft über Handy und PDA-Computer - wird sich ab 2004 als Nächstes durchsetzten. Erst die dritte Welle ist das T-Business, das Geschäft über den interaktiven Fernseher - vor 2006 ist damit allerdings nicht zu rechnen.

Die Firmen haben inzwischen begriffen, dass E-Business mehr ist als das Erstellen eines Web-Auftritts und erweitern ihre Web-Aktivitäten. E-Shops und virtuelle Marktplätze sind heute schon Realität, ab 2002 werden sich Auktionen und Finanzdienstleistungen noch stärker durchsetzen. Ein Problem dabei: Das digitale Bezahlen lässt auf sich warten, die Unsicherheiten im Zahlungsverkehr entwickeln sich zur Umsatzbremse für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen im Web. Erst in fünf Jahren ist mit dem Durchbruch von Zahlungssystemen im Internet zu rechnen. Auch andere, neue Services wie E-Learning und E-Health werden noch mindestens drei Jahre brauchen, bis sie sich durchsetzen.

Am M-Business zeigt sich, was auch die Verfechter des T-Business erkennen sollten: Der Hype geht dem wirklichen Geschäft oft um Jahre voraus. UMTS startet zwar im Jahr 2002 - Angebote und Akzeptanz aber werden länger brauchen. Attraktive Services und Informationsangebote fehlen. Das flächendeckende Massengeschäft lässt noch mindestens drei Jahre auf sich warten. Danach allerdings kommt der Boom. Das Geschäft über mobile Endgeräte eröffnet neue Möglichkeiten der direkten Kundenansprache. Finanzdienstleistungen, Entertainment und standortabhängige Dienste setzen sich als Erste durch. Der potenzielle Kundenstamm ist groß: Schon im Jahr 2002 werden 195 Millionen Europäer ein mobiles Endgerät besitzen. Für das Jahr 2004 schätzen Analysten den Umsatz im europäischen Mobilgeschäft auf 60 Milliarden Euro.

Der "Technologiekompass 2005" prognostiziert in einer umfassenden, wissenschaftlich basierten Analyse die Trends in den Bereichen E-Business, M-Business, T-Business und E-Government. Neben der allgemeinen Technologieanalyse zeigen Branchenszenarien Potenziale und Gefahren für Finanzdienstleister, Energiedienstleistungsunternehmen und für die öffentliche Hand auf. Die Zukunft einzelner Technologien wird in Road Maps dargestellt. Zu beziehen ist der "Technologiekompass 2005" unter http://www.mummert.de für 1.000 Euro.

Jörg Forthmann | ots
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de.

Weitere Berichte zu: E-Business Fernseher M-Business

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

nachricht Sehr prominente Produktplatzierungen können von 3D-Filmen profitieren, wenig prominente verlieren
07.07.2016 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA entdeckt stellaren Kokon mit seltsamer chemischer Zusammensetzung

29.09.2016 | Physik Astronomie

Korrelierte Magnete aus einzelnen Atomen

29.09.2016 | Physik Astronomie

Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

29.09.2016 | Physik Astronomie