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Osnabrücker Wissenschaftler untersuchen Arbeit von Gesundheitszentren

09.01.2001


In einem dreijährigen Forschungsprojekt am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück soll das Arbeits-, Aufgaben- und Kooperationsspektrum von Gesundheitszentren untersucht
werden. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Vorhaben mit insgesamt 637.000 DM.

Osnabrücker Wissenschaftler untersuchen Arbeit von Gesundheitszentren
Bundesgesundheitsministerium fördert dreijähriges Forschungsvorhaben mit 637.000 DM

"In unserer konkurrenzorientierten Leistungsgesellschaft hat die chronische Stressbelastung am Arbeitsplatz und in der Lebenswelt zu einer drastischen Zunahme sogenannter Zivilisationskrankheiten geführt. Angesichts der komplexen Ursachen solcher Erkrankungen gewinnen gesundheitsfördernde Maßnahmen, an deren Umsetzung und Gestaltung der Bürger direkt mitwirkt, immer mehr an Bedeutung", betont Dr. Burkhard Kastenbutt. In einem dreijährigen Forschungsprojekt will der Osnabrücker Wissenschaftler nun das Arbeits-, Aufgaben- und Kooperationsspektrum der Gesundheitszentren in der Bundesrepublik untersuchen. Die Forschungsarbeiten über diese Einrichtungen, die sich bereits seit Ende der siebziger Jahre für eine regional organisierte Gesundheitsförderung einsetzen, werden vom Bundesgesundheitsministerium mit insgesamt 637.000 DM gefördert. Das Projekt unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Carsten Klingemann und Prof. Dr. Arnold Schmieder ist am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück angesiedelt.

Die Untersuchungen thematisieren zum einen die geschichtliche Entwicklung, insbesondere aber die vielfältige Praxis von Gesundheitszentren: In welcher Form beteiligen sie sich an der Umsetzung kommunaler oder stadtteilbezogener Projekte? Wie gestalten sie ihr Dienstleistungs- und Beratungsangebot, von wem wird es genutzt und wo liegen die Schwerpunkte der Präventionsmaßnahmen? Dr. Kastenbutt: "Unsere Forschung soll dokumentieren, welchen Stellenwert Gesundheitszentren als Selbsthilfekontaktstellen und Beratungsinstitutionen haben und welche konkrete Rolle sie bei der Neugestaltung der Gesundheitssysteme in Zukunft spielen können." Der Erziehungs- und Sozialwissenschaftler will aber auch Defizite analysieren. Probleme sieht er in der häufig unzureichenden Finanzierung der Gesundheitszentren sowie in der Kommunikation und Abstimmung mit den Kommunen oder der Politik.

Die Anregung zu diesem Forschungsprojekt ging vom Gesundheitszentrum Osnabrück aus. Es besteht seit 1984, ist als gemeinnütziger Verein organisiert und wird durch die Stadt Osnabrück und das Land Niedersachsen finanziell unterstützt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt unter anderem in der Unterstützung der rund 180 in Osnabrück bestehenden Selbsthilfegruppen. Das Team des Gesundheitszentrums kooperiert mit Ärzten und Arzthelferinnen, Apothekern, Heilpraktikern, Krankengymnasten, Rechtsanwälten, Sozialarbeitern und Pädagogen. Bei den Forschungsarbeiten wird Dr. Kastenbutt von dem mathematisch-technischen Assistenten Hans Westen unterstützt, der selbst zweieinhalb Jahre im Osnabrücker Gesundheitszentrum gearbeitet hat. Dr. Kastenbutt hat am Osnabrücker Fachbereich Sozialwissenschaften promoviert und war zuletzt wissenschaftlicher Leiter des Projekts Gesundheitspädagogik bei der Ländlichen Erwachsenenbildung sowie Lehrbeauftragter für Public Health an der Fachhochschule in Emden.

Kontaktadresse:
Dr. Burkhard Kastenbutt, Universität Osnabrück, Fachbereich Sozialwissenschaften
Seminarstraße 33, 49069 Osnabrück, Tel. (0541) 969-4625, Fax (0541) 969-4600

Marietta Fuhrmann-Koch | idw

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