Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäres Verbundprojekt zur Erforschung von Botulismus

08.11.2007
Forscher untersuchen Infektionskette vom Bakterium bis zum Ausbruch der Erkrankung

Mit der Infektionskette bei Botulismus vom Bakterium bis zum Ausbruch der Krankheit befasst sich ein auf drei Jahre angelegtes Verbundprojekt, das von Wissenschaftlern der Universität Göttingen initiiert worden ist. Forscher aus Deutschland und der Schweiz führen das interdisziplinäre Vorhaben in neun Teilprojekten durch. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die deutschen Verbundpartner mit rund 2,4 Millionen Euro. Koordinator des Gesamtvorhabens ist der Göttinger Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Helge Böhnel vom Institut für angewandte Biotechnologie der Tropen, einem An-Institut der Georg-August-Universität.

Botulinumtoxin zählt zu einem der giftigsten Stoffe, die in der Natur vorkommen. Das Bakterium Clostridium botulinum bildet Sporen, die sich über den Boden in der Nahrungskette anreichern können. Hier besteht die Gefahr, dass sich das Nervengift bildet; es ruft bei Tier und Mensch Lähmungserscheinungen hervor, die zum Tod führen können. "Die Untersuchungen in unserem Vorhaben reichen von der Bakterienzelle über die Toxinproduktion, die Übertragung und die Aufnahme bis zur Aktion innerhalb der Zielzelle", erläutert Prof. Böhnel. Auch als sogenannte Zoonose, eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektion, sei Botulismus bislang nicht detailliert wissenschaftlich untersucht. "Mit unseren Forschungsarbeiten wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, der zunehmenden Gefahr durch Botulismus entgegenzuwirken. Derartige Vergiftungen und Darminfektionen bei Mensch und Tier werden sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich völlig unterschätzt", so Prof. Böhnel.

Forschungsgegenstand in dem von Prof. Böhnel geleiteten Teilprojekt ist eine Sammlung von rund 2.000 Bakterienstämmen pathogener Clostridien. Die Stämme werden bakteriologisch bearbeitet und für die Langzeitlagerung vorbereitet. Damit sollen sie dauerhaft als Material für die wissenschaftliche Forschung erhalten bleiben. In einem zweiten Göttinger Projekt, das Privatdozent Dr. Frank Gessler leitet, werden Kotproben von Rindern sowie Bodenproben untersucht. Daraus sollen für diese Tierart Aussagen abgeleitet werden über das geografische Vorkommen der Gift bildenden Bakterien. "Die gewonnenen Daten sind zudem wichtige Ausgangsvoraussetzung für eine epidemiologische Bewertung der Zoonose Botulismus", so der Wissenschaftler. Von der Gesamtfördersumme des BMBF fließen rund 725.000 Euro an die Arbeitsgruppen in Göttingen.

... mehr zu:
»Bakterie »Botulismus »Zoonose

In dem Verbundprojekt "Die Zoonose Botulismus: Der Weg des Botulinum-Toxins von der Bakterie in die Zielzelle" arbeiten international anerkannte Experten der Botulismus-Forschung zusammen. Neben Göttingen kommen sie aus Bielefeld, Freiburg, Hannover, Jena, Leipzig, Rostock und aus Bern (Schweiz).

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Helge Böhnel
Institut für angewandte Biotechnologie der Tropen an der Georg-August-Universität Göttingen

Telefon (0551) 39-3396, e-mail: hboehne@gwdg.de, Internet: http://www.agrar.uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.agrar.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Bakterie Botulismus Zoonose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie