Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscherteam untersucht mähnenlose Löwen in Kenia

29.05.2002


Sie sind die Majestäten der Tiere: Löwen mit dichter Mähne - so kennen und lieben Millionen von Touristen und Zoobesuchern die Könige der Savanne. Die Löwen aus dem Nationalpark Tsavo-Ost in Kenia jedoch geben den Wissenschaftlern seit Jahren Rätsel auf: Die hier lebenden Raubkatzen haben nämlich im Gegensatz zu ihren Artgenossen aus der Serengeti keine Mähne.

NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND widmet in seiner Juni-Ausgabe den kahlen Herrschern eine umfangreiche Bild-Reportage und berichtet über die neuesten Erkenntnisse ihrer Erforschung.

Der Tsavo-Park ist das älteste und mit knapp 22 000 Quadratkilometern das größte geschützte Ökosystem Kenias. Die hier lebenden Raubkatzen sind bisher kaum erforscht, einem Mythos zufolge gelten sie als listig und aggressiv - bislang unbewiesene Vermutungen. Sicher ist jedoch, dass die Tsavo-Löwen größer sind als ihre Artgenossen und aus Ermangelung reicher Jagdgründe selbst große Beutetiere wie Kaffernbüffel erlegen, die zu den stärksten und aggressivsten Tieren auf der Welt zählen.

Unterschiedliche Theorien versuchten bisher, die Stärke und Mähnenlosigkeit der Löwen zu erklären. So gibt es u.a. die These, die Tsavo-Löwen seien nahe Verwandte der Höhlenlöwen aus dem Pleistozän. Die amerikanischen Wissenschaftler Craig Packer und Peyton West bezweifeln dies. Sie glauben, dass die große Hitze im Ostteil des Nationalparks einer der Gründe ist, warum die Löwen keine Mähnen haben.

Um dieses zu untersuchen, gingen die Amerikaner mit Verhaltensexperimenten zu Werk: Sie bauten zwei lebensgroße Löwenattrappen mit unterschiedlicher Mähnenlänge und -farbe und konfrontierten die Löwen mit den unechten Artgenossen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sowohl die Löwen aus Tsavo als auch der Serengeti sich zunächst der Attrappe mit der kürzeren und helleren Mähne näherten. Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass die Mähne ein wichtiges Statussymbol sein muß, hellere Mähnen Schwäche und dunkle Mähnen Stärke signalisieren.

Warum aber haben die Tsavo-Löwen keine Mähne, wenn dies so ein wichtiges Merkmal der Stärke ist? Peyton West vermutet, dass der fehlende Kopfschmuck mit der großen Hitze zu tun hat. Die Biologin glaubt, dass die Löwen einen großen Teil ihrer Energie aufwenden müssen, um sich kühl zu halten. Für das Wachstum der Mähne bliebe daher nicht mehr viel Körperenergie übrig und ohne Kopfschmuck sei die Hitze außerdem leichter zu ertragen. "Die Männchen stehen dauernd unter Hitze- und Futterstress. Vermutlich wächst ihre Mähne daher erst gar nicht", erklärt die Amerikanerin.

Weitere Untersuchungen in den nächsten Jahren sollen die Richtigkeit dieser These belegen und die mystischen Raubkatzen stärker in das Interesse der Öffentlichkeit rücken.

Myriam Reinwein | ots

Weitere Berichte zu: Artgenosse Hitze Kenia Mähne Raubkatze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise