Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regionale Netze eröffnen dem Mittelstand Chancen bei der Globalisierung

06.08.2001


Erfahrungen kleiner und mittlerer Unternehmen mit der Globalisierung / Fraunhofer ISI untersucht Fallbeispiele / Leitfäden erstellt

Für kleine und mittlere Unternehmen wird es zunehmend wichtiger, sich global zu orientieren und dabei regionale Netzwerke zu nutzen. Wie dies mit Erfolg angegangen werden kann, zeigen Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, die zusammen mit dem Lehrstuhl Technik und Gesellschaft, Dortmund, dem Zentrum für Sozialforschung, Halle, und der Zukunftswerkstatt Mensch-Umwelt-Technik, Frankfurt am Main, durchgeführt wurden. Die Wissenschaftler erstellten dazu zwei Leitfäden, die nun im VDMA-Verlag erschienen sind. Sie dokumentieren die Erfahrungen, die 17 Firmen in Europa sowie in Amerika, Asien und Afrika gesammelt haben, sowie die Erkenntnisse aus acht Netzwerkprojekten.

Dabei zeigt sich, dass es offenbar keinen Königsweg gibt. Bei der globalen Ausrichtung ist von großer Bedeutung, ob das Unternehmen im Anlagen-, Zuliefer-, Produkt- oder Systemgeschäft tätig ist. Zugleich ist vieles länder- und marktspezifisch. Doch scheint eine Auslandspräsenz zur Markterschließung erfolgsträchtiger als eine kostengetriebene Verlagerung der Produktion in Billig-Lohn-Länder. Zumindest ist der Bezug von strategischen oder Engpassteilen aus Produktionsstätten anderer Länder mit hohen Risiken verbunden: Häufig leidet hier die Qualität und die Versorgungssicherheit.

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung ist ferner, dass insbesondere das Management lernen muss, global zu denken. Das Personalmanagement muss beispielsweise die internationale Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt fördern. Auslandsaufenthalte sind finanziell abzusichern, und die Karriere darf durch einen Auslandseinsatz keinen »Knick« bekommen. Daher ist explizit die Heimkehr zu planen.

Global verteilte Standorte für Forschung und Entwicklung sind nach Einschätzung der Fraunhofer-Forscher für kleine und mittlere Firmen kein Muss. Doch die Firmen, die sich dafür entscheiden, sollten ihre Standortentscheidungen unter den Gesichtspunkten »Nähe zu einschlägigen Forschungszentren« und »Einbettung in Lead Märkte« treffen.

Die technische Ausstattung aller Auslandsstandorte muss nicht standardisiert sein. Es kann sinnvoll sein, die Technik an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten anzugleichen. Ähnliches gilt für die Erzeugnisse. Sie sollten dem jeweiligen Zielmarkt angepasst sein. Doch ist die Gefahr der Variantenexplosion im Auge zu behalten.

Es ist ferner darauf zu achten, dass die Festlegung von Kennzahlen und Zielvereinbarungen nicht »top down« erfolgt, sondern am Ort der Nutzung. Kennzahlen, die nicht akzeptiert werden, sind »Totgeburten«.

Insgesamt zeigt sich, dass sich kleine und mittlere Unternehmen beim Aufbau einer globalen Präsenz leichter tun, wenn sie Unternehmensnetzwerke nutzen. Gegenseitiges Vertrauen ist dabei eine Voraussetzung. Demgegenüber kommen den rechtlichen Rahmenbedingungen weniger Bedeutung zu als gemeinhin angenommen.

Die Erfahrungen der Unternehmen sind in den beiden Leitfäden:

  • »Globalisierung erfolgreich meistern« (Bestell-Nr.: 53200) sowie
  • » Regionale Netze erfolgreich gestalten und betreiben« (Bestell-Nr.: 53300).

ausführlich beschrieben. Sie haben jeweils rund 180 Seiten und kosten je 98,-- DM. Erhältlich sind sie beim VDMA-Verlag, Frankfurt am Main.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2001de/pri132001.htm

Weitere Berichte zu: Globalisierung ISI Leitfäden Mittelstand Regional

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie