Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäre Forschergruppe an der TU Dresden will Innenohr-Rätsel knacken

11.04.2006


Dass Mediziner daran interessiert sind, das menschliche Innenohr zu erforschen, muss nicht weiter hinterfragt werden. Doch was haben Wissenschaftler der Institute für Festkörpermechanik sowie für Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Dresden damit zu tun? Die Antwort liegt in interdisziplinär angelegten Forschungsprojekten zum Thema "Fluid-Struktur-Modelle zur Mechanik und Pathomechanik des Innenohrs".



Das Innenohr ist ein sehr komplexes Organ, für dessen Erforschung das Know-how unterschiedlicher Disziplinen notwendig ist. An dem Forschungsprojekt arbeiten vier Einrichtungen zusammen, die zugleich eigenständigen Teilprojekten nachgehen und dennoch auf das Wissen der anderen angewiesen sind.



Das Innenohr ist der Teil des menschlichen Ohres, in dem die Schallwellen in elektrische Impulse umgewandelt und an die Nerven übertragen werden, also der eigentliche Hörprozess stattfindet. Die Forscher wollen sowohl Strukturen als auch Mechanismen in der Cochlea (Hörschnecke), dem Ort der Reizumwandlung, klären. Ziel ist es, den Hörprozess besser zu verstehen und später einmal Innenohr-Erkrankungen diagnostizieren und mittels geeigneter Implantate oder Operationstechniken therapieren zu können. Das Forschungsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bisher auf zwei Jahre bewilligt, die Förderung über ein weiteres, drittes Jahr wurde in Aussicht gestellt.

Mit den Erkenntnissen sollen schließlich Simulationsmodelle auf drei verschiedenen Ebenen erstellt werden: der der Zelle, einer Zellgruppe und der Cochlea. Während die Mediziner Struktur- und Geometrieparameter für die Strukturen des Innenohrs bereitstellen sollen, die sie experimentell untersuchen, analysieren die Strömungsmechaniker die Strömungsbewegungen in der Cochlea. Ein kleiner Exkurs: Die Cochlea besteht aus Hohlräumen, die mit einer wasserähnlichen Flüssigkeit gefüllt sind. Diese nimmt den Schall auf und versetzt die Haarzellen in Schwingungen.

Die Erkenntnisse dienen allen Projektbeteiligten dazu, mittels mathematischer Berechnungen 3-D-Simulationsmodelle zu entwickeln, von denen sie sich Einblicke in die mikromechanischen Vorgänge beim Hören erhoffen.

Zu den Projektpartnern zählen an der TU Dresden das Institut für Festkörpermechanik, das Institut für Luft- und Raumfahrttechnik sowie die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus. Beteiligt ist auch ein internationales, ingenieur- und naturwissenschaftlich besetztes Team der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universität Tübingen.

Informationen für Journalisten: Prof. Jürgen Hardtke, Direktor des Instituts für Festkörpermechanik, Tel. 0351 463-37970, PD Dr. Thomas Zahnert, amtierender Klinikdirektor der HNO-Klinik, Tel. 0351 458-4420

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie