Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Genom-Projekt - auch in der Musik

01.07.2003


Seit es Programme gibt, die allen Personen mit Internet-Zugang das Übermitteln und Austauschen von Dateien ermöglichen, ist die Zahl der Verstöße gegen das Urheberrecht dramatisch gestiegen. Deshalb wird jetzt mit verschiedenen neuen Technologien versucht, das vermeintlich "kostenlose" Laden von Musiktiteln zu erschweren.



Das von der EU finanzierte Projekt RAA (Recognition and Analysis of Audio) ist ein solches Konzept, bei dem Technologien zum Einbetten von elektronischen "Wasserzeichen" (Watermarking-Technologien) zur Anwendung kommen. Diese haben zu einem Anwendungsprogramm namens AudioDNA geführt. Bei AudioDNA wird ein spezielles Verfahren zur Auswertung elektronischer Fingerabdrücke angewandt, das gerade einmal 5 bis 60 Sekunden benötigt, um Urheberrechts- und Identitätsangaben von Musiktiteln oder Werbebotschaften zu ermitteln, die entweder über das Internet oder live per Rundfunk verbreitet werden.



Zwar gibt es bereits zahlreiche Urheberrechts-Schutzprogramme, doch sie alle haben mit denselben Problemen zu kämpfen. Zu den banalsten gehört das Problem der Signalvarianz. Wird ein Musiktitel per Internet-Radio oder Live-Rundfunk übertragen, schwankt das zugehörige Signal entsprechend. Auch sein Originalformat weist eine Signalvarianz auf, was zu recht unterschiedlichen Registrierungen eines MP3-Formats und eines Standard-CD-Audioformats führt. Benötigt wird daher ein Programm, das nicht nur alle Weitergabevorgänge eines Musiktitels verfolgt, sondern auch über Möglichkeiten verfügt, seine Signalvarianz zu interpretieren und daraus Aussagen über seine Legalität zu gewinnen.

Angesichts der Tatsache, dass durch die Einführung neuer Technologien die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte ihre legale Nutzung inzwischen überflügelt hat, ist der Bedarf an Kontrollmöglichkeiten enorm. Daher ist die Fähigkeit des Anwendungsprogramms AudioDNA zur Überwachung von drei Audio-Eingangssignalen gleichzeitig ein entscheidender Schritt zur Wahrung von Urheberrechten. Da das Programm einen Musiktitel oder Werbespot nur wenige Sekunden lang zu verfolgen braucht, um seine Legalität zu ermitteln, kann es innerhalb einer einzigen Stunde Tausende solcher Audiodarbietungen registieren.

AudioDNA ist in C++ geschrieben und setzt sich aus mehreren Funktionalitäten zusammen. Beim AudioDNA Extractor handelt es sich um die Basis-Engine zum Suchen, Überwachen und Analysieren von Eingangssignalen. Der AudioDNA Music Monitor kann bis zu 50.000 Titel speichern und einzelne Titel nach einer Überwachungsdauer von mindestens 10 Sekunden identifizieren. Der AudioDNA Commercial Monitor verhält sich ähnlich, wird jedoch zum Identifizieren von Audio-Werbespots im Rundfunk oder Fernsehen eingesetzt.

Was diese Lösung vielleicht am attraktivsten macht, ist nicht allein die Technologie, die ihr zugrunde liegt, sondern auch die Tatsache, dass sie ein umfassendes System zum Schutz der europäischen Musikindustrie darstellt. AudioDNA ist ein Anlauf zur wirksamen Bekämpfung der schlimmsten Bedrohung dieser Branche: Medienpiraterie.

Kontajt
Walter PLASCHZUG
HS-Art Digital Service Gmbh
General Manager
Dietrichsteinplatz 3
8010
Graz
AUSTRIA
Tel: +43-316-91599812
Fax: +43-316-91599820
E-Mail: plaschzug.hsart@aon.at

| ctm

Weitere Berichte zu: AudioDNA Musiktitel Signalvarianz Urheberrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften