Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt soll Breitbandzugang in entlegenen Regionen über Luftschiffe und Flugzeuge herstellen

12.02.2004


Ein von der EU finanziertes Projekt soll das Testen verschiedener Arten von Höhenplattformen (High-Altitude Platform Systems - HAPS) an Bord von Flugzeugen oder in Luftschiffen in der Hochatmosphäre (etwa 20 km) vorbereiten, um zu bewerten, welches System am besten geeignet ist, um eine Breitbandabdeckung in ländlichen Regionen sicherzustellen.



Die im Capanina-Projekt - benannt nach dem italienischen Restaurant, in dem die ersten Projektverhandlungen stattfanden - eingesetzte Technologie "ist das Modernste, was es derzeit gibt", so David Grace, wissenschaftlicher Projektleiter und Vertreter der britischen Communications Research Group. Zum Einsatz kommen Lenkantennen und die neuesten digitalen Signalverarbeitungs-Tools.



Da weder unterirdische Kabel noch Masten oder Satellitenkommunikation erforderlich sind, wären HAPS ein preiswerteres und effizienteres Mittel, um insbesondere in schwer zugänglichen Regionen sowie für mobile Benutzer einen Breitbandzugang anzubieten. Über diese Technologie können Breitbandverbindungen hergestellt werden, die 2.000 Mal schneller sind als herkömmliche Modemverbindungen und 200 Mal schneller als heutige Breitbandverbindungen über das Festnetz.

Im Rahmen des Projekts, das unter dem vorrangigen Themenbereich Technologien der Informationsgesellschaft (IST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) finanziert wird, werde das Capanina-Konsortium das Potential verschiedener Typen von Stratosphärenplattformen für die kommerzielle Nutzung testen und demonstrieren, erläutert Dr. Grace. Die Plattformen kreisen bei Tag mithilfe solarbetriebener Propeller über einem bestimmten Gebiet und werden nachts über Brennstoffzellen oder Lithium-Batterien angetrieben. Diesen Aspekt beschreibt Dr. Grace als "eine der zentralen Herausforderungen des Projekts".

Eine weitere Herausforderung für das Konsortium wird darin bestehen, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das zeigt, inwieweit HAPS kosteneffizienter sind als terrestrische oder satellitengestützte Systeme. Es ist jedoch davon auszugehen, dass beträchtliche Einsparungen möglich sind.

Auf die Frage, warum eine solche Technologie angesichts der enormen Vorteile nicht schon früher in Betracht gezogen wurde, spricht Dr. Grace von fehlendem Mut zum Risiko. "Grundsätzlich steht man neuen Technologien skeptisch gegenüber und ist nicht bereit, sie zu finanzieren. Dann wird man jedoch nie in den Genuss ihrer Vorteile kommen. Wir sind der Kommission für ihre Unterstützung sehr dankbar", so Dr. Grace gegenüber CORDIS News.

Die Plattformen werden einen Radius von mindestens 60 km abdecken. Dr. Grace führt als Beispiel York in Großbritannien als eine Region an, die von der neuen Technologie profitieren könnte. York sei zwar eine große Stadt, sie sei jedoch von kleinen, verstreut liegenden Dörfern umgeben, in denen man von einer Breitbandabdeckung bislang nur träumen könne.

Capanina vereint Forscher aus Großbritannien, Slowenien, Italien, Spanien, Ungarn, Deutschland, der Schweiz und Japan. Die japanische Beteiligung beschreibt Dr. Grace als "entscheidend". "Sie sind als Partner extrem hilfreich. Das ist eine Win-Win-Situation für Europa und Japan. Die japanischen Partner haben Zugang zu unseren Erkenntnissen und wir zu ihren", erklärt er.

Auch wenn das Capanina sich noch in der Anfangsphase befindet, sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Das Konsortium bewertet derzeit eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Projekten unter dem RP5 und RP6 und bereitet die ersten Tests vor, die in diesem Sommer stattfinden sollen.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.capanina.org

Weitere Berichte zu: Breitbandabdeckung Breitbandzugang HAPS Luftschiff Plattform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten