Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunstgenuss für Auge und Ohr

04.06.2002


Das multimediale System LISTEN wird bald im Kunstmuseum Bonn eingesetzt. Im Bild: eine Rauminstallation des Künstlers Beat Zoderer

© Fraunhofer IMK


Kunstfreunde, die sich per Hörgerät durch eine Ausstellung leiten lassen, freuen sich über dessen direkte Informationen. Langes Blättern und Nachlesen in dicken Katalogen entfällt. Noch viel spannender wäre es, wenn Exponate das Interesse des Betrachters erkennen und ihn direkt ansprechen könnten. Oder wenn interaktive Klanglandschaften die reale Umgebung erweitern. Was wie Zukunftsmusik klingt, wird bereits im kommenden Jahr im Kunstmuseum Bonn umgesetzt. Mit dem multimedialen System LISTEN erscheinen die große Rauminstallation des Schweizer Künstlers Beat Zoderer und Bilder von August Macke in einem völlig neuen Zusammenhängen.


»Die Motivation für LISTEN ist, eine neue Art von erweiterter Realität zu schaffen«, erklärt Gerhard Eckel vom Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation IMK in St. Augustin bei Bonn. »Der reale visuelle Raum wird durch akustische Elemente anders erlebt. Für uns ist das Museum ein ideales Labor. Hier lässt sich das Audiosystem als künstlerisches und pädagogisches Medium einsetzen. Für Künstler ergeben sich daraus ungeahnte Möglichkeiten.« Gleichzeitig entsteht eine neue Generation von Audioguides. Wenn der Betrachter den Kopfhörer aufsetzt, versucht das System an dessen Verhalten zu erkennen, wofür er sich interessiert. Dazu bietet es ihm dann passende Informationen. »Das können Texte, O-Töne, Interviews, Features oder im Raum positionierte Schallquellen sein«, erläutert der Projektleiter am Kompetenzcenter für Virtuelle Umgebungen.

LISTEN verbirgt sich hinter einer für den Besucher unauffälligen Technik. Am drahtlosen Kopfhörer sind zwei Antennen angebracht. Im Raum befinden sich Empfangsantennen, die in den Wänden versteckt sind. Sie orten den Besucher und übermitteln dessen Position und Blickrichtung an einen Computer. Diese Daten werden in das ebenfalls am IMK entwickelte Programm AVANGO übertragen. Das Virtual-Reality-System sendet die individuellen Steuerbefehle an den Audioguide zurück. Projektpartner des IMK sind das Kunstmuseum Bonn, das Institute de Recherche et Coordination Acoustique / Musique am Centre Pompidou in Paris, die Technische Universität Wien, die Firma AKG und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. »Unser Ziel ist es, im kommenden Jahr acht Personen gleichzeitig mit Informationen versorgen zu können«, erklärt Eckel. Ein erster Probelauf, an dem im Januar dieses Jahres auch Journalisten beteiligt waren, verlief viel versprechend. Kunstliebhaber und Künstler dürfen auf die ersten Praxiseinsätze gespannt sein.


Ansprechpartner:
Dr. Gerhard Eckel
Telefon 0 22 41 / 14-29 68
Fax 0 22 41 /14-29 17

Dr. Gerhard Eckel | Mediendienst

Weitere Berichte zu: Audioguide Kunstgenuss Kunstmuseum LISTEN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie