Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Photonische Netze im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Innovation

06.05.2004


Wie ist es um die Wirtschaftlichkeit optischer Telekommunikationsnetze bestellt? Welche Innovationen gibt es auf dem Gebiet? Fragen wie diese standen im Fokus einer Fachtagung über photonische Netze, zu der die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) internationale Experten nach Leipzig eingeladen hatte.



Die Zahlen sprechen für sich: “Weltweit wird der ITK-Markt im laufenden Jahr um 4.3 Prozent auf 2.16 Billionen Euro und wird 2005 um weitere 130 Milliarden Euro steigen”, zieht Manfred Breul, Bereichsleiter Telekommunikation beim Bundesverband “Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) eine Bilanz. Damit habe sich der ITK-Umsatz seit 1994 mehr als verdoppelt. Regionen mit besonderer Dynamik seien Ostasien, Mittelosteuropa und einige lateinamerikanische Länder.

... mehr zu:
»Gbit/s »Wirtschaftlichkeit


Mit physikalischen und technischen Problemen und Grenzen der Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung hat sich Prof. Dr. Volkmar Brückner von der Deutschen Telekom Fachhochschule in Leipzig in den vergangenen Jahren intensiv befaßt. “Ein Glasfasernetz besteht aus sehr vielen Komponenten, die alle auf ihre Auswirkung auf die Datenübertragung, also auf die Dämpfung und Dispersion, betrachtet werden müssen”, gibt der Experte zu bedenken. Er plädiert dafür, auch sogenannte Nichtlinearitäten für die Nachrichtenübertragung stärker in Betracht zu ziehen. Dabei handelt es sich um Solitonen, die als formstabile Impulse Übertragungsbandbreiten von bis zu 10 GBit/s ermöglichen könnten.

Datenübertragung mit “Tsunami-Effekt”?

Solitonen sind auch von natürlichen Prozessen bekannt. “Diese besondere Form der solitären Wellen sind die Tsunamis”, erläutert Brückner. Sie entstehen durch bestimmte Seebeben im Ozean und haben “Wellenlängen” von 10 bis 100 km. Diese Wellenlängen sind deutlich größer als die Wassertiefe – daher sind sie auf offener See Flachwasserwellen mit etwa 1 m Wellenhöhe. Sie breiten sich sehr schnell aus und überqueren innerhalb eines Tages den Ozean. Bei Annäherung an das Ufer verringert sich die Wassertiefe. da der Energiefluß konstant bleibt, werden die Wellen viel größer und es kommt zu den verheerenden Flutkatastrophen.

Eine technologische und wirtschaftliche Analyse von DWDM-Hochgeschwindigkeitsübertragungen mit 40 Gbit/s wurde von Stephan Neidlinger, zuständig für “Information and Communication Networks” bei der Münchener Siemens AG vorgestellt. Treiber der Entwicklung seien die 40-Gbit/s-Schnittstellen an Hochleistungs-Backbone-Routern sowie wirtschaftliche Vorteile im Vergleich zu 10-Gbit/s-Übertragungen. Für den praktischen Einsatz, so Neidlinger, sollten Dense-Wavelenght-Division-Multiplexing-Systeme (DWDM) für den gemischten Betrieb mit 10 und 40 Gbit/s pro Wellenlänge ausgelegt sein. Dieses vereinfache vor allem eine Anwendung mit gemischtem Betrieb.

Symmetrische Faseranordnung kompensiert Signalstörungen

Die optische Datenübertragung mit hohen Bitraten verlangt indessen auch ihren Tribut. “Bei Bitraten von über 40 Gbit/s treten durch nichtlineare Intrakanal-Effekte Signalverzerrungen auf”, erläutert Prof. Dr. Arne Striegler vom Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik der Universität Erlangen. Derartige Signalverzerrungen nehmen mit der Signalleistung zu und werden generell als irreversibel betrachtet. Striegler fand jedoch heraus, dass sich derartige Verzerrungen kompensieren lassen, wenn symmetrische Faserbündel mit entgegengesetzten Dispersionskoeffizienten zum Einsatz gelangen. “Auch die Reichweite der Übertragungsstätten wird vergrößert”, zieht Striegler eine vorläufige Bilanz.

Dr. Rolf Froböse |

Weitere Berichte zu: Gbit/s Wirtschaftlichkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik