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Medienkunst im Internet

05.08.2004


Allen, die mit digitalen Medien arbeiten oder den Umgang damit lehren, bietet die Internetplattform netzspannung.org ein umfassendes Archiv – insbesondere im Bereich Medienkunst. Neu dazu kamen die Bereiche Medienkunstforschung und Lernen sowie Recherche-Tools.



Wer will, kann die Räume des Kreml wie vor 500 Jahren besichtigen, im Dritten Reich zerstörte Synagogen besuchen oder antike Ruinenstädte zu neuem Leben erwecken – zumindest virtuell. Die drei Streifzüge durch die Vergangenheit sind beispielhafte Projekte, die Kunst und Forschung verbinden. Zu erkunden sind sie im neuen Breich »Medienkunstforschung« der Internetplattform netzspannung.org. Forscher des Kompetenzzentrums MARS (Media Arts Research Society) des Fraunhofer-Instituts für Medienkommunikation IMK in Sankt Augustin bei Bonn haben die umfassende Plattform zum Thema Medienkunst aufgebaut und im vergangenen Monat die erweiterte Fassung gestartet.

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Neben einem umfangreichen Archiv zur Medienkunst, gibt es nun auch den Bereich Lernen. Er enthält Material, um Medienkunst zu vermitteln und mitzugestalten. So bietet er Kunstlehrern etwa eine Sammlung praktischer Unterrichtsmodelle. Kunststudenten finden im gleichen Bereich eine anschauliche Einführung in die Programmiersprache Java. Ein Videoarchiv bildet den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs in Kunstwissenschaft, Medientheorie und Informatik ab. Auch die Recherchetools der Plattform wurden erweitert. Zwei davon, die Timeline und die Semantic Map, sind für sich schon angewandte Medienkunst. »Unsere Timeline stellt Inhalte in einen zeitlichen Zusammenhang«, erklärt MARS-Leiterin Monika Fleischmann. »Der theoretische Diskurs steht dann Projekten gegenüber, die Künstler im gleichen Zeitraum schufen.« Lerngruppen können so Inhalte nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen. Die Semantic Map hingegen soll zum assoziativen Stöbern animieren. »Sie stellt den Inhalt der Plattform in Form einer topographischen Karte dar, die ähnliche Projekte zu Clustern bündelt«, sagt Fleischmann. »Wie aus der Vogelperspektive sieht der Nutzer alle Inhalte.« Stellt er nun ein neues Projekt auf die Plattform – eine Möglichkeit, die der Bereich Community bietet – so analysiert ein neuronales Netz dessen Inhalt. Passt er in einen bestehenden Cluster, wird dieser erweitert. Falls nicht, kreiert die Semantic Map eine neue Clusterstruktur, in der sie alle Projekte neu anordnet. Dadurch werden unerwartete Bezüge zwischen Projekten deutlich.

Aufgebaut und entwickelt wurde netzspannung.org seit über fünf Jahren mit Mitteln des Bundesministeriums BMBF. Für den weiteren Ausbau und die Pflege der Plattform suchen die Forscher nun einen Träger, der den außergewöhnlichen Wissensraum unterstützt.

Monika Fleischmann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.imk.fraunhofer.de

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