Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dynamik im Markt: Pay-TV kommt

04.03.2008
Pressebericht zur 14. EUROFORUM Jahrestagung „Kabel TV-Netze“
26. und 27.2.2008, Köln
„Alle großen Player sind im Markt unterwegs und 2007 wurde ordentlich Geld ausgegeben“ erklärte der Duisburger Technologie-Professor Torsten J. Gerpott am 26. Februar auf der Euroforum-Konferenz „Kabel TV-Netze“ in Köln vor rund 120 Teilnehmern. Pay-TV wird für die Kabelnetzbetreiber weiter an Bedeutung gewinnen: „Da ist Dynamik drin.“

Derzeit haben bei Kabel Deutschland (KDG) 730.000 Kunden (rund 8,1 Prozent) Bezahlfernsehen abonniert, bei dem zweitgrößten Provider Unitymedia sind es 430.000 (rund 8,6 Prozent). Gerpott rechnet allerdings damit, dass die Kabelnetzbetreiber pro Jahr zwischen 0,5 bis 1 Prozent der Kunden verlieren werden. Gründe hierfür seien der Wechsel zur Konkurrenz und demographische Effekte.

Internet und Telefonie seien weitere Wachstumsfelder, so der Wissenschaftler. Derzeit haben die Kabelnetzbetreiber über eine Million Internetkunden, Ende 2008 könnten dies 1,7 Millionen, 2009 wären sogar bis zu 2,3 Millionen realistisch. „DSL ist das dominante Breitband-Zugangssystem, aber das Kabel holt auf“, diagnostizierte Gerpott. Künftig werden neue Verbreitungswege wie das Fernsehen über Internet-Protokoll (IPTV) an Bedeutung gewinnen, ist sich der TK-Experte sicher und meint weiter: „IPTV und Web TV sind ein Generationenthema“.

Für die 14-bis 19-Jährigen sei dies ein bedeutendes Medium. „Das Thema Interaktivität wird kommen.“ Im viel diskutierten Mobile TV sieht Gerpott kein kurzfristig relevantes Wachstumsfeld. Es werde zwar kommen, aber derzeit sei das Geschäft mit mobilen TV-Angeboten sehr schleppend. Auch die Anteile der Haushalte in Deutschland, die HDTV-Programme sehen, liegen derzeit bei nur drei Prozent. Hier werden nach Gerpotts Ansicht auch noch drei bis fünf Jahre vergehen, bis sich ein HDTV-Massenmarkt entwickeln wird.

Unitymedia will Netz bis Jahresende zu 80 Prozent ausbauen
Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia, aktiv in Hessen und Nordrhein-Westfalen, will bis Ende 2008 80 Prozent seines Netzes für Triple Play, also Fernsehen, Telefonie und Internet aus einer Hand, aufrüsten. Dies kündigte Unitymedia-Chef Parm Sandhu in Köln an und machte deutlich, dass die Zukunft allein im Triple Play liege. Wichtig sei aber, dass die Kundenwünsche die Business-Strategie bestimmen müssten.

„In vielen Regionen sind wir - noch vor Arcor - zweitwichtigster Provider nach der Telekom“, sagte Sandhu. Nicht zuletzt deshalb habe das Unternehmen seit 2005 den Pro-Kopf-Umsatz von monatlich 7,47 Euro auf 11,72 Euro steigern können. Die Voraussetzungen für Wachstum seien nun gegeben und das Potenzial der Kabelnetzbetreiber sei viel größer ein als das der Telekommunikationsunternehmen, betonte Sandhu. Während das Marktvolumen der Kabelunternehmen rund 2,9 Milliarden Euro beträgt, umfasst es bei den Telcos 39,9 Milliarden Euro. „Das Bundeskartellamt muss erkennen, dass die Telekom der Wettbewerber der Kabelunternehmen ist“, meinte der Unitymedia-Chef weiter.

Kein Gebot für Bundesliga TV-Rechte
Mit hohen Investitionen plant der größte deutsche Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland (KDG), auf dem Markt für schnelle Internetzugänge neue Kunden gewinnen. KDG-Chef Adrian von Hammerstein erklärte dazu: „Wir befinden uns ohne Zweifel in einer Aufholjagd – und wir haben gerade erst angefangen.“ Deutschland liege mit der Breitband-Nutzung auf Platz 17 im OECD-Ländervergleich, für ein Industrieland sei das keine gute Ausgangsposition, so Hammerstein. Hier müsse man deutlich aufholen. 2008 will KDG rund 330 Millionen Euro in den Ausbau seiner Netze investieren. „Derzeit sind 11 Millionen Haushalte aufgerüstet", sagte von Hammerstein. Bis Ende März sollen 75 Prozent, bis 2009 90 Prozent der angeschlossenen Haushalte fit sein für Triple Play. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 500 Millionen Euro. Strategisch ganz wichtig sei der angestrebte Erwerb von 1,2 Orion Cable-Kunden. Hier stehe eine Beurteilung des Bundeskartellamtes noch aus, die im Frühjahr erwartet wird. Zur bevorstehenden Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte sagte Hammerstein: „Wir werden sicherstellen, dass unsere Kunden weiterhin die Bundesliga sehen können, müssen das aber nicht selbst machen.“

Tele Columbus-Chef sieht Potenzial für Breitband-Anschlüsse
„Die Telekom ist am Ende, was die DSL-Bandbreite angeht“, erklärte Tele Columbus-Chef Markus Schmid auf der Euroforum-Tagung. Er sieht für das Kabel großes Potenzial bei Breitband-Zugängen, Tele Coumbus (TC) selbst habe erst 20 Prozent des Umsatzpotenzials in diesem Bereich realisiert. Auch in anderen Bereichen will TC sein Engagement intensivieren, zum Beispiel mit der kürzlich angekündigten Eutelsat-Kooperation, mit ersten Video on Demand-Tests in Berlin sowie über gestartete Sondierungsgespräche zu Quadruple Play - TV, Telefon, Internet und Mobilfunk aus einer Hand.

Regulierung unerwünscht
Eine Regulierung des Marktes hält Schmid für überflüssig: „ Lieber ein Markt, der sich reguliert, als ein regulierter Markt.“ Es gäbe genügend Spieler am Markt, die für Wettbewerb sorgten. „Wer nicht konsolidiert, verliert“, machte der TC-Chef deutlich.

Pay TV als Kundenbindungsinstrument
Internet und Telefonie sind auch für Kabel BW Chef Klaus Thiemann Wachstumsgeschäfte. Pay TV sieht er als Kundenbindungsinstrument und Triple Play werde der neue Wachstumsmarkt. Das Internetgeschäft sei in zwei Jahren aufgeteilt, deshalb engagiere man sich hier verstärkt: „Das ist für uns der Megamarkt bis maximal Ende 2010.“ „Das Glasfasernetz ist das Netz der Zukunft“, stellt Thiemann weiter fest. Die Zielgruppe der Kabel BW finde sich besonders in ländlichen Gebieten. „Wir greifen da an, wo der Wettbewerb schwach ist“, erklärte Thiemann und zeigte sich zufrieden mit 25 Prozent Marktanteil im Breitband-Neukundengeschäft. Damit nimmt Kabel BW den zweiten Platz hinter der Deutschen Telekom ein. Das bedeute aber nicht, dass der Provider grundsätzlich als „billiger Jakob“ am Markt platziert werde, sondern das Motto sei „Leistung erhöhen statt Preise senken“. Erst ab 2010 möchte Kabel BW verstärkt über Pay-TV-Pakete wachsen. Geplant seien Premium-Angebote auf Griechisch, Italienisch und Polnisch und im Sommer sollen zudem Erotik- und Sportprogramme aufgenommen werden.

Der komplette Pressebericht: www.euroforum.de/bericht-kabel08
Fotos zur Tagung: www.konferenz.de/fotos-kabeltv08-pr

Die nächste EUROFORUM-Tagung über Kabel TV-Netze findet statt am 3. - 4.3.2009 in Köln.

Claudia Büttner
Leiterin Presse/Internet
EUROFORUM Deutschland GmbH - ein Unternehmen der Informa Group
Tel.: +49 (0) 211/96 86- 3380
Fax: +49 (0) 211/96 86- 4380
Mailto:presse@euroforum.com

Claudia Büttner | EUROFORUM Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.euroforum.de
http://www.informa.com
http://www.euroforum.tv

Weitere Berichte zu: Kabel Kabelnetzbetreiber Tele

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive