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Kieselalgen bringen Lippenstifte zum Schillern

12.10.2007
Umweltfreundliche Einfärbungsmethode für Industrie entdeckt

Wissenschaftler der University of Oxford haben eine umweltfreundliche Methode entdeckt, um schillernde Pigmente für Kosmetik- und Verpackungsprodukte herzustellen. Wie die Forscher herausgefunden haben, bietet die Kultivierung von Kieselalgen eine Alternative zu derzeit verwendeten industriellen Verfahren, die teuer und energieaufwändig sind. Um schillernde Effekte in Materialien oder Farben zu erzeugen, müssen derzeit winzige, künstlich erzeugte Reflektoren produziert und beigemengt werden. Der gleiche Effekt könnte aber auch durch die Beimischung der bis zu zwei Millimeter großen Kieselalgen erreicht werden, die von Natur aus über eine schillernde Hülle verfügen.

Der Durchbruch gelang den Forschern, indem sie es erstmals schafften, die einzellige Alge unter Laborbedingungen zu züchten. Dazu wird eine einzelne Alge einer präparierten Substanz beigemischt, die für das rasche Zellenwachstum und den erwünschten Farbeffekt sorgt. Den Wissenschaftlern zufolge ist der Vorgang einfach und kostengünstig durchführbar und überaus effizient. So soll eine einzelne Alge unter Laborbedingungen in der Lage sein, in einem Monat 100 Mio. Abkömmlinge zu produzieren. Angesichts der enormen Reproduzierbarkeit rechnen die Forscher damit, dass eine industrielle Produktion innerhalb von zwei Jahren auf die Beine gestellt werden könnte.

"Das Verfahren ist nicht nur effizient und kostengünstig, sondern besitzt auch einen geringen ökologischen Fußabdruck", so Studienleiter Andrew Parker über das entwickelte Verfahren. Der ökologische Fußabdruck beschreibt jene Spuren, die der Mensch in seiner Interaktion mit der Umwelt und ihren Ressourcen hinterlässt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070913002 ). Neben der einfachen und im Vergleich zu herkömmlichen industriellen Produktionsmethoden sehr ressourcen- und energieschonenden Vorgangsweise besitze die Alge zudem den Vorteil, dass sie auch nach der Laborbehandlung komplett biologisch abbaubar ist.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk

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